Israel-Wahl, Benjamin Netanjahu

Israel-Wahl: Netanjahus Lager liegt mit 56 Sitzen vorn

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 07:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach der AuszĂ€hlung von rund der HĂ€lfte der Stimmen liegt das rechtsreligiöse Lager des MinisterprĂ€sidenten vorn. FĂŒr eine Regierungsbildung fehlen ihm mehrere Mandate; auch das Oppositionslager ist auf Partner angewiesen.

Koalitionssuche nach der Knesset-Wahl

  • Netanjahus Likud liegt nach dem Zwischenstand bei 27 Sitzen und bleibt stĂ€rkste Einzelpartei.
  • Die Mitte-Partei Jaschar von Gadi Eisenkot kommt demnach auf 21 Mandate.
  • Arabische Parteien verfĂŒgen zusammen ĂŒber 15 Sitze, eine UnterstĂŒtzung des Oppositionslagers ist jedoch umstritten.
Der israelische MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu hat nach der Wahl in Israel zur Bildung einer starken rechtsgerichteten Regierung ohne Beteiligung arabischer Parteien aufgerufen. - Bild: Olivier Fitoussi/dpa

Zwischenstand weist auf schwierige Koalitionsbildung hin

Nach AuszÀhlung von rund 50 Prozent der Stimmen bei der Parlamentswahl in Israel liegt der rechtsreligiöse Block von MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu vorn. Das Lager kommt nach dem gegenwÀrtigen Stand auf 56 der 120 Sitze in der Knesset und liegt damit sieben Sitze vor dem gegnerischen Lager von Ex-MilitÀrchef Gadi Eisenkot.

Eine klare Mehrheit erreicht Netanjahus Block damit nicht. Die Regierungsbildung dĂŒrfte schwierig werden.

Likud wird stÀrkste Einzelpartei

Netanjahus Likud-Partei wurde den Angaben zufolge mit 27 Parlamentssitzen stÀrkste Kraft. Dahinter folgt Eisenkots Mitte-Partei Jaschar mit 21 Sitzen.

Die arabischen Parteien kommen nach dem Zwischenstand zusammen auf 15 Sitze. Eisenkot wĂ€re fĂŒr die Bildung einer Regierung auf deren UnterstĂŒtzung angewiesen; mehrere Oppositionsparteien lehnten dies bislang ab.

Netanjahu wirbt fĂŒr rechtes BĂŒndnis

Netanjahu rief zur Bildung einer starken rechtsgerichteten Regierung ohne Beteiligung der arabischen Parteien auf. Seine Koalition, die sich zuletzt auf rechtsextreme und strengreligiöse Parteien stĂŒtzte, hatte bei der letzten Wahl Ende 2022 noch 64 Sitze erhalten.

Nach Schließung der Wahllokale hatten die drei großen Fernsehsender zunĂ€chst das Oppositionslager vorn gesehen. Im Verlauf der Nacht machte Netanjahus Lager jedoch Boden gut.

AuszÀhlung kann KrÀfteverhÀltnis verÀndern

FrĂŒhere Wahlen haben gezeigt, dass sich das Bild bis zur AuszĂ€hlung aller Stimmen noch verschieben kann. Erst danach dĂŒrfte feststehen, welche Koalitionsoptionen tatsĂ€chlich tragfĂ€hig sind.

Die Zahlen aus der laufenden AuszĂ€hlung zeigen ein Parlament ohne klare Mehrheitsoption. FĂŒr eine Regierungsbildung sind in der 120 Sitze umfassenden Knesset 61 Mandate erforderlich; Netanjahus Block liegt nach dem dpa-Zwischenstand darunter.

Entscheidend ist deshalb nicht allein die StĂ€rke der Likud-Partei, sondern die FĂ€higkeit, kleinere Partner dauerhaft zu binden. Netanjahus bisheriges BĂŒndnis stĂŒtzte sich auf rechtsnationalistische und strengreligiöse Parteien. Der RĂŒckgang von 64 Sitzen bei der Wahl Ende 2022 auf derzeit 56 Sitze wĂŒrde den Spielraum fĂŒr eine Fortsetzung dieser Konstellation verringern.

Arabische Parteien als SchlĂŒssel

FĂŒr das Oppositionslager könnte die arithmetische Mehrheit nur mit UnterstĂŒtzung arabischer Parteien erreichbar sein. Mehrere Oppositionsparteien lehnen eine solche Zusammenarbeit bislang ab, wĂ€hrend Netanjahu ausdrĂŒcklich eine rechtsgerichtete Regierung ohne arabische Beteiligung anstrebt.

Bis zur vollstĂ€ndigen AuszĂ€hlung kann sich das KrĂ€fteverhĂ€ltnis noch verĂ€ndern. Erst danach beginnen voraussichtlich die GesprĂ€che ĂŒber ein Regierungsmandat und mögliche Koalitionen. FĂŒr die politische Richtung Israels stehen damit sowohl die Zusammensetzung des nĂ€chsten Kabinetts als auch der Einfluss der bisherigen rechten und religiösen Partner auf der Agenda.

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