Israel-Wahl, Benjamin Netanjahu

Israel-Wahl: Netanjahu und Eisenkot ringen um 61 Sitze

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 06:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Rund 7,3 Millionen Menschen entscheiden über die Zusammensetzung der 26. Knesset. Nach der Schließung der Wahllokale werden erste Prognosen erwartet, das endgültige Ergebnis soll später vorliegen.

Regierungsbildung folgt nach amtlichem Ergebnis

  • Rund 12.000 Wahllokale öffnen landesweit, die meisten schließen um 21.00 Uhr MEZ.
  • Insgesamt treten 36 Listen an; die Sperrklausel für den Einzug liegt bei 3,25 Prozent.
  • Vorläufige Endergebnisse werden am Donnerstag erwartet, offizielle Ergebnisse acht Tage nach der Wahl.
  • US-Präsident Trump hofft auf eine weitere Amtszeit für Israels Regierungschef Netanjahu. - Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
  • Ex-Militärchef Gadi Eisenkot will Netanjahu als Ministerpräsident ablösen. - Bild: Erik Marmor/dpa
US-Präsident Trump hofft auf eine weitere Amtszeit für Israels Regierungschef Netanjahu. - Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa Ex-Militärchef Gadi Eisenkot will Netanjahu als Ministerpräsident ablösen. - Bild: Erik Marmor/dpa

Israel stimmt über die 26. Knesset ab

In Israel hat die Wahl eines neuen Parlaments begonnen. Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte bestimmen die 120 Abgeordneten der 26. Knesset.

Netanjahu und Eisenkot im engen Rennen

Die Abstimmung gilt als Schicksalswahl für die politische und gesellschaftliche Ausrichtung des Landes. Für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht ebenso viel auf dem Spiel wie für seinen wichtigsten Rivalen Gadi Eisenkot, der ihn als Regierungschef ablösen will.

Es ist die erste Parlamentswahl seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Gaza-Krieg. Zehntausende im Ausland lebende Israelis sind zur Stimmabgabe in ihre Heimat zurückgeflogen.

Mehrheit erst ab 61 Sitzen

Im Rennen stehen das Lager des rechtskonservativen Netanjahu und seine politischen Gegner. Eine Pattsituation wie bei früheren Wahlen ist nicht ausgeschlossen, weil für eine Mehrheit in der 120 Sitze zählenden Knesset mindestens 61 Mandate nötig sind.

Landesweit stehen rund 12.000 Wahllokale offen, die meisten bis 21.00 Uhr MEZ. Nach der Schließung sollen erste Prognosen auf Grundlage von Nachwahlbefragungen veröffentlicht werden.

36 Listen treten an

Insgesamt bewerben sich 36 Listen um Sitze. Nach jüngsten Umfragen dürfte etwa ein Drittel von ihnen die Sperrklausel von 3,25 Prozent überwinden und ins Parlament einziehen.

Koalitionsverhandlungen nach der Auszählung

Mit vorläufigen Endergebnissen wird am Donnerstag gerechnet. Die offiziellen Ergebnisse sollen acht Tage nach der Wahl veröffentlicht werden.

Anschließend beauftragt Präsident Izchak Herzog den Kandidaten mit der Regierungsbildung, dem die besten Chancen eingeräumt werden. Dieser hat zunächst vier Wochen Zeit, eine Koalition zu schmieden.

Regierung bislang weit rechts

Die vorherige Parlamentswahl fand im November 2022 statt. Netanjahu bildete anschließend mit religiösen und rechtsextremen Kräften die bislang am weitesten rechts stehende Regierung in der Geschichte Israels.

Die Wahl findet in einer politisch und gesellschaftlich stark belasteten Phase statt. Sie ist die erste Parlamentswahl seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Gaza-Krieg. Sicherheitsfragen, der Umgang mit den Folgen des Krieges und die politische Verantwortung für die damaligen Versäumnisse prägen den Wahlkampf.

Entscheidend ist nicht nur, welches Lager die meisten Stimmen erhält. In Israels Verhältniswahlsystem müssen Parteien die Sperrklausel überwinden und anschließend Bündnisse bilden. Kleine Parteien können deshalb über die Regierungsbildung entscheiden, wenn weder das rechtskonservative Lager noch die Gegner Netanjahus allein auf mindestens 61 Sitze kommen.

Koalitionen entscheiden über den nächsten Kurs

Für Netanjahu geht es um den Fortbestand seiner politischen Führungsrolle und um die Zukunft der religiös-rechtsextremen Kräfte in der Regierung. Eisenkot versucht dagegen, die Wahl auf einen politischen Wechsel und eine neue Mitte-Partei zu konzentrieren. Ein Patt würde die Regierungsbildung erneut erschweren und könnte Verhandlungen über mehrere Wochen auslösen.

Für die Wählerinnen und Wähler stehen damit neben der Sicherheits- und Außenpolitik auch gesellschaftliche Konflikte und die wirtschaftlichen Folgen des Krieges auf dem Spiel. Erste Prognosen nach Schließung der Wahllokale werden Hinweise auf die Kräfteverhältnisse geben; verbindlich wird die Regierungsbildung jedoch erst nach der Auszählung und den anschließenden Koalitionsgesprächen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Knesset-Wahl 2026: Israel vor der Entscheidung“ (27.10.2026)

Der Beitrag ordne die Wahl als Richtungsentscheidung zwischen Benjamin Netanjahu und Gadi Eisenkot ein. Anders als die dpa-Meldung beleuchte er ausführlicher die Mobilisierung israelischer Staatsbürger aus dem Ausland, die Folgen des Krieges und die gesellschaftliche Polarisierung.

BR24: „Israel wählt Parlament neu“ (27.10.2026)

Der Bericht bestätige den Beginn der Abstimmung, die 120 Knesset-Sitze und Eisenkot als wichtigsten Herausforderer. Einen anderen Schwerpunkt setze er auf den Wahlkampf-Endspurt Netanjahus und die erwarteten ersten Prognosen nach 21 Uhr deutscher Zeit.

Beide Beiträge stellten die Wahl als Duell mit offenem Ausgang und als Entscheidung über den politischen Kurs Israels dar. Unterschiede gebe es vor allem bei den Schwerpunkten: Während die tagesschau die gesellschaftlichen Konfliktlinien ausführlicher behandle, konzentriere sich BR24 stärker auf Ablauf und unmittelbare Erwartungen an den Wahlabend.

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