Iran, Demonstration

Iran richtet drei MĂ€nner nach Protesten hin

19.03.2026 - 07:15:47 | dpa.de

Irans SicherheitskrÀfte waren gewaltsam gegen die Unruhen im Land vorgegangen. Nun lÀsst die Justiz drei Teilnehmer der AufstÀnde hinrichten. Das weckt dunkle Erinnerungen.

Die jĂŒngsten Massenproteste wurden vom iranischen Staatsapparat blutig niedergeschlagen. (Archivbild) - Foto: Uncredited/UGC/AP/dpa
Die jĂŒngsten Massenproteste wurden vom iranischen Staatsapparat blutig niedergeschlagen. (Archivbild) - Foto: Uncredited/UGC/AP/dpa

Der Iran hat erstmals mehrere Todesurteile im Zusammenhang mit den jĂŒngsten Massenprotesten vollstreckt. Wie der staatliche Rundfunk berichtete, wurden drei MĂ€nner hingerichtet. Ihnen wurde vorgeworfen, in der Hauptstadt Teheran fĂŒr den Tod von zwei SicherheitskrĂ€ften verantwortlich zu sein. Ihr Urteil sei wegen «Mord und operativer Handlungen» seitens der USA und Israel gefallen, hieß es in dem Bericht. In der Regel werden Todesurteile im Iran durch ErhĂ€ngen vollstreckt. 

Die Proteste waren Ende Dezember zunÀchst durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen AufstÀnden gegen das autoritÀre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat ging brutal gegen die Proteste vor. Tausende Demonstranten wurden getötet.

Menschenrechtsaktivisten sprachen von einem unfairen Verfahren mit GestĂ€ndnissen, die unter Folter erlangt worden seien. «Wir sind zutiefst besorgt ĂŒber das Risiko von Massenhinrichtungen von Protestierenden und politischen Gefangenen im Schatten des Krieges», schrieb Mahmood Amiry-Moghaddam, Direktor der Organisation Iran Human Rights (IHRNGO), auf X.

Mitte Januar verkĂŒndete die iranische Justiz, erste Anklagen in die Wege geleitet zu haben. Besonders schwere FĂ€lle von «Randalierern» wĂŒrden vorrangig und gesondert behandelt. Dazu zĂ€hle auch der Vorwurf der «KriegsfĂŒhrung gegen Gott» – ein Tatbestand, der nach islamischem Recht im Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann. 

Justiz fordert «maximale HÀrte»

Tags zuvor hatten Irans Justizchef Vergeltung fĂŒr bei den Protesten getötete SicherheitskrĂ€fte und Polizisten gefordert. Wer PolizeikrĂ€fte angegriffen oder Einrichtungen der SicherheitskrĂ€fte und stĂ€dtische Infrastruktur attackiert habe, mĂŒsse vorrangig vor Gericht gestellt werden, sagte Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi. 

Im Herbst 2022 waren unter dem Motto «Frau, Leben, Freiheit» landesweit Menschen auf die Straße. In Zusammenhang mit den Unruhen ließ der Staat mindestens zwölf Personen hinrichten. 

Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch als Mittel der EinschĂŒchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mehr als 2.000 Menschen hingerichtet – so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

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