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Iran-Krieg: Außenminister Araghtschi verspottet US-Verluste und Munitionsmangel

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Irans Außenminister Abbas Araghtschi verspottet auf der Plattform X die hohen Verluste und MunitionsengpĂ€sse des US-MilitĂ€rs im Krieg gegen den Iran. Ein Bericht an den US-Kongress beziffert zerstörte Anlagen und die enormen Kosten des Einsatzes.

Irans Außenminister Araghtschi verspottet das US-MilitĂ€r. (Archivbild) - Bild: Hadi Mizban/AP/dpa
Irans Außenminister Araghtschi verspottet das US-MilitĂ€r. (Archivbild) - Bild: Hadi Mizban/AP/dpa

Irans Außenminister Abbas Araghtschi verspottet die hohen Verluste und Munitionsprobleme des US-MilitĂ€rs im Krieg gegen den Iran und stellt die Wehrlosigkeit seines Landes entschieden in Abrede.

Teheran reagiert mit Spott auf US-Angaben

Araghtschi schrieb auf der Plattform X, Hunderte US-MilitĂ€reinrichtungen in der Region seien „in StĂŒcke geschossen“ worden und Dutzende US-Flugzeuge verbrannt. Er bezog sich dabei ausdrĂŒcklich auf Angaben des US-Verteidigungsministeriums, das die SchĂ€den in einem Bericht an das Parlament in Washington aufgefĂŒhrt hatte. Die Behauptung, der Iran sei wehrlos, sei nichts als „Fiktion“, kommentierte der Außenminister.

Schwere SchĂ€den auf US-StĂŒtzpunkten

Nach dem Bericht des US-MilitĂ€rs haben iranische Angriffe Hunderte GebĂ€ude und Strukturen auf US-StĂŒtzpunkten in den verbĂŒndeten Staaten Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, dem Irak, Oman und Jordanien beschĂ€digt oder zerstört. Zudem seien im Verlauf des Krieges Dutzende Kampfjets, Drohnen und andere FluggerĂ€te der US-StreitkrĂ€fte zerstört oder beschĂ€digt worden. Araghtschi sprach mit Blick auf diese Zahlen von „nur der Spitze des Eisbergs“.

Trumps frĂŒhe Siegesrhetorik

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte bereits kurz nach Beginn des Krieges gegen den Iran erklĂ€rt, die Islamische Republik habe „absolut keine Verteidigung“ und keine FĂŒhrung mehr. Er meinte, die iranische Marine und Luftwaffe seien vernichtet. Der Konflikt, der mit Angriffen des amerikanischen und israelischen MilitĂ€rs am 28. Februar begonnen hatte, dauert inzwischen seit mehr als sechs Monaten an und widerlegt diese Darstellung durch anhaltende Kampfhandlungen.

MunitionsengpÀsse im Pentagon-Bericht

Eine Aufsichtsbehörde des US-Verteidigungsministeriums stellt in einem Bericht an den Kongress gravierende MunitionsengpĂ€sse infolge des Krieges fest. Der Munitionsverbrauch habe demnach „strategische BestandslĂŒcken“ verursacht und zugleich EngpĂ€sse in der RĂŒstungsindustrie bei der Nachschubversorgung offengelegt. Besonders betroffen ist eine große Anzahl kostspieliger Abfangflugkörper wie THAAD- und Patriot-Raketen, die in großer Zahl eingesetzt wurden.

Hoher Verbrauch von Raketenabwehr-Systemen

THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) bezeichnet ein Verteidigungssystem, das Kurz- und Mittelstreckenraketen abwehren kann. Laut dem Bericht wurde auch eine THAAD-Radarstation im Wert von 500 Millionen Dollar, umgerechnet 433 Millionen Euro, vom Iran zerstört. Wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Beamte in den USA und in der Region berichtet, verbrauchte das US-MilitĂ€r allein bei der Abwehr eines iranischen Angriffs mit rund 20 ballistischen Raketen in Jordanien in der vergangenen Woche 60 bis 70 Patriot-Abfangraketen; zudem sollen mehr als ein Dutzend THAAD-Raketen eingesetzt worden sein.

Milliardenkosten fĂŒr die USA

Das Pentagon schĂ€tzt den Bericht der Aufsichtsbehörde zufolge die gesamten Kosten des Kriegseinsatzes bis Ende Juni auf 33,4 Milliarden US-Dollar. Verbrauchte Munition ist dabei mit ĂŒber 22 Milliarden Dollar der bei weitem grĂ¶ĂŸte Posten. Die finanzielle Belastung und die hohen Materialverluste unterstreichen die IntensitĂ€t des Konflikts und geben dem Spott aus Teheran eine zusĂ€tzliche politische Dimension.

Einordnung des anhaltenden Konflikts

Die Äußerungen von Außenminister Abbas Araghtschi fallen in eine Phase, in der der Krieg zwischen den USA und dem Iran seit Monaten die Sicherheitslage im gesamten Nahen und Mittleren Osten prĂ€gt. Die Angriffe auf US-StĂŒtzpunkte in mehreren Partnerstaaten zeigen, dass der Konflikt weit ĂŒber ein bilaterales VerhĂ€ltnis hinausgeht und direkt die StabilitĂ€t von LĂ€ndern wie Kuwait, Bahrain, Katar, Saudi-Arabien und Jordanien berĂŒhrt. FĂŒr die dort stationierten US-Truppen und die Regierungen der Gastgeberstaaten steht die GlaubwĂŒrdigkeit der amerikanischen Schutzgarantien auf dem Spiel.

MilitÀrische Belastung und industriepolitische Folgen

Die im Bericht an den US-Kongress genannten Zahlen zu zerstörten FluggerĂ€ten, beschĂ€digten Einrichtungen und verbrauchter Munition markieren eine außergewöhnliche Belastung fĂŒr die US-StreitkrĂ€fte. Patriot- und THAAD-Systeme gelten als zentrale Bausteine der US-Raketenabwehr, ihr massiver Einsatz bindet erhebliche finanzielle und industrielle Ressourcen. Wenn Aufsichtsbehörden von „strategischen BestandslĂŒcken“ und EngpĂ€ssen in der RĂŒstungsindustrie sprechen, deutet dies auf lĂ€ngerfristige Herausforderungen hin: BestĂ€nde mĂŒssen aufgefĂŒllt, Lieferketten stabilisiert und ProduktionskapazitĂ€ten angepasst werden, wĂ€hrend der Krieg weiterlĂ€uft.

Politische Signalwirkung und Risiko der Eskalation

Auf politischer Ebene sind Trumps frĂŒhe Behauptungen, der Iran sei wehrlos und habe keine FĂŒhrung mehr, durch die RealitĂ€t eines ausdauernden, verlustreichen Konflikts klar widerlegt. Die demonstrative Schadenfreude des iranischen Außenministers ist auch als propagandistische Antwort auf diese Aussagen zu verstehen: Teheran stellt die eigenen FĂ€higkeiten heraus und inszeniert die Verluste der USA als Beleg fĂŒr Widerstandskraft. FĂŒr Leserinnen und Leser wird daran sichtbar, wie eng militĂ€rische Lage, öffentliche Kommunikation und innenpolitische Legitimierung miteinander verknĂŒpft sind – und wie groß die Gefahr bleibt, dass ein solcher Konflikt weitere Staaten und Handelsrouten in der Region in Mitleidenschaft zieht.

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