Israels MilitÀr meldet Waffenfund in Gaza-Klinik
14.11.2023 - 04:56:32 | dpa.de
Im Keller einer Kinderklinik in der Stadt Gaza haben israelische Soldaten eigenen Angaben zufolge zahlreiche Waffen palĂ€stinensischer Extremisten gefunden. Es gebe auch Anzeichen dafĂŒr, dass im Keller des Rantisi-Krankenhauses Geiseln festgehalten worden sein könnten, sagte MilitĂ€rsprecher Daniel Hagari.
In einem am Montagabend auf der Plattform X, vormals Twitter, veröffentlichten Video zeigt er Sturmgewehre, Handgranaten, Sprengstoffwesten und Waffen zur Panzerabwehr. «Das ist AusrĂŒstung fĂŒr schwere KĂ€mpfe», sagt Hagari weiter. Hamas-FĂŒhrer Chalil al-Haja sagte dem Sender Al-Dschasira, Israel werfe mit Falschbehauptungen um sich.
Israels AuĂenminister: Druck wird steigen
Israels Regierung stellt sich nach Worten des AuĂenministers Eli Cohen darauf ein, dass binnen zwei bis drei Wochen der internationale Druck auf ihr Land wegen des Gaza-Kriegs deutlich steigen wird. Politischer Druck aus dem Ausland sei zwar schon jetzt wahrzunehmen, aber noch nicht sehr stark - das Ă€ndere sich zunehmend.
«In den GesprĂ€chen, die ich fĂŒhre, liegt der Fokus auf dem Thema der humanitĂ€ren Hilfsleistungen», so Cohen. Die SolidaritĂ€t und ErschĂŒtterung nach dem Massaker der Hamas an israelischen Zivilisten am 7. Oktober gingen dagegen zurĂŒck. Israel werde in jedem Fall weiterkĂ€mpfen, «bis wir die Hamas zerstört und die Geiseln zurĂŒckgebracht haben», schrieb er auf X.
Israel: BrutkĂ€sten fĂŒr Schifa-Klinik angeboten
Angesichts der dramatischen Lage im Schifa-Krankenhaus im Gazastreifen haben die israelischen StreitkrĂ€fte eigenen Angaben zufolge die Lieferung von BrutkĂ€sten fĂŒr FrĂŒhchen angeboten. «Wir haben den Gesundheitsbehörden in Gaza das formelle Angebot unterbreitet, BrutkĂ€sten in den Gazastreifen zu bringen, um der Kinderklinik im Schifa-Krankenhaus zu helfen», sagte eine Sprecherin der fĂŒr Kontakte mit den PalĂ€stinensern zustĂ€ndigen israelischen Behörde Cogat. «Wir sind im Krieg mit der Hamas und nicht mit der Bevölkerung von Gaza.» Auf Fotos war zu sehen, wie eine israelische Soldatin BrutkĂ€sten in einen Transporter bringt.
UN-Hilfswerk fĂŒrchtet Totalausfall der Kommunikation im Gazastreifen
Das UN-Hilfswerk fĂŒr PalĂ€stinensische FlĂŒchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) fĂŒrchtet unterdessen einen Totalausfall der Telekommunikation im Gazastreifen. Der Treibstoff der Telekomunternehmen reiche noch bis Donnerstag, um Strom fĂŒr die Datenzentren und den Betrieb von Servern zu produzieren, hieĂ es. Angesichts zahlreicher Dienstunterbrechungen sei es jetzt schon zunehmend schwierig, Menschen zu erreichen und akkurate Informationen ĂŒber die Lage vor Ort zusammenzutragen.
Biden ruft zu besserem Schutz von KrankenhÀusern in Gaza auf
US-PrĂ€sident Joe Biden rief Israel dazu auf, KrankenhĂ€user im Gazastreifen mehr als bisher vom Kampfgeschehen zu verschonen. Er hoffe und erwarte, dass es rund um Kliniken weniger starke Kampfhandlungen gebe, sagte Biden laut US-Medien im WeiĂen Haus. Er Ă€uĂerte sich darĂŒber hinaus hoffnungsvoll zu GesprĂ€chen ĂŒber die mögliche Freilassung von Geiseln.
Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan forderte, dass es neben besserem Schutz der KrankenhĂ€user auch ungefĂ€hrliche Evakuierungswege fĂŒr dort eingeschlossene Menschen geben mĂŒsse.
UN: Kein Treibstoff zum Entladen von Hilfslastern
Der Treibstoffmangel im Gazastreifen könnte den Vereinten Nationen zufolge auch die Lieferung von humanitĂ€rer Hilfe stören. «Die Lastwagen, die ab morgen ankommen, können wir einfach nicht entladen, weil uns der Treibstoff fĂŒr den Gabelstapler fehlt», sagte der örtliche Leiter des UN-NothilfebĂŒros Ocha, Andrea De Domenico.
AuĂerdem gebe es nicht genug Sprit fĂŒr die Transporter, die die Hilfen - darunter Nahrung, Wasser und Medikamente - weiterverteilen. Seit dem Terrorangriff der militanten Hamas mit 1200 Toten in Israel Anfang Oktober hat das Land den Gazastreifen noch rigider als zuvor abgeriegelt und Treibstofflieferungen untersagt.
Was heute wichtig wird
Den Gesundheitszentren des UN-Hilfswerks fĂŒr PalĂ€stinensische FlĂŒchtlinge im Nahen Osten dĂŒrfte heute nach eigenen Angaben der Treibstoff ausgehen. Dann seien die Zentren ausschlieĂlich auf Solarenergie angewiesen, die nur fĂŒr einen Minimalbetrieb ausgelegt sei.
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