Israel bereitet VerschÀrfung der Gaza-Angriffe vor
04.05.2025 - 04:34:38Das israelische Sicherheitskabinett will heute ĂŒber eine Ausweitung der Angriffe im Gazastreifen beraten. Nach Berichten israelischer Medien hat MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu entsprechenden PlĂ€nen bereits grundsĂ€tzlich zugestimmt. Das israelische MilitĂ€r schickt Medienberichten zufolge bereits Einberufungsbescheide an Zehntausende Reservisten.Â
Das israelische Nachrichtenportal «ynet» berichtete, eine gröĂere Offensive könnte bereits in den kommenden Tagen beginnen. Ziel ist es demnach, den Druck auf die islamistische Hamas zu erhöhen, um die Freilassung weiterer Geiseln zu erzwingen.Â
Netanjahus BĂŒro teilte mit, angesichts der Entwicklungen in Gaza und Syrien sowie wegen «des intensiven diplomatischen und sicherheitspolitischen Zeitplans» habe der Regierungschef einen diese Woche geplanten Besuch in Aserbaidschan auf einen spĂ€teren Zeitpunkt verschoben.Â
Reservisten sollen regulÀre Truppen ablösen
Die Zeitung «Jerusalem Post» berichtete, die geplante Mobilisierung von Reservisten sei massiv, aber immer noch deutlich kleiner als direkt nach dem Terrorangriff der Hamas und anderer Extremistengruppen in Israel am 7. Oktober 2023.Â
Laut «ynet» sollen einige der Reservisten regulĂ€re Truppen ablösen, die gegenwĂ€rtig an der Nordgrenze oder im Westjordanland im Einsatz sind, damit diese wiederum in den Gazastreifen geschickt werden können. FĂŒr einige Reservisten sei es bereits die siebte Einberufung seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als eineinhalb Jahren.Â
Die indirekten Verhandlungen unter Vermittlung der USA, Ăgyptens und Katars ĂŒber eine neue Waffenruhe waren bislang ergebnislos geblieben. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte «ynet»: «Solange die Hamas unsere Geiseln nicht freilĂ€sst, werden wir unsere militĂ€rische Operation deutlich intensivieren.» Eine letzte Chance bleibe nur, wenn die Hamas in letzter Minute einem Abkommen zustimme.
PalĂ€stinenser: Elf Tote bei Angriff im SĂŒden des Gazastreifens
Bei einem Luftangriff auf ein GebĂ€ude im SĂŒden des Gazastreifens wurden nach Angaben der palĂ€stinensischen Behörden mindestens elf Menschen getötet, darunter auch Frauen und Kinder. Die israelische Armee erklĂ€rte, Ziel sei ein Hamas-Mitglied gewesen.
HumanitÀre Lage verschlechtert sich weiter
Eine Ausweitung der Angriffe dĂŒrfte die ohnehin prekĂ€re humanitĂ€re Lage im Gazastreifen weiter verschĂ€rfen. Hilfsorganisationen sprechen von katastrophalen ZustĂ€nden. Seit gut zwei Monaten lĂ€sst Israel keine Hilfslieferungen mehr in das abgeriegelte Gebiet, in dem rund zwei Millionen PalĂ€stinenser leben. Die Armee wirft der Hamas vor, die HilfsgĂŒter gewinnbringend weiterzuverkaufen, um ihre KĂ€mpfer und Waffen zu finanzieren.
Das Nachrichtenportal «Axios» berichtete zuletzt, die USA und Israel planten, mit Hilfe einer privaten US-Firma HilfsgĂŒter an der Hamas vorbei in den Gazastreifen zu bringen. Ein entsprechendes Abkommen stehe kurz vor dem Abschluss.
Zahl der noch lebenden Geiseln in Gaza unklar
Nach israelischen Angaben werden derzeit noch 24 Geiseln sowie die Leichen von 35 Verschleppten im Gazastreifen festgehalten. Ehemalige Geiseln berichteten von extrem grausamen Bedingungen. US-PrĂ€sident Donald Trump erklĂ€rte kĂŒrzlich, die Zahl der noch lebenden Geiseln sei vermutlich geringer als bisher angenommen.
Angehörige von Geiseln demonstrierten am Samstagabend in Tel Aviv erneut fĂŒr eine Waffenruhe. Einav Zangauker, Mutter einer mĂ€nnlichen Geisel, sagte nach Angaben von «ynet», weiterer militĂ€rischer Druck gefĂ€hrde das Leben der Geiseln. Netanjahu schicke «die Soldaten in einen ĂŒberflĂŒssigen Krieg», sagte sie demnach.Â
Der Krieg wurde durch den Terrorangriff der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober 2023 im israelischen Grenzgebiet ausgelöst. Dabei wurden etwa 1.200 Menschen getötet und ĂŒber 250 Israelis verschleppt. Seitdem sind laut dem von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium im Gazastreifen rund 52.500 Menschen getötet worden. Allein seit Wiederaufnahme der Angriffe am 18. MĂ€rz sollen etwa 2.400 Personen ums Leben gekommen sein.Â
Huthi-Miliz setzt Raketenangriffe auf Israel fort
Auch die jemenitische Huthi-Miliz setzt ihre Angriffe auf Israel fort. Am Samstagmorgen heulten erneut Warnsirenen, unter anderem in Jerusalem und am Toten Meer. Ein aus dem Jemen abgefeuertes Geschoss wurde von der israelischen Raketenabwehr abgefangen.
Die Huthi feuern seit Wiederaufnahme der israelischen Offensive im MĂ€rz nach Scheitern einer zweimonatigen Waffenruhe wieder regelmĂ€Ăig Geschosse in Richtung Israel â als Zeichen der SolidaritĂ€t mit der Hamas. In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa demonstrierten am Freitag Tausende mit Waffen und Plakaten mit dem Huthi-Motto: «Gott ist groĂ, Tod Amerika, Tod Israel, Fluch ĂŒber die Juden, Sieg dem Islam.»







