Russland, Ukraine

Putin will AufstÀndische um Prigoschin «neutralisieren»

24.06.2023 - 10:03:32

In Russland eskaliert der Konflikt zwischen der Söldnergruppe Wagner und der regulÀren Armee. Nun schaltet sich PrÀsident Putin ein - mit drastischen Worten.

  • Jewgeni Prigoschin, Chef der Söldnertruppe Wagner, bei einer Videoansprache. - Foto: Uncredited/Prigozhin Press Service/AP/dpa

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  • Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin spricht zur Nation. - Foto: Uncredited/Russian Presidential Press Service/AP/dpa

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Jewgeni Prigoschin, Chef der Söldnertruppe Wagner, bei einer Videoansprache. - Foto: Uncredited/Prigozhin Press Service/AP/dpaDer russische PrÀsident Wladimir Putin spricht zur Nation. - Foto: Uncredited/Russian Presidential Press Service/AP/dpa

Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin hat angesichts des bewaffneten Aufstands des Chefs der Söldnerarmee Wagner, Jewgeni Prigoschin, von «Verrat» gesprochen. Anders als von russischen Staatsmedien wiedergegeben, sprach Putin dabei nicht ausdrĂŒcklich von einer «Neutralisierung», sondern beauftragte unter anderem die StreitkrĂ€fte allgemein mit einer Bestrafung der Drahtzieher.

Putin forderte die Wagner-KÀmpfer auf, ihre Teilnahme an kriminellen Handlungen umgehend zu beenden. Prigoschin galt bislang als Vertrauter des PrÀsidenten.

Zugleich bestĂ€tigte Putin die Blockade wichtiger Objekte in der sĂŒdrussischen Stadt Rostow am Don durch die Söldnertruppe. «Faktisch ist die Arbeit von Organen der zivilen und militĂ€rischen FĂŒhrung blockiert», sagte Putin in der vom Staatsfernsehen ĂŒbertragenen Ansprache ans russische Volk. Über die Lage das an die Ukraine grenzende Gebiet Rostow sagte er: «Sie bleibt schwierig.» Russland fĂŒhrt seit 16 Monaten einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine. Dabei gehörten die Wagner-Söldner bislang zu den wichtigsten Truppen.

Offene Konfrontation mit MilitĂ€rfĂŒhrung in Moskau

Nach monatelangen Sticheleien und dann auch öffentlicher Kritik stellte sich Wagner-Chef Prigoschin nun jedoch offen gegen die MilitĂ€rfĂŒhrung in Moskau. Prigoschin sagte, seine KĂ€mpfer hĂ€tten in Rostow wichtige militĂ€rische Objekte unter ihre Kontrolle gebracht, auch einen Flugplatz. Nach Erkenntnissen britischer Geheimdienste ziehen Wagner-Einheiten durch das Gebiet Woronesch nach Norden. Ziel sei vermutlich die Hauptstadt Moskau, hieß es in einer Mitteilung in London. Dort wurde am Samstag der Anti-Terror-Notstand verhĂ€ngt. In der Nacht waren MilitĂ€rfahrzeuge im Stadtzentrum unterwegs.

Das Verteidigungsministerium rief die Söldner ebenfalls zum Aufgeben auf. Sie seien von Prigoschin in ein «kriminelles Abenteuer» hineingezogen worden. «Viele Ihrer Kameraden aus mehreren Einheiten haben ihren Fehler bereits erkannt, indem sie um Hilfe gebeten haben, damit sie sicher an ihre Einsatzorte zurĂŒckkehren können», hieß es. «Bitte seien Sie vernĂŒnftig und nehmen Sie schnellstmöglich Kontakt mit Vertretern des russischen Verteidigungsministeriums oder den Ordnungsorganen auf. Wir garantieren die Sicherheit aller.»

Gegen Prigoschin ermitteln die Behörden in Moskau nun wegen Aufrufs zu einem bewaffneten Aufstand. Der Inlandsgeheimdienst FSB rief die Wagner-Söldner auf, ihren Chef festzusetzen. Der SöldnerfĂŒhrer wirft dem Verteidigungsministerium schlechte FĂŒhrung im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine vor und hat vor allem Verteidigungsminister Sergej Schoigu wiederholt scharf kritisiert.

@ dpa.de

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