Nahost, Israel

Israels Verteidigungsminister: Besiedlung von Gazas Norden

23.12.2025 - 11:48:51

Israels Verteidigungsminister Katz spricht von neuen Siedlungen im Norden des Gazastreifens – und stellt sich damit gegen den US-Friedensplan fĂŒr den KĂŒstenstreifen. Sein BĂŒro rudert spĂ€ter zurĂŒck.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat von einer Besiedlung des nördlichen Gazastreifens gesprochen. Damit widersprach der Politiker von der rechtskonservativen Regierungspartei Likud klar dem Friedensplan von US-PrĂ€sident Donald Trump, der einen stufenweisen Abzug der israelischen Truppen aus dem KĂŒstenstreifen vorsieht. 

Bei einer Veranstaltung im besetzten Westjordanland sagte Katz, man werde «mit Gottes Hilfe, wenn die Zeit gekommen ist», auch im Norden des Gazastreifens Siedlungskerne errichten, an den Orten der vor 20 Jahren gerÀumten israelischen Siedlungen. Man werde dies «auf die richtige Weise und zur richtigen Zeit» tun.

Das BĂŒro des Verteidigungsministers teilte allerdings spĂ€ter mit, die Äußerungen seien «ausschließlich in sicherheitspolitischem Zusammenhang» erfolgt, ohne dies weiter auszufĂŒhren. «Die Regierung hat keinerlei Absicht, im Gazastreifen Siedlungen zu errichten», hieß es weiter in der Stellungnahme. 

Katz sprach zudem von einer «großen Revolution» im Westjordanland, wo Israel zuletzt die Schaffung weiterer Siedlungen beschlossen hatte. International werden die israelischen Siedlungen auf dem Gebiet, das die PalĂ€stinenser als Teil eines eigenen Staates beanspruchen, als illegal und als HĂŒrde fĂŒr eine Friedensregelung eingestuft.

Der israelische Oppositionspolitiker und Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot kritisierte, Katz handele «einmal mehr gegen den breiten nationalen Konsens – in einer fĂŒr die nationale Sicherheit Israels kritischen Phase». In einem Post auf der Plattform X schrieb Eisenkot weiter: «WĂ€hrend die Regierung mit der einen Hand fĂŒr den Trump-Plan stimmt, verkauft sie mit der anderen Hand MĂ€rchen ĂŒber isolierte Siedlungskerne im Gazastreifen.» Eine von engen parteipolitischen Interessen geleitete Regierung verbreite verantwortungslose ErklĂ€rungen, «die Israels Ansehen in der Welt nur schaden». 

Im August hatte MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu gesagt, Israel habe nicht vor, den Gazastreifen zu besetzen und erneut zu besiedeln. «Das ist nicht meine Politik», hatte der 76-jÀhrige Likud-Vorsitzende damals gesagt.

@ dpa.de