HumanitĂ€re Hilfe, BĂŒrgerkrieg

Veto im Sicherheitsrat: HumanitĂ€re Hilfe fĂŒr Syrien gestoppt

11.07.2023 - 19:50:14

In Syrien sind Millionen Menschen von humanitÀrer Hilfe abhÀngig. Der UN-Sicherheitsrat hat die Hilfe vorerst gestoppt - Russland hat ein Veto gegen eine Resolution eingelegt.

Millionen Menschen im Nordwesten Syriens sind nach einem Veto im UN-Sicherheitsrat vorerst von humanitÀrer Hilfe abgeschnitten.

Nach monatelangen Verhandlungen im mĂ€chtigsten US-Gremium legte Russland ein Veto gegen die VerlĂ€ngerung einer Resolution zur weiteren Öffnung des wichtigen GrenzĂŒbergangs Bab al-Hawa fĂŒr neun Monate ein.

Unterdessen scheiterte auch ein Gegenentwurf Moskaus, der eine VerlĂ€ngerung um sechs Monate vorgesehen hĂ€tte. Der Sicherheitsrat muss nun einen neuen Kompromiss aushandeln. UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres gab sich «enttĂ€uscht». Ein Sprecher sagte, die Vereinten Nationen hĂ€tten noch Hilfslieferungen in Syrien gelagert. Bab al-Hawa mĂŒsse aber trotzdem so schnell wie möglich wieder geöffnet werden. 85 Prozent aller GĂŒter fĂŒr den Nordwesten wĂŒrden ĂŒber diesen Übergang geliefert.

UnterstĂŒzung fĂŒr 4,1 Millionen Menschen notwendig

Der UN-Nothilfeorganisation Ocha zufolge wurde Bab al-Hawa wegen des ausgelaufenen Mandats in der Nacht geschlossen. Über den Grenzposten zwischen der TĂŒrkei und den von Rebellen gehaltenen syrischen Gebieten lĂ€uft ein Großteil der humanitĂ€ren Hilfe fĂŒr den Nordwesten Syriens. Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigen in dieser Region des BĂŒrgerkriegslandes 4,1 Millionen Menschen UnterstĂŒtzung. Russland ist einer der engsten VerbĂŒndeten von Syriens Regierung. PrĂ€sident Baschar al-Assad will mit der Schließung der GrenzĂŒbergĂ€nge Einfluss auf von Rebellen gehaltene Teile des Landes zurĂŒckgewinnen. Nach dem schweren Erdbeben in Syrien und der TĂŒrkei vor einigen Monaten hatte Assad zwei weitere GrenzĂŒbergĂ€nge zur TĂŒrkei ĂŒbergangsweise freigegeben: Bab al-Salam und Al-Ra'ee sind weiter offen. Bab al-Hawa ist fĂŒr den Nordwesten des Landes aber deutlich wichtiger.

@ dpa.de