Hamas reagiert «positiv» auf Waffenruhe-Vorschlag
07.02.2024 - 05:04:17 | dpa.deNach dem jĂŒngsten Vorschlag internationaler Vermittler fĂŒr eine befristete Waffenruhe im Gazastreifen hat die islamistische Hamas nach Angaben der Regierung Katars positive Signale gesendet. «Wir haben von der Hamas eine positive Antwort erhalten, sie beinhaltet mehrere Vorbehalte, aber ist im allgemeinen positiv», sagte der katarische MinisterprĂ€sident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-AuĂenminister Antony Blinken in Doha.
Die Hamas selbst teilte mit, sie und ihre VerbĂŒndeten seien mit dem Vermittlungsvorschlag «in positivem Geiste» umgegangen. Die Vereinbarung mĂŒsse aber zu einem vollstĂ€ndigen und umfassenden Waffenstillstand, einer Beendigung der Blockade des Gazastreifens, dem Wiederaufbau des vom Krieg zerstörten KĂŒstengebiets und der vollstĂ€ndigen Freilassung palĂ€stinensischer Gefangener fĂŒhren.
US-PrĂ€sident Joe Biden kommentierte die Entwicklung in Washington mit den Worten: «Es gibt etwas Bewegung.» Es habe eine Reaktion von der Hamas gegeben, sie scheine aber «ein wenig ĂŒbertrieben zu sein». Katar, Ăgypten und die USA bemĂŒhen sich seit mehreren Wochen intensiv darum, eine Waffenruhe herbeizufĂŒhren und die Freilassung der israelischen Geiseln in der Gewalt der Hamas zu erreichen.
Blinken ermahnt Israel
US-AuĂenminister Antony Blinken hat die israelische FĂŒhrung bei einem Besuch in Israel in verschĂ€rfter Tonlage ermahnt, im Krieg gegen islamistische Hamas mehr fĂŒr den Schutz von Zivilisten zu tun. Die Entmenschlichung, die Israel bei dem Massaker durch die Hamas im Oktober erlebt habe, könne «kein Freibrief» sein, um selbst andere zu entmenschlichen, sagte Blinken nach GesprĂ€chen in Tel Aviv.Â
US-MilitÀr: Kommandeur proiranischer Miliz getötet
Das US-MilitĂ€r hat rund anderthalb Wochen nach dem tödlichen Angriff auf US-Soldaten in Jordanien eigenen Angaben zufolge erneut mit einem Gegenschlag im Irak reagiert. Dabei sei ein Kommandeur der proiranischen Miliz Kataib Hisbollah (Hisbollah-Brigaden) getötet worden, teilte das zustĂ€ndige Regionalkommando des US-MilitĂ€rs auf der Plattform X mit. Dieser sei fĂŒr «die direkte Planung und Beteiligung an Angriffen auf US-StreitkrĂ€fte in der Region verantwortlich».
Frauen, Alte und Verletzte sollen zuerst freigelassen werden
Bei dem Vorschlag der Vermittler handelt es sich nach Medienberichten um ein mehrstufiges Rahmenabkommen, das eine lĂ€ngere Feuerpause vorsieht, aber mehrere wichtige Einzelheiten offen lĂ€sst. In der ersten Phase soll die Hamas drei Dutzend weibliche, Ă€ltere mĂ€nnliche und verletzte Geiseln freilassen. WĂ€hrend der Waffenruhe sollen dann Israel und die Hamas ĂŒber die Vermittler weiter verhandeln, um die Freilassung aller Geiseln in der Gewalt der Hamas zu erreichen.
Im Laufe der bisher einzigen Vereinbarung dieser Art hatte Israel im November 240 palĂ€stinensische Gefangene, allesamt Frauen und Jugendliche, im Gegenzug fĂŒr 105 Geiseln der Hamas, unter ihnen 14 deutsche StaatsbĂŒrger, freigelassen. Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker, das Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer PalĂ€stinenserorganisationen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zum Gazastreifen verĂŒbt hatten.
UN-Chef Guterres warnt Israel vor MilitĂ€roffensive im SĂŒden Gazas
UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres hat Israel vor einer MilitĂ€roffensive im sĂŒdlichen Gazastreifen gewarnt. «Ich bin besonders beunruhigt ĂŒber Berichte, dass das israelische MilitĂ€r beabsichtigt, sich als NĂ€chstes auf Rafah zu konzentrieren â wo Hunderttausende PalĂ€stinenser auf der verzweifelten Suche nach Sicherheit unter Druck geraten», sagte Guterres vor der UN-Vollversammlung in New York. Eine solche Aktion wĂŒrde das, «was bereits ein humanitĂ€rer Albtraum mit ungeahnten regionalen Folgen ist, exponentiell verstĂ€rken.» Es sei Zeit fĂŒr einen sofortigen humanitĂ€ren Waffenstillstand und die bedingungslose Freilassung aller Geiseln.Â
Israels MilitĂ€rchef kĂŒndigt Untersuchung zu Ăberfall an
Der israelische Generalstabschef Herzi Halevi hat eine grĂŒndliche Untersuchung der Reaktion der StreitkrĂ€fte auf den beispiellosen Ăberfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober angekĂŒndigt. «Unsere Absicht ist sehr klar», sagte er. «Zu untersuchen, und zu lernen, und den Dingen auf den Grund zu gehen, und keinen Stein auf dem anderen zu lassen.»
Am 7. Oktober hatten Terroristen aus dem Gazastreifen das sĂŒdliche Grenzgebiet Israels förmlich ĂŒberrannt, 1200 Menschen getötet und rund 250 weitere als Geiseln verschleppt. Unter den Opfern waren mehrheitlich Zivilisten, aber auch Soldaten, deren AuĂenposten an der Gaza-Grenze von den Angreifern gestĂŒrmt wurden.
Israel: Hinweise auf iranische Zahlungen an Hamas entdeckt
Im weitverzweigten Tunnelsystem unter dem Gazastreifen hat das israelische MilitĂ€r nach eigenen Angaben Belege fĂŒr GeldflĂŒsse zwischen dem Iran und der Hamas gefunden. Soldaten hĂ€tten Dokumente entdeckt, die Ăberweisungen in Höhe von ĂŒber 150 Millionen US-Dollar (140 Mio Euro) aus dem Iran an die Islamistenorganisation und deren AnfĂŒhrer im Gazastreifen, Jihia al-Sinwar, aus den Jahren 2014 bis 2020 belegten, sagte MilitĂ€rsprecher Hagari. Dazu veröffentlichten die StreitkrĂ€fte mehrere Dokumente sowie Fotos von UmschlĂ€gen und Bargeld. Die Angaben lieĂen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.
Saudi-Arabien: Beziehungen mit Israel erst bei PalÀstinenserstaat
Saudi-Arabien will Beziehungen mit Israel auch weiterhin erst dann aufnehmen, wenn es einen unabhĂ€ngigen und anerkannten PalĂ€stinenserstaat gibt. Dieser mĂŒsse entlang der Grenzen von 1967 entstehen mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt, teilte das saudische AuĂenministerium am Dienstagabend mit. Saudi-Arabien habe seinen «festen Standpunkt» darĂŒber auch der US-Regierung mitgeteilt, die sich um Vermittlung ĂŒber eine mögliche Normalisierung beider LĂ€nder bemĂŒhen. Ohne einen solchen PalĂ€stinenserstaat «wird es keine diplomatischen Beziehungen mit Israel geben», hieĂ es aus Riad.
Netanjahu trifft Milei - «GroĂer Freund»
Der argentinische PrĂ€sident Javier Milei ist in Jerusalem mit dem israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu zusammengetroffen. Netanjahu «dankte dem PrĂ€sidenten fĂŒr seine Entscheidung, die Hamas zur Terrororganisation zu erklĂ€ren und seine uneingeschrĂ€nkte UnterstĂŒtzung fĂŒr Israels Recht auf Selbstverteidigung», wie sein BĂŒro mitteilte.
Israels Regierungschef habe Milei weiter als «groĂen Freund des jĂŒdischen Staates» gewĂŒrdigt, hieĂ es. Er lobte auch dessen Plan, die argentinische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.
Die Verlegung von Botschaften nach Jerusalem ist umstritten. Der Status von Jerusalem soll nach Auffassung des ĂŒberwiegenden Teils der internationalen Gemeinschaft in zukĂŒnftigen FriedensgesprĂ€chen zwischen Israel und den PalĂ€stinensern festgelegt werden. Israel beansprucht ganz Jerusalem als Hauptstadt. Die PalĂ€stinenser wiederum wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt fĂŒr einen kĂŒnftigen eigenen Staat PalĂ€stina.
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