Israel, Libanon

Israel nimmt strategisch wichtige Festung im SĂŒdlibanon ein

31.05.2026 - 09:42:52 | dpa.de

Israels Armee rĂŒckt im Libanon weiter vor und nimmt eine Kreuzritterfestung aus dem 12. Jahrhundert ein. Ein israelischer Armeesprecher bezeichnet sie als «Symbol der Arroganz» der Hisbollah.

Die Kreuzritterfestung Beaufort, die israelische Soldaten eingenommen haben, liegt in der NÀhe eines nordöstlichen AuslÀufers der israelischen Grenze.  - Foto: Stringer/dpa
Die Kreuzritterfestung Beaufort, die israelische Soldaten eingenommen haben, liegt in der NÀhe eines nordöstlichen AuslÀufers der israelischen Grenze. - Foto: Stringer/dpa

Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge im SĂŒden des Libanons die strategisch gelegene Kreuzritterfestung Beaufort eingenommen. Sie weitete damit ihre BodeneinsĂ€tze im Nachbarland weiter aus, wie es in einer Mitteilung am Morgen hieß. Das Foto eines dpa-Reporters zeigte eine israelische Flagge, die auf der Festung gehisst wurde. Israels Armee Ă€ußerte sich auf Anfrage dazu zunĂ€chst nicht.

Das israelische MilitĂ€r warf der libanesischen Hisbollah-Miliz vor, in der Gegend Einrichtungen zu haben und von dort aus auch Angriffe ausgefĂŒhrt zu haben. Israel geht in dem Gebiet laut eigenen Angaben etwa gegen Raketenabschussrampen der vom Iran unterstĂŒtzten Schiitenorganisation vor. Ein Armeesprecher bezeichnete die Festung als «Symbol der Arroganz» der Hisbollah. 

Die Kreuzritterfestung Beaufort wurde im 12. Jahrhundert errichtet und liegt knapp nördlich des Flusses Litani, hinter den sich die Hisbollah laut einer Vereinbarung zurĂŒckziehen sollte. Die Festung liegt zugleich in der NĂ€he eines nordöstlichen AuslĂ€ufers der israelischen Grenze. Von dem in 700 Meter Höhe gelegenen Bau hat man einen guten Überblick ĂŒber die Umgebung. Die Festung war schon wĂ€hrend der rund 20 Jahre langen israelischen Besatzung bis zum Jahr 2000 ein Schauplatz des Konflikts. 

Libanons MinisterprÀsident: «Versuch, Geschichte auszuradieren»

Libanons MinisterprĂ€sident Nawaf Salam warf Israel vor, den sĂŒdlichen Libanon weitreichend zu zerstören. Israels Angriffe seien ein «Versuch, die Geschichte auszuradieren», sagte er der Staatsagentur NNA zufolge. Die Kosten des Kriegs seien fĂŒr die Libanesen immens. Das Land dĂŒrfe nicht zum «Faustpfand» in regionalen Konflikten werden.

Ein israelischer MilitĂ€rsprecher forderte am Morgen einen Großteil der Einwohner im SĂŒdlibanon dazu auf, sich nördlich des Sahrani-Flusses - etwa 40 Kilometer nördlich der israelischen Grenze - zu begeben. Eine solch umfassende Fluchtaufforderung hatte es zuletzt kurz vor Beginn der Waffenruhe Mitte April gegeben. Israels Armee begrĂŒndete den Fluchtaufruf mit den Angriffen der Hisbollah auf Israel. Das MilitĂ€r werde in der Gegend entschieden gegen die Miliz vorgehen.

Warnsirenen in Nordisrael nach Beschuss aus dem Nachbarland

Israels Armee meldete zugleich erneut Beschuss aus dem Libanon. In Nordisrael heulten mehrfach die Warnsirenen. MilitĂ€rangaben zufolge wurde zudem ein israelischer Soldat im SĂŒdlibanon getötet. Israelischen Berichten zufolge kam er bei Drohnenbeschuss der Hisbollah am spĂ€ten Samstagabend ums Leben.

Wegen der Drohnen- und Raketenangriffe der Hisbollah können derzeit Tausende Kinder in mehreren nordisraelischen Orten, die in der NÀhe der Grenze zum Libanon liegen, derzeit nicht in die Schule gehen.

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