Rolle der Frau: Irland stimmt gegen Modernisierung
10.03.2024 - 00:33:05 | dpa.deIrlands Regierung ist mit zwei Referenden gescheitert, mit denen Formulierungen in der Verfassung zur Rolle der Frau im Haushalt und zur Familie modernisiert werden sollten. Mehr als zwei Drittel der teilnehmenden Wahlberechtigten stimmten gegen die ĂnderungsvorschlĂ€ge, wie die AuszĂ€hlung am Abend ergab. Regierungschef Leo Varadkar hatte bereits am Nachmittag eine Niederlage eingerĂ€umt: «Es war unsere Verantwortung, eine Mehrheit der Menschen zu ĂŒberzeugen, mit Ja zu stimmen, und wir sind eindeutig dabei gescheitert.»Â
In der Republik Irland konnten â ausgerechnet am Internationalen Frauentag am Freitag â die Menschen in einer Doppelabstimmung ĂŒber zwei VerfassungsĂ€nderungen entscheiden. Auf einem Ă€hnlichen Weg hatte das katholisch geprĂ€gte Land in der Vergangenheit die völlige Gleichstellung der Ehe homosexueller Paare eingefĂŒhrt.
Wahlbeteiligung lag bei 44,4 Prozent
Nun konnte zum einen ĂŒber einen Familienbegriff entschieden werden, der auch unverheiratete Paare explizit erfasst hĂ€tte. 67,7 Prozent (1,02 Millionen) stimmten dagegen, die Wahlbeteiligung lag bei rund 44,4 Prozent. Ein Artikel, der die Familie «als die natĂŒrliche, primĂ€re und grundlegende Einheit der Gesellschaft» anerkennt, hĂ€tte ergĂ€nzt werden sollen um den Zusatz «Familie â unabhĂ€ngig davon, ob sie auf einer Ehe oder einer anderen dauerhaften Beziehung beruht».
Zum anderen sollte eine Formulierung geÀndert werden, in der zum Beispiel von «hÀuslichen Pflichten» der Frau die Rede ist. Die Passage hÀtte durch eine geschlechtsneutrale Formulierung ersetzt werden sollen, in der auch die Bedeutung von Sorgearbeit verankert werden sollte. 73,9 Prozent stimmten dagegen (1,1 Millionen Stimmen).
Die Stelle besagt nun weiterhin, dass der Staat anerkennt, dass «die Frau durch ihr Leben zu Hause dem Staat eine StĂŒtze ist, ohne die das Gemeinwohl nicht verwirklicht werden kann». Der Staat solle darauf hinwirken, dass MĂŒtter nicht aus wirtschaftlicher Notwendigkeit gezwungen wĂŒrden, «unter VernachlĂ€ssigung ihrer hĂ€uslichen Pflichten» einer ErwerbstĂ€tigkeit nachzugehen.
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