Israel, MilitÀreinsatz

Israel weitet MilitÀreinsatz in Gaza aus

13.04.2025 - 04:45:50

Israel will eine grĂ¶ĂŸere Pufferzone entlang seiner Grenze zum Gazastreifen schaffen. WĂ€hrend des jĂŒdischen Pessach-Festes gehen die KĂ€mpfe weiter. Erneut muss die Armee eine Rakete aus Gaza abwehren.

  • Die Sorge um die in Gaza verbliebenen Geiseln wĂ€chst von Tag zu Tag.  - Foto: Leo Correa/AP/dpa

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  • Israels Verteidigungsminister Katz lĂ€sst die MilitĂ€reinsĂ€tze in Gaza ausweiten. (Archivbild)  - Foto: Hannes P Albert/dpa

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  • Israels Armee weitet ihren Einsatz in Gaza aus.  - Foto: Omar Ashtawy/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa

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  • Hunderttausende PalĂ€stinenser in Gaza werden nach UN-Angaben in immer kleinere Gebiete gedrĂ€ngt. (Archivbild) - Foto: Omar Ashtawy/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa

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Die Sorge um die in Gaza verbliebenen Geiseln wÀchst von Tag zu Tag.  - Foto: Leo Correa/AP/dpaIsraels Verteidigungsminister Katz lÀsst die MilitÀreinsÀtze in Gaza ausweiten. (Archivbild)  - Foto: Hannes P Albert/dpaIsraels Armee weitet ihren Einsatz in Gaza aus.  - Foto: Omar Ashtawy/APA Images via ZUMA Press Wire/dpaHunderttausende PalÀstinenser in Gaza werden nach UN-Angaben in immer kleinere Gebiete gedrÀngt. (Archivbild) - Foto: Omar Ashtawy/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Israels Armee dehnt ihre BodeneinsĂ€tze im Gazastreifen aus und drĂ€ngt nach UN-Angaben Hunderttausende PalĂ€stinenser in ein immer kleineres Gebiet an der MittelmeerkĂŒste. Israel will nach eigener Darstellung eine grĂ¶ĂŸere Pufferzone entlang seiner Grenze schaffen. Ein MilitĂ€rsprecher forderte am Abend Bewohner im Raum Nuseirat im Zentrum Gazas zum sofortigen Verlassen ausgewiesener Viertel auf. Laut der Armee war von dort zuvor auf Israel geschossen worden. Eine Rakete wurde demnach abgefangen.

Derweil wurde unbestĂ€tigten arabischen Berichten zufolge ein KlinikgebĂ€ude in Gaza-Stadt im Norden des abgeriegelten Gebiets bei Luftangriffen getroffen. Israels Truppen haben in der Stadt neue EinsĂ€tze begonnen, um Infrastruktur der islamistischen Hamas zu zerstören und eine «Sicherheitszone» in dem Gebiet auszubauen, wie ein Armeesprecher erklĂ€rte. Dutzende Terroristen seien getötet worden. Stunden zuvor hatte Israels Verteidigungsminister Israel Katz eine Ausweitung des MilitĂ€reinsatzes im Gazastreifen angekĂŒndigt. 

Armee soll umfangreiche Gebiete erobern

Die Armee soll nach seinen Angaben umfangreiche Gebiete in dem abgeriegelten KĂŒstenstreifen erobern, die zu israelischen «Sicherheitszonen» werden sollen. Die seit Samstag umzingelte Stadt Rafah im SĂŒden sei nun Teil einer solchen Zone, schrieb Katz israelischen Medien zufolge in einer an die palĂ€stinensische Bevölkerung gerichteten Stellungnahme. Israels MilitĂ€r werde seinen Einsatz bald auf weitere Teile des Gazastreifens ausweiten. Die Bevölkerung werde die Kampfgebiete verlassen mĂŒssen, hieß es weiter. 

Nach einer rund zweimonatigen Waffenruhe hatte Israels Armee ihre massiven Angriffe Mitte MÀrz wieder aufgenommen, nachdem keine Einigung mit der Hamas auf eine VerlÀngerung erzielt worden war. Seither wurden nach SchÀtzung des UN-PalÀstinenserhilfswerks UNRWA fast 400.000 Menschen innerhalb des abgeriegelten Gazastreifens vertrieben. Insgesamt leben in dem dicht besiedelten Gebiet am Mittelmeer mehr als zwei Millionen Menschen. 

UN-BĂŒro warnt vor Zwangsvertreibungen

Die immer hĂ€ufigeren Evakuierungsbefehle von Israels Armee hĂ€tten dazu gefĂŒhrt, dass PalĂ€stinenser gewaltsam in immer kleiner werdende Gebiete gedrĂ€ngt werden, in denen sie kaum oder gar keinen Zugang zu Wasser, Nahrung und UnterkĂŒnften hĂ€tten, beklagte das UN-MenschenrechtsbĂŒro. 

Eine vorĂŒbergehende Evakuierung von Zivilisten in bestimmten Gebieten könne zwar unter strengen Bedingungen legal sein. «Art und Umfang der Evakuierungsbefehle geben jedoch Anlass zu der ernsthaften Besorgnis, dass Israel beabsichtigt, die Zivilbevölkerung dauerhaft aus diesen Gebieten zu vertreiben, um eine sogenannte Pufferzone zu schaffen», sagte die Sprecherin des BĂŒros, Ravina Shamdasani, am Freitag in Genf. Eine Zwangsvertreibung verstoße gegen die Genfer Konventionen zum Schutz der Zivilbevölkerung unter einer Besatzungsmacht. Das sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Seit mehr als einem Monat lĂ€sst Israel zudem keine humanitĂ€ren HilfsgĂŒter mehr nach Gaza. Mit der Maßnahme, die vor allem die notleidende Zivilbevölkerung trifft, will Israel den Druck auf die Hamas erhöhen, die letzten israelischen Geiseln auszuhĂ€ndigen, die bei dem TerrorĂŒberfall der Hamas und anderer Extremisten auf Israel am 7. Oktober 2023 verschleppt worden waren. Die Hamas ist jedoch nur zur Freilassung der 24 Geiseln und Übergabe von 35 Leichen von EntfĂŒhrten bereit, wenn Israel einem Ende des Kriegs zustimmt.

Hunderte erinnern zum Pessach-Fest an Geiseln 

In der israelischen Großstadt Tel Aviv erinnerten mehrere Hundert Menschen wĂ€hrend des Pessach-Festes, einem der wichtigsten jĂŒdischen Feste, an das Schicksal der Geiseln. Unter freiem Himmel beim sogenannten Seder-Mahl hielten einige an ihrem Tisch symbolisch einen leeren Stuhl frei, andere stellten Bilder der Geiseln auf. Das Mahl erinnert an die in der Bibel beschriebene Gefangenschaft des Volkes Israel und seine Befreiung aus der Sklaverei. 

Eine Delegation der Hamas reiste unterdessen nach eigenen Angaben auf Einladung der Ă€gyptischen Regierung nach Kairo. Es gehe darum, ĂŒber einen Austausch von Geiseln gegen palĂ€stinensische HĂ€ftlinge zu sprechen. Die Hamas hĂ€lt demnach an ihrer Bedingung fest, dass Israel den Krieg beendet und sich vollstĂ€ndig aus dem Gazastreifen zurĂŒckzieht. Israels FĂŒhrung lehnt das ab. Ihr Ziel ist die vollstĂ€ndige Zerschlagung der Hamas.

@ dpa.de