Ermittlungen gegen Kolumbiens Ex-Geheimdienstchef
01.09.2023 - 18:19:43Ăber 30 Jahre nach dem Mord an dem linken PrĂ€sidentschaftskandidaten Carlos Pizarro LeongĂłmez in Kolumbien hat die Generalstaatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den damaligen Chef des Geheimdienstes DAS aufgenommen. Die Ermittler gingen Hinweisen nach, nach denen Miguel Alfredo Maza MĂĄrquez in den Tagen vor dem Attentat den Personenschutz fĂŒr Pizarro heruntergefahren habe, um den Anschlag zu ermöglichen, teilt die Behörde mit. AuĂerdem werde geprĂŒft, ob Pizarros LeibwĂ€chter den TĂ€ter erschossen, nachdem er sich bereits ergeben hatte, damit er keine Angaben ĂŒber die Drahtzieher des Anschlags machen konnte.
Pizarro war am 26. April 1990 wĂ€hrend eines Flugs von BogotĂĄ nach Barranquilla von einem AttentĂ€ter mit einer in der Toilette der Maschine deponierten Maschinenpistole erschossen worden. Die PersonenschĂŒtzer töteten den TĂ€ter im Flugzeug, nachdem er bereits entwaffnet war und die HĂ€nde hob.
Pizarro war Ende der 1980er Jahre Kommandeur der Guerillaorganisation M-19, zu der auch der heutige PrÀsident Gustavo Petro gehörte. Nachdem die Rebellen die Waffen niedergelegt hatten, bewarb er sich um das Amt des PrÀsidenten. WÀhrend des bewaffneten Konflikts in Kolumbien wurden vor allem linke Politiker immer wieder Opfer von AnschlÀgen. Einen Monat vor dem Attentat auf Pizarro war bereits der PrÀsidentschaftskandidat der linken Unión Patriótica, Bernardo Jaramillo Ossa, von einem Auftragsmörder erschossen worden.


