Israels, Geheimdienstchef

Israels Geheimdienstchef Bar rÀumt am 15. Juni seinen Posten

28.04.2025 - 20:42:04

Israels FĂŒhrung will den Inlandsgeheimdienstchef des Landes schon lĂ€nger loswerden. Nun plant Ronen Bar, sein Amt bald niederzulegen. Grund ist aber nicht der Wunsch der Regierung.

Israels rechtsreligiöse Regierung möchte schon lĂ€nger den Inlandsgeheimdienstchef entlassen - nun hat Ronen Bar selbst seinen RĂŒcktritt verkĂŒndet. Er werde zum 15. Juni den Posten rĂ€umen, teilte er am Abend mit. Als Grund nannte er die VersĂ€umnisse seiner Behörde wĂ€hrend des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 in Israel. Er hatte bereits zuvor seine Absicht erklĂ€rt, deshalb zurĂŒcktreten zu wollen, sich aber bislang nicht auf einen Zeitpunkt festgelegt.

Israels Regierung hatte im MÀrz die Entlassung des Inlandsgeheimdienstchefs beschlossen. SpÀter entschied das Oberste Gericht allerdings, dass der Schin-Bet-Chef vorerst im Amt bleiben muss.

Netanjahu hatte die Entlassung Bars damit begrĂŒndet, dass er nach dem Hamas-Terrorangriff am 7. Oktober 2023 das Vertrauen in Bar verloren habe. Die Entscheidung löste Massenproteste aus, auch weil viele Menschen im Land Netanjahu vorwerfen, selbst keine persönliche Verantwortung fĂŒr das politische und militĂ€rische Versagen wĂ€hrend des Massakers ĂŒbernommen zu haben, um seine Macht nicht zu gefĂ€hrden. 

In einer Untersuchung des Geheimdienstes ĂŒber die Fehler, die den TerrorĂŒberfall in Israel ermöglicht hatten, wurde auch Netanjahus Rolle kritisch beleuchtet. 

Kritiker werfen Netanjahu zudem vor, sich in einem Interessenkonflikt zu befinden, denn der Schin Bet ermittelt unter anderem gegen Vertraute Netanjahus wegen möglicher illegaler Beziehungen zum arabischen Golfstaat Katar. Das Emirat gehört neben Ägypten und den USA zu den UnterhĂ€ndlern bei den indirekten GesprĂ€chen mit der islamistischen Hamas, gilt aber auch als UnterstĂŒtzer der Terrororganisation.

Bar betont, er werde weiterhin bei dem laufenden Verfahren des Obersten Gerichts, bei dem es um die UnabhÀngigkeit der Behörde gehe, erscheinen.

@ dpa.de