Richter, Absetzung

Richter will ĂŒber Absetzung von Trump-AnklĂ€gerin entscheiden

01.03.2024 - 23:38:46

In Georgia wird Ex-PrÀsident Trump versuchte WahlfÀlschung vorgeworfen, doch die Schlagzeilen dominierte zuletzt zustÀndige StaatsanwÀltin. Ob sie von dem Fall abgezogen wird, entscheidet sich bald.

Über eine mögliche Absetzung der leitenden StaatsanwĂ€ltin im Wahlbetrugsverfahren gegen Ex-PrĂ€sident Donald Trump im US-Bundesstaat Georgia will der zustĂ€ndige Richter in den kommenden zwei Wochen entscheiden. Es gebe noch einige rechtliche Fragen zu klĂ€ren und einige inhaltlichen Entscheidungen zu treffen, sagte Scott McAfee am Ende einer Anhörung am Freitag in Atlanta. «Ich werde mir also die Zeit nehmen, um sicherzustellen, dass ich diesen Fall umfassend prĂŒfe», sagte er. 

Die Entscheidung ĂŒber eine Absetzung der BezirksstaatsanwĂ€ltin Fani Willis ist fĂŒr das Verfahren von immenser Bedeutung. WĂŒrde Willis von dem Fall abgezogen werden, stĂŒnde der Prozess gegen Trump auf der Kippe. Willis' Nachfolger oder Nachfolgerin könnte darĂŒber entscheiden, ob das Verfahren fortgesetzt wird. 

Trump kĂ€me eine Absetzung Willis' Ă€ußerst gelegen. Der 77-JĂ€hrige befindet sich mitten im Wahlkampf und will nach der PrĂ€sidentenwahl im November wieder ins Weiße Haus einziehen. Es deutet alles darauf hin, dass es zu einer Neuauflage des Duells zwischen Trump und Amtsinhaber Joe Biden kommt. Trump sieht sich neben Georgia mit mehreren Strafverfahren konfrontiert, deren Beginn er so weit möglich hinauszögern oder verhindern möchte. 

In Georgia waren Trump und andere Beschuldigte wegen ihrer Versuche angeklagt worden, den Ausgang der PrÀsidentenwahl 2020 in dem Bundesstaat umzukehren. Der Republikaner hatte damals gegen den Demokraten Biden verloren und auf verschiedenen Wegen versucht, das Wahlergebnis nachtrÀglich zu Àndern, unter anderem durch Druck auf politische Verantwortliche im Bund und in Bundesstaaten wie Georgia. 

Zuletzt stand bei Verfahren in Georgia aber nicht mehr Trump im Mittelpunkt, sondern StaatsanwĂ€ltin Willis selbst. Die AnwĂ€lte Trumps und weiterer Beschuldigter warfen ihr vor, von einer romantischen Beziehung zu einem anderen Staatsanwalt in dem Fall unrechtmĂ€ĂŸig finanziell profitiert zu haben. Der Vorwurf lautet unter anderem, der Staatsanwalt sei in seiner Position ĂŒberbezahlt worden und habe Willis zu gemeinsamen Luxusurlauben eingeladen. Bei einer stundenlangen Anhörung im Februar verteidigte sich Willis.

Willis, die sich als Demokratin in einem gewĂ€hlten Amt befindet, war aus Trumps Lager von Beginn an hart angegangen worden. Auch Trump legte es immer wieder darauf an, die GlaubwĂŒrdigkeit der StaatsanwĂ€ltin zu untergraben.

@ dpa.de