Israel, PalÀstinensische Gebiete

Israel zieht Truppen aus Dschenin im Westjordanland ab

Veröffentlicht am: 04.07.2023 um 23:15 Uhr | dpa.de

Israels MinisterprĂ€sident Netanjahu hatte ein baldiges Ende des Einsatzes angekĂŒndigt - jetzt sollen erste Soldaten die Stadt verlassen haben. Bei dem Abzug soll es zu Gefechten gekommen sein.

Bei Auseinandersetzungen mit der Armee sowie mit radikalen israelischen Siedlern starben seit dem 7. Oktober bereits mehr als 130 PalÀstinenser im Westjordanland. - Bild: Majdi Mohammed/AP/dpa
Bei Auseinandersetzungen mit der Armee sowie mit radikalen israelischen Siedlern starben seit dem 7. Oktober bereits mehr als 130 PalÀstinenser im Westjordanland. - Bild: Majdi Mohammed/AP/dpa

Israels Armee hat rund zwei Tage nach Beginn eines großangelegten MilitĂ€reinsatzes mit dem Abzug seiner Truppen aus Dschenin im besetzten Westjordanland begonnen. Erste Soldaten verließen am spĂ€ten Abend die Stadt, wie das MilitĂ€r mitteilte. Es sei aber noch unklar, wie lange der Abzug aller KrĂ€fte dauere. Der Einsatz hatte laut Armee zum Ziel, «terroristische Infrastruktur» islamistischer Extremisten zu zerschlagen.

PalÀstinensischen Berichten zufolge kam es wÀhrend des beginnenden Abzugs zu heftigen Feuergefechten mit bewaffneten Einwohnern. Auf Videos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie eine Kolonne von MilitÀrfahrzeugen mit SprengsÀtzen beworfen wurde.

Israelische Flugabwehr fÀngt Raketen aus Gazastreifen ab

Das israelische MilitĂ€r teilte spĂ€ter mit, aus dem Gazastreifen seien fĂŒnf Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert worden, die man mit Luftangriffen erwidert habe. Die Flugabwehr habe alle Raketen abfangen können. In der Region waren mehrere Explosionen zu hören, ausgelöst vermutlich durch das Raketenabwehrsystem Iron Dome. Alarmsirenen heulten unter anderem in der sĂŒdisraelischen Grenzstadt Sderot. Zu den Raketenangriffen bekannte sich zunĂ€chst niemand.

Ein israelischer Unteroffizier wurde nach Angaben der Armee in er Nacht in Dschenin durch SchĂŒsse getötet. Auf israelischer Seite ist er das erste Todesopfer seit Beginn der Offensive.

Zuvor hatte bereits MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu ein baldiges Ende des Einsatzes angedeutet. «In diesen Momenten schließen wir die Mission ab», sagte Netanjahu Medienberichten zufolge am Nachmittag bei einem Besuch eines MilitĂ€rpostens in der NĂ€he von Dschenin. Gleichwohl machte er deutlich, die Aktion sei «kein einmaliger Vorgang, wir werden so lange wie nötig weitermachen».

Dschenin gilt als Hochburg militanter PalÀstinenser

Israel hatte in der Nacht zum Montag eine der grĂ¶ĂŸten MilitĂ€roperationen im Westjordanland seit Jahrzehnten begonnen. Die Armee rĂŒckte nach mehreren LuftschlĂ€gen mit rund tausend Soldatinnen und Soldaten in die palĂ€stinensische Stadt Dschenin ein. Dort lieferte sich das MilitĂ€r seither mehrere heftige Schusswechsel mit bewaffneten Anwohnern. Mindestens zwölf PalĂ€stinenser wurden getötet, mehr als 100 weitere verletzt.

In vergangenen Tagen wurden laut Armee mehrere Kommandozentralen, Waffenlager, WaffenproduktionsstĂ€tten sowie Verstecke von VerdĂ€chtigen zerstört worden. Zudem wurden demnach 30 VerdĂ€chtige festgenommen. Dschenin gilt als eine Hochburg militanter PalĂ€stinenser. Mehrere Anwohner der Stadt verĂŒbten in den vergangenen Jahren tödliche AnschlĂ€ge auf Israelis.

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