Koalition der Willigen berĂ€t ĂŒber Sicherheit fĂŒr die Ukraine
06.01.2026 - 15:59:11Westliche UnterstĂŒtzer der Ukraine sind in Paris mit Vertretern der USA zu Beratungen ĂŒber die Absicherung eines möglichen Waffenstillstands oder Friedens fĂŒr das von Russland angegriffene Land zusammengekommen. Bei dem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen sollen Vertreter aus 35 LĂ€ndern dabei sein, darunter 27 Staats- und Regierungschefs. Aus Deutschland reiste Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an.
Auch der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj und Nato-Chef Mark Rutte trafen in Paris ein. FĂŒr die USA nehmen der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-PrĂ€sident Donald Trump, teil.
Selenskyj pocht auf bessere Flugabwehr
Die GesprĂ€che seien dazu bestimmt, der Ukraine mehr Sicherheit und StĂ€rke zu bringen, schrieb der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj nach seinem Eintreffen in Paris in sozialen Medien. Das Land zĂ€hle auf seine Partner und auf Schritte, die echte Sicherheit garantieren könnten. Er forderte einmal mehr, dass die Flugabwehr der Ukraine gestĂ€rkt werden mĂŒsse, da Russland seine Angriffe nicht stoppe. DarĂŒber habe er mit dem französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron gesprochen.
Bei den GesprĂ€chen der von Frankreich und GroĂbritannien angefĂŒhrten Koalition soll es auch um eine angedachte multinationale Truppe zur Absicherung eines Friedens zwischen Russland und der Ukraine gehen. Daneben wollen die LĂ€nder ĂŒber die UnterstĂŒtzung der ukrainischen Armee, die langfristige Zusammenarbeit mit der Ukraine beim Thema Verteidigung und die UnterstĂŒtzung des Landes im Falle neuer Angriffe beraten.Â
Worauf hat sich die Koalition bereits verstÀndigt?
26 westliche LĂ€nder hatten sich im September bereit erklĂ€rt, Truppen zur Absicherung eines Waffenstillstands oder Friedens zwischen Russland und der Ukraine zu entsenden. Dabei geht es um Bodentruppen oder KrĂ€fte in der Luft oder auf See, die nicht unbedingt in der Ukraine selbst, sondern auch in GrenznĂ€he beziehungsweise der Region zum Einsatz kommen können. Der Truppeneinsatz soll jede neue gröĂere Aggression verhindern und zur dauerhaften Sicherheit der Ukraine beitragen. Frankreich hatte mehrfach klargestellt, dass es nicht um einen Fronteinsatz, sondern eine Friedenswahrung von weiter weg gehe.
Aus französischer Sicht ist man sich unter EuropĂ€ern, den USA und der Ukraine ĂŒber das Wesentliche einig - nĂ€mlich die Sicherheit der Ukraine. Was genau die USA aber zur Wahrung eines Friedens in der Ukraine beisteuern wollen, ist weiterhin unklar. Zuvor hieĂ es von einem hochrangigen US-Beamten, dass kein Einsatz von US-Bodentruppen geplant sei. JĂŒngste GesprĂ€che hatte Witkoff immer wieder lediglich als «produktiv» bezeichnet.
Trump hatte vor Monaten noch versprochen, dass es keinen Einsatz von US-Truppen in der Ukraine geben werde. Die Vereinigten Staaten seien aber bereit, die verbĂŒndeten EuropĂ€er zu unterstĂŒtzen â etwa aus der Luft.
AuĂerdem ist weiterhin offen, welche LĂ€nder sich konkret mit wie vielen Soldaten und MilitĂ€rgerĂ€t an einer Friedenstruppe beteiligen wollen. Auch eine mögliche Beteiligung der Bundeswehr ist noch offen. Die Bundesregierung hatte sich noch nicht klar positioniert, was sie zu einer Friedenstruppe beitragen wĂŒrde.Â
Wie blickt Moskau auf die «Koalition der Willigen»?Â
Russland lehnt eine mögliche PrĂ€senz auslĂ€ndischer Truppen in der Ukraine - zumal aus Nato-Staaten - strikt ab. Solche Einheiten seien fĂŒr die russische Armee ein legitimes Angriffsziel, heiĂt es.Â
Aus Moskauer Sicht ist die «Koalition der Willigen» ein europĂ€isches Projekt und wird deshalb abgelehnt. Kremlchef Wladimir Putin und seine FĂŒhrung setzen darauf, Konfliktfragen bilateral mit Trump zu lösen. Den europĂ€ischen Staaten wirft der Kreml vor, sie wollten den Krieg verlĂ€ngern und seien Russland feindlich gesonnen - auch wenn dieses sie gar nicht angreifen wolle.
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