KardinÀle, Papstwahl

KardinÀle erbitten vor Papstwahl göttlichen Beistand

07.05.2025 - 11:47:58

Jetzt wird es ernst: Nach tagelangen Spekulationen beginnt am Nachmittag das Konklave zur Wahl des neuen Papstes. Zuvor beten die KardinÀle in einer feierlichen Messe zusammen im Petersdom.

  • Darauf warten nun alle: weißer Rauch. (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa

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  • Die KardinĂ€le haben sich im Vatikan eingefunden. - Foto: Francisco Seco/AP/dpa

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  • In der Sixtinischen Kapelle wurde in den letzten Tagen noch gearbeitet. (Archivbild) - Foto: --/Vatican Media/dpa

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  • Der Leiter des Konklaves: der italienische Kardinal Pietro Parolin. (Archivbild) - Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa

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Darauf warten nun alle: weißer Rauch. (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpaDie KardinĂ€le haben sich im Vatikan eingefunden. - Foto: Francisco Seco/AP/dpaIn der Sixtinischen Kapelle wurde in den letzten Tagen noch gearbeitet. (Archivbild) - Foto: --/Vatican Media/dpaDer Leiter des Konklaves: der italienische Kardinal Pietro Parolin. (Archivbild) - Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa

Mit einer feierlichen Messe im Petersdom haben sich mehr als 130 KardinĂ€le aus aller Welt auf ihr Konklave zur Wahl des neuen Papstes eingestimmt. An dem Gottesdienst in Rom nahmen auch KardinĂ€le teil, die wegen Überschreitens der Altersgrenze von 80 Jahren bei den Abstimmungen in der Sixtinischen Kapelle spĂ€ter nicht mehr dabei sein dĂŒrfen. Das Konklave beginnt am Nachmittag - streng abgeschottet von der Außenwelt. Dann soll es auch schon einen ersten Wahlgang geben. Mit einer sofortigen Entscheidung rechnet niemand.

Die Messe «Pro eligendo Romano Pontefice» («Zur Wahl des Römischen Pontifex») wurde vom Dekan des Kardinalkollegiums geleitet, dem Italiener Giovanni Battista Re. Der 91-JĂ€hrige sagte, man habe sich versammelt, um den Beistand des Heiligen Geistes fĂŒr die Wahl zu erbitten. Die insgesamt 133 wahlberechtigten KardinĂ€le - alle in rot - ermahnte er, «alle persönlichen ErwĂ€gungen zurĂŒckzustellen». Jetzt dĂŒrfe man «nur den Gott Jesu Christi sowie das Wohl der Kirche und der Menschheit im Sinn und im Herzen haben».

Ausgang offen

Wegen seines hohen Alters ist der Dekan selbst im Konklave nicht dabei. Die Wahlversammlung wird vom ranghöchsten wahlberechtigten Kardinal geleitet, dem Italiener Pietro Parolin. Als KardinalstaatssekretĂ€r war der 70-JĂ€hrige unter Franziskus im Vatikan die Nummer zwei. Parolin wird auch als Favorit fĂŒr die Nachfolge des Argentiniers gehandelt. Allerdings wurden die Listen mit den Namen von möglichen neuen PĂ€psten zuletzt von Tag zu Tag lĂ€nger. Inzwischen finden sich darauf zwei Dutzend Namen - und weitere Überraschungen sind möglich.

FĂŒr die Wahl zum 267. Pontifex in zwei Jahrtausenden Kirchengeschichte ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich - also 89 Stimmen. Viele rechnen damit, dass es noch diese Woche einen neuen Papst geben wird: Seit den 1960er Jahren waren alle Konklave nach zwei oder drei Tagen vorbei. Allerdings hat Franziskus so viele neue KardinĂ€le ernannt, auch aus entfernten LĂ€ndern, dass sich viele WahlmĂ€nner noch nicht richtig kennen. Das Konklave ist so groß und so international besetzt wie noch nie.

Deutscher Kardinal bereitet sich auf «fĂŒnf, sechs Tage» vor

Auch drei deutsche KardinĂ€le wĂ€hlen mit. Der ehemalige PrĂ€fekt der Vatikan-Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig MĂŒller, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe sich seinen Koffer fĂŒr «fĂŒnf, sechs Tage» packen lassen. «Man muss schon vorbereitet sein», so der 77-JĂ€hrige. «Aber jeder hofft natĂŒrlich, dass es nicht so lange dauert. Jeder will nach Hause.» Wahlberechtigt aus Deutschland sind auch die KardinĂ€le Reinhard Marx (71) aus MĂŒnchen und Rainer Maria Woelki (68) aus Köln.

Untergebracht sind die Kirchenoberen im GĂ€stehaus-Komplex des Vatikans, der Casa Santa Marta - auch dort abgeschottet von der Außenwelt. Handys, Smartphones und alle sonstigen digitalen GerĂ€te mĂŒssen sie abgeben. Im GĂ€stehaus verbringen sie auch die letzten Stunden bis zum feierlichen Einzug in die Sixtinische Kapelle - eines der schönsten Wahllokale der Welt. Unter den DeckengemĂ€lden von Michelangelo mĂŒssen sie zu Gott einen Eid schwören, dass sie Kontaktverbot und Geheimhaltung beachten. Mit den lateinischen Worten extra omnes (Alle raus) schließt sich die TĂŒr.

Erster Rauch noch am Abend

Nach dem ersten Wahlgang soll dann am Abend - vermutlich gegen 19.00 Uhr - erstmals wieder Rauch aus dem Schornstein auf dem Dach der Kapelle aufsteigen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird er schwarz sein. Das bedeutet, dass sich die KardinĂ€le noch nicht einig wurden. Nur bei einer Zweidrittelmehrheit ist der Rauch weiß. Das könnte dauern. Wenn es so weit ist, wird etwas spĂ€ter vom Balkon des Petersdoms aus verkĂŒndet: Habemus Papam (Wir haben einen Papst). Dann zeigt sich das neue Kirchenoberhaupt der Öffentlichkeit.

Die meisten Vatikan-Kenner rechnen damit, dass dies noch diese Woche geschehen wird. Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio, der sich dann den Papstnamen Franziskus gab, wurde 2013 nach anderthalb Tagen gewĂ€hlt, im fĂŒnften Wahlgang. Beim deutschen Papst Benedikt XVI. ging es 2005 sogar noch schneller: vier WahlgĂ€nge nur. Benedikt trat dann als erster Papst nach vielen Jahrhunderten völlig ĂŒberraschend zurĂŒck. Er starb an Silvester 2022 mit 95 Jahren.

GerĂŒchtekĂŒche brodelt

Die Listen mit möglichen Nachfolgern fĂŒr Franziskus wurden zuletzt von Tag zu Tag lĂ€nger. Als AnwĂ€rter gelten neben Parolin zwei weitere Italiener: der Erzbischof von Bologna, Matteo Zuppi (69), sowie der Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa (60). Im Kandidaten-Karussell sind auch der Philippiner Luis Antonio Tagle (67), der Franzose Jean-Marc-Aveline (66), der Portugiese JosĂ© Tolentino de Mendonça (59), der Ungar Peter Erdö (72), der Luxemburger Jean-Claude Hollerich (66) - und noch einige mehr.

Der katholischen Glaubenslehre zufolge ist der Papst Nachfolger des Apostels Petrus und Stellvertreter von Jesus Christus auf Erden. Zudem ist er Bischof von Rom, Primas von Italien und Staatsoberhaupt des Vatikans. Große weltliche Macht hat er nicht. Er ist aber fĂŒr viele Menschen eine moralische AutoritĂ€t. Kardinal Re sagte im Gottesdienst nach der offiziellen Übersetzung des Vatikans: «Die Wahl des neuen Papstes ist nicht nur ein einfacher Wechsel von Personen, sondern es ist stets der Apostel Petrus, der zurĂŒckkehrt.»

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