JD Vance plant laut Haber PrÀsidentschaftskandidatur 2028
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:10 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSVances Spielraum in der Trump-Regierung
- Emily Haber erwartet, dass US-VizeprÀsident JD Vance bei der PrÀsidentschaftswahl 2028 antreten will.
- Vance kann sich laut Haber nicht wie AuĂenminister Marco Rubio durch einen Kabinettsaustritt von der Regierung distanzieren.
- Haber deutet Trumps Verhalten nach der Niederlage als Versuch, seinen Einfluss auf die Republikaner zu bewahren.
Vance vor möglicher Kandidatur 2028
Die frĂŒhere deutsche Botschafterin in Washington, Emily Haber, rechnet damit, dass US-VizeprĂ€sident JD Vance bei den PrĂ€sidentschaftswahlen 2028 antreten wolle. Das sei klar, sagte Haber dem âFocusâ.
Abgrenzung von Trump bleibt schwierig
Vance werde nur gröĂte Schwierigkeiten haben, sich vom PrĂ€sidenten abzusetzen, sagte Haber. Er könne keine Distanz zur Regierung schaffen und habe nicht die Möglichkeit, das Kabinett zu verlassen, wie das etwa AuĂenminister Marco Rubio könnte.
Iran-Krieg als ErklĂ€rung fĂŒr Wahlniederlage
Die Demokraten haben bei den Midterms den deutlichsten Sieg seit 1974 errungen. Vances Aussage, die Republikaner hĂ€tten wegen des Iran-Krieges verloren, wertet Haber als Versuch, die Abkehr groĂer WĂ€hlergruppen, die 2024 noch Trump gewĂ€hlt hatten, auf eine einzige Ursache zu reduzieren.
Wirtschaftliche Kritik im Mittelpunkt
Auf den ersten Blick sehe Vances Aussage wie eine Distanzierung vom US-PrĂ€sidenten aus, sagte Haber. Wer die Niederlage ausschlieĂlich an einem Thema festmache, wolle andere Faktoren ausblenden: die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Lage, die Inflation, die Hypothekenzinsen, die Korruption und die Selbstbereicherung.
Trump will Einfluss behalten
Eine echte Distanzierung sei es daher nicht, zumal Trump ihm nicht widersprochen habe. Habers EinschĂ€tzung zufolge erklĂ€rt sich Trumps ZurĂŒckhaltung gegenĂŒber dem Wahlergebnis damit, dass er Königsmacher bleiben wolle.
Trump habe ein Interesse daran, dass sich die Partei unter kĂŒnftiger FĂŒhrung nicht gegen ihn und seine Familie wende, sagte Haber. Deshalb sei LoyalitĂ€t der entscheidende MaĂstab, nicht Erfolg; Straffreiheit werde er sich zweifellos selbst zusichern.
Die EinschĂ€tzung von Emily Haber fĂ€llt in eine Phase, in der die republikanische Partei nach den Midterm-Wahlen ĂŒber Kurs, FĂŒhrung und die politische Bilanz der Trump-Regierung debattiert. JD Vance hat den Iran-Krieg als einen Grund fĂŒr die Niederlage bezeichnet; damit stellte er einen Zusammenhang zwischen AuĂenpolitik und dem Wahlergebnis her. Zugleich bleibt Vance als VizeprĂ€sident eng an die Regierung gebunden und kann seine politische Verantwortung nicht so klar abstreifen wie ein Kabinettsmitglied, das sein Amt niederlegt.
FĂŒr eine mögliche Kandidatur 2028 wĂ€re dieses SpannungsverhĂ€ltnis zentral. Vance mĂŒsste einerseits die UnterstĂŒtzung der Trump-Basis sichern, andererseits WĂ€hler erreichen, die wirtschaftliche Belastungen wie Inflation, hohe Hypothekenzinsen und die allgemeine Regierungsleistung fĂŒr wichtiger halten als ein einzelnes auĂenpolitisches Thema. Eine ErklĂ€rung, die die Wahlniederlage vor allem mit dem Iran-Krieg begrĂŒndet, kann deshalb als begrenzte Abgrenzung verstanden werden, ohne bereits einen offenen Bruch mit Trump zu bedeuten.
Trump bleibt Machtfaktor
Trump könnte auch nach den Midterms erheblichen Einfluss auf die republikanische Nachfolgefrage behalten. Seine UnterstĂŒtzung wĂ€re fĂŒr Vance politisch wertvoll, wĂŒrde zugleich aber die Frage verschĂ€rfen, ob der VizeprĂ€sident fĂŒr einen eigenen Kurs steht oder lediglich die bestehende Trump-Linie fortsetzt. Entscheidend dĂŒrfte sein, ob Vance wirtschaftliche und innenpolitische Kritik aufgreift, ohne die LoyalitĂ€t zur ParteifĂŒhrung vollstĂ€ndig aufzugeben.
Der Iran-Krieg als Belastungsprobe
Die politische Wirkung des Krieges hĂ€ngt davon ab, ob die WĂ€hler ihn als isoliertes Problem oder als Teil einer umfassenderen Unzufriedenheit mit der Regierung bewerten. FĂŒr Vance entsteht damit ein schwieriger Balanceakt: Er muss Verantwortung fĂŒr die Regierungspolitik tragen und zugleich ein eigenstĂ€ndiges Profil fĂŒr die nĂ€chste PrĂ€sidentschaftswahl entwickeln.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Tagesschau: âVance zu den Midterms: "Der Grund fĂŒr unsere Niederlage ...â (04.11.2026)
Der Beitrag dokumentiert Vances BegrĂŒndung, wonach der Krieg und die dadurch gestiegenen Spritpreise zur Niederlage der Republikaner beigetragen hĂ€tten. Damit bestĂ€tigt er den auĂenpolitischen Bezug der aktuellen Debatte, setzt den Schwerpunkt aber stĂ€rker auf die unmittelbare Wahlkampffolge und die Energiepreise.
n-tv: âUnmittelbar nach Trumps Desaster zerfleddert sich MAGAâ (05.11.2026)
Der Artikel ordnet Vances ĂuĂerungen als Teil einer beginnenden Auseinandersetzung innerhalb des Trump-Lagers ein und verweist auf eine mögliche Bewerbung fĂŒr 2028. Anders als die EinschĂ€tzung Habers richtet sich der Fokus stĂ€rker auf die innerparteiliche Entwicklung nach der Wahl.
Beide BeitrÀge verbinden Vances ErklÀrung mit den Folgen der Midterms und einer möglichen Neuordnung der Republikaner. Offen bleibt, ob daraus eine dauerhafte Abgrenzung von Trump oder lediglich eine taktische Akzentverschiebung entsteht.
