Putin als vierter Kandidat zur PrÀsidentenwahl registriert
29.01.2024 - 12:00:28 | dpa.de
Kremlchef Wladimir Putin hat von Russlands zentraler Wahlkommission als vierter Kandidat offiziell die Zulassung zur PrĂ€sidentenwahl im MĂ€rz erhalten. Wie Wahlleiterin Ella Pamfilowa am Montag in Moskau mitteilte, haben die ĂŒbrigen Bewerber bis zum 31. Januar Zeit, die nötigen Unterschriften von Wahlberechtigten und Unterlagen zur Registrierung als Kandidat einzureichen.
Zugelassen sind bisher ausschlieĂlich Kandidaten, die als chancenlos gelten oder Putin sogar unterstĂŒtzen. Sie mussten als Vertreter der Parlamentsparteien keine UnterstĂŒtzungsunterschriften vorlegen. GewĂ€hlt wird vom 15. bis 17. MĂ€rz.
Der 71 Jahre alte Putin, der seit fast einem Vierteljahrhundert an der Macht ist, wollte sich nicht von der Kremlpartei Geeintes Russland aufstellen lassen, sondern als Einzelbewerber antreten. Er hatte dafĂŒr die nötigen UnterstĂŒtzungsunterschriften sammeln lassen, die nach einer stichprobenartigen PrĂŒfung nun fĂŒr gĂŒltig befunden wurden. Russlands Medien berichteten ĂŒber Putins Zulassung wie ĂŒber eine Weltsensation, obwohl es keinen Zweifel daran gegeben hatte.
Nadeschdin fordert Putin heraus
Als fraglich gilt indes, ob der auch von Russlands kremlkritischer Opposition unterstĂŒtzte Bewerber Boris Nadeschdin zur Abstimmung zugelassen wird. Der 60-JĂ€hrige fordert eine Beendigung des Krieges gegen die Ukraine. Nadeschdin hat bisher mehr als 200.000 Unterschriften von UnterstĂŒtzern, die teils in langen Warteschlangen angestanden hatten, eingesammelt - etwa das Doppelte dessen, was nötig ist.
Allerdings erklĂ€rt die Wahlkommission immer wieder viele Unterschriften wegen formaler Beanstandungen fĂŒr ungĂŒltig. Bei der Stichprobe von 60.000 Unterschriften fĂŒr Putins Kandidatur lag der Anteil der nicht gĂŒltigen UnterstĂŒtzernamen bei 0,15 Prozent. Seit Tagen wird darĂŒber spekuliert, ob der liberale Politiker Nadeschdin zugelassen wird. Viele Beobachter schlieĂen das aus.
Ein Wahlsieg Putins gilt als sicher. Es wĂ€re seine fĂŒnfte Amtszeit, die er sich durch eine VerfassungsĂ€nderung hatte ermöglichen lassen. 2030 könnte der frĂŒhere Geheimdienstchef, der seit fast zwei Jahren Krieg gegen die Ukraine fĂŒhrt, noch einmal antreten bei der Wahl - als PrĂ€sident fĂŒr weitere sechs Jahre. In Russland wurde bisher stets der Kandidat des Kremls zum Sieger der Wahl erklĂ€rt.
Keine OSZE-Beobachtermission bei PrÀsidentenwahl in Russland
Die Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat sich enttĂ€uscht darĂŒber geĂ€uĂert, dass Russland zur bevorstehenden PrĂ€sidentenwahl ihre Beobachter nicht eingeladen hat. «Dies steht im Widerspruch zu den von Russland eingegangenen OSZE-Verpflichtungen und verwehrt gleichzeitig den WĂ€hlern und Institutionen des Landes eine unparteiische und unabhĂ€ngige Bewertung der Wahl», sagte der Chef des OSZE-BĂŒros fĂŒr demokratische Einrichtungen und Menschenrechte (ODIHR), Matteo Mecacci, laut einem Statement.
Die OSZE hatte zum ersten Mal 1993 eine Beobachtermission zur PrĂ€sidentenwahl nach Russland geschickt. Bereits die Parlamentswahl 2021 fand jedoch ohne OSZE-Beobachter statt. Die Organisation entschied sich zu diesem Schritt, nachdem russische Behörden zuvor starke EinschrĂ€nkungen fĂŒr die Wahlbeobachtung verfĂŒgt hatten.
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