Deutschland bewilligt vorerst keine neuen Gelder fĂŒr UNRWA
27.01.2024 - 21:27:07Deutschland will wegen der mutmaĂlichen Beteiligung einiger BeschĂ€ftigter des UN-PalĂ€stinenserhilfswerks UNRWA am Massaker der Hamas in Israel vorerst keine neuen Gelder fĂŒr die Organisation bewilligen. «Bis zum Ende der AufklĂ€rung wird Deutschland in Abstimmung mit anderen GeberlĂ€ndern temporĂ€r keine neuen Mittel fĂŒr UNWRA in Gaza bewilligen», teilten das AuswĂ€rtige Amt und das Entwicklungsministerium am Samstagabend in Berlin mit. Ohnehin stĂŒnden derzeit keine neuen Zusagen an, hieĂ es weiter.
Zugleich betonten die Ministerien, die humanitĂ€re Hilfe fĂŒr die PalĂ€stinenser laufe weiter. Vor wenigen Tagen habe man die Mittel fĂŒr das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef um sieben Millionen Euro aufgestockt. UNWRA sei fĂŒr die Grundversorgung der palĂ€stinensischen Bevölkerung lebenswichtig. Es sei «absolut richtig», dass UNRWA angesichts der Anschuldigungen gegen Mitarbeiter sofort gehandelt und Generalkommissar Philippe Lazzarini «umgehend MaĂnahmen ergriffen hat».
Finanzierung von Grundversorgungsmittel
Seit dem 7. Oktober habe man mit ĂŒber UNRWA abgewickelter humanitĂ€rer Hilfe und aus Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit ĂŒberlebenswichtige Grundversorgungsmittel wie Wasser, Lebensmittel, NotunterkĂŒnfte, Hygiene und SanitĂ€ranlagen sowie medizinische GĂŒter fĂŒr die Menschen im Gazastreifen und insbesondere fĂŒr die in den SĂŒden des Gebiets geflĂŒchteten Familien finanziert, hieĂ es weiter.
Die Bundesregierung unterstĂŒtzte das UN-Hilfswerk UNRWA eigenen Angaben nach allein im Jahr 2023 mit mehr als 200 Millionen Euro. Auch andere westliche LĂ€nder sind wichtige Geldgeber des UNRWA.
Israel hatte dem Hilfswerk Informationen ĂŒbermittelt, wonach zwölf der mehreren Tausend Mitarbeiter der Organisation im Gazastreifen in das Blutbad verwickelt gewesen sein sollen. Sie wurden umgehend entlassen. Lazzarini und UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres zeigten sich entsetzt und drohten den Betroffenen mit strafrechtlichen Konsequenzen. Bei den Angriffen am 7. Oktober hatten Terroristen der Hamas und anderer extremistischer PalĂ€stinensergruppen Israel mehr als 1200 Menschen ermordet. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Dadurch wurden nach palĂ€stinensischen Angaben mehr als 26 000 Menschen getötet.





