Iran-USA-Konflikt: Ghalibaf stellt neue Verhandlungen in Aussicht
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 11:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIrans ParlamentsprÀsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat im festgefahrenen Konflikt mit den USA erneut Verhandlungen in Aussicht gestellt, zugleich aber schnelle ZugestÀndnisse ausgeschlossen.
Ghalibaf deutet GesprÀchsbereitschaft an
âDiplomatie bedeutet keine Kapitulation, sondern die Umwandlung der StĂ€rke auf dem Feld in politische Errungenschaftenâ, sagte Ghalibaf laut iranischen Medienberichten in Teheran. Der konservative Pragmatiker deutete damit vorsichtige diplomatische BemĂŒhungen an.
Seit Wochen gibt es keine Anzeichen fĂŒr ein Ende des Iran-Kriegs. Hardliner in der iranischen StaatsfĂŒhrung hatten sich zuletzt selbstbewusst gezeigt und auch eine militĂ€rische Eskalation in Kauf genommen.
Keine schnellen ZugestÀndnisse
Eine Bereitschaft zu raschen ZugestĂ€ndnissen signalisierte Ghalibaf nicht. An US-PrĂ€sident Donald Trump gerichtet sagte der iranische Chef-UnterhĂ€ndler: âEr muss wissen, dass er dem iranischen Volk und den StreitkrĂ€ften seine Macht nicht aufzwingen kann.â
Peseschkian bei der UN-Generalversammlung
Irans PrĂ€sident Massud Peseschkian ist unterdessen fĂŒr die UN-Generalversammlung in New York eingetroffen. Er soll am Mittwoch eine Rede halten.
Beobachter hatten auch ĂŒber mögliche Treffen der iranischen Delegation mit Vermittlern oder Vertretern der US-Regierung spekuliert.
Konflikt konzentriert sich auf StraĂe von Hormus
Die USA und Israel hatten vor mehr als sechs Monaten ihren Krieg gegen den Iran begonnen. Der Konflikt konzentriert sich inzwischen vor allem auf die StraĂe von Hormus.
WĂ€hrend die USA Iran mit Sanktionen und einer Seeblockade in die Knie zwingen wollen, setzt die FĂŒhrung in Teheran auf wirtschaftlichen Druck durch steigende Energiepreise im Westen.
Diplomatie unter wirtschaftlichem Druck
Der neue Vorstoà aus Teheran fÀllt in eine Phase, in der der Konflikt militÀrisch und wirtschaftlich festgefahren ist. Iran verbindet mögliche GesprÀche mit der Forderung, politische und militÀrische Vorteile zu sichern. Ghalibafs Aussage signalisiert deshalb GesprÀchsbereitschaft, ohne auf die bisherige harte Verhandlungslinie zu verzichten.
Eine zentrale Rolle spielt die StraĂe von Hormus. Die Meerenge ist fĂŒr den weltweiten Ăl- und FlĂŒssiggastransport von groĂer Bedeutung; ihr eingeschrĂ€nkter Schiffsverkehr hat bereits Folgen fĂŒr Energiepreise und Lieferketten. FĂŒr Iran ist die Route zugleich ein Druckmittel gegen die USA und deren VerbĂŒndete, wĂ€hrend die Seeblockade iranische Exporte und damit die Einnahmen des Landes belastet.
UN-Generalversammlung als diplomatisches Fenster
Der Aufenthalt von PrĂ€sident Massud Peseschkian in New York schafft einen politischen Rahmen fĂŒr Kontakte ĂŒber Vermittler. Auch ohne offizielles Gipfeltreffen können GesprĂ€che am Rand der UN-Generalversammlung dazu dienen, Bedingungen auszuloten und KommunikationskanĂ€le offenzuhalten. Ein Durchbruch ist damit nicht verbunden: Die Positionen bei Sanktionen, Blockade und Sicherheitsgarantien liegen weiterhin weit auseinander.
FĂŒr Deutschland und andere importabhĂ€ngige Staaten ist entscheidend, ob die Schifffahrt im Persischen Golf wieder verlĂ€sslicher wird. Eine anhaltende Behinderung der Route könnte Energiepreise, Transportkosten und die wirtschaftliche Planungssicherheit auch in Europa weiter belasten.
