Jordan Bardella, Rassemblement National

Jordan Bardella führt RN nach Wahl mit 99 Prozent weiter

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 17:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Jordan Bardella bleibt an der Spitze des Rassemblement National. Seine Bestätigung stärkt die Partei vor Marine Le Pens angekündigtem Wahlkampfauftritt, während in Orléans Tausende gegen den Parteitag protestierten.

Orléans und die RN-Parteiführung

  • Jordan Bardella führt den Rassemblement National seit 2022 und war der einzige Kandidat für den Parteivorsitz.
  • Die Wahlbeteiligung beim Parteitag in Orléans lag bei nahe 68 Prozent.
  • Für Kinder und Jugendliche galt in Orléans eine nächtliche Ausgangssperre zur Begrenzung möglicher Störungen.
  • Jordan Bardella bleibt Parteichef der Rechtsnationalen in Frankreich. - Bild: Teresa Suarez/AP/dpa
  • Laut Präfektur waren rund 13.000 Demonstrierende auf den Straßen von Orléans. - Bild: Teresa Suarez/AP/dpa
Jordan Bardella bleibt Parteichef der Rechtsnationalen in Frankreich.  - Bild: Teresa Suarez/AP/dpa Laut Präfektur waren rund 13.000 Demonstrierende auf den Straßen von Orléans. - Bild: Teresa Suarez/AP/dpa

Bardella bleibt an der Spitze des RN

Jordan Bardella ist als Vorsitzender des rechtsnationalen Rassemblement National wiedergewählt worden. Die Partei verkündete das Ergebnis während ihres Parteitags im südlich von Paris gelegenen Orléans, der von Protesten begleitet wurde.

Wahl ohne Gegenkandidaten

Nach Angaben französischer Medien erhielt der 31-Jährige rund 99 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von nahe 68 Prozent. Bardella war der einzige Kandidat für den Posten, den er seit 2022 innehat.

Der Parteichef gilt als politischer Ziehsohn Marine Le Pens. Die Präsidentschaftskandidatin liegt laut Umfragen derzeit im ersten Wahlgang der Wahl im kommenden Frühjahr vor allen anderen Kandidaten.

Bardella als mögliche Nummer zwei

Falls Le Pens Kandidatur durch ihre Verurteilung wegen Veruntreuung von EU-Geldern gestört wird, steht Bardella als Nummer zwei bereit. Nach der Wahl des RN-Vorsitzes soll am Sonntag die erste große Wahlkampfveranstaltung Le Pens stattfinden.

13.000 Menschen demonstrieren

Gegen die Parteiveranstaltung protestierten am Samstagmittag nach Angaben der Präfektur etwa 13.000 Menschen. Der Aufmarsch zog friedlich durch Orléans; die Route war zuvor von den Behörden angepasst worden.

Für Kinder und Jugendliche wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, wie der Bürgermeister der Stadt mitteilte. Sie solle Störungen der öffentlichen Ordnung verhindern und das Risiko von Ausschreitungen begrenzen.

Die Wiederwahl Jordan Bardellas fällt in eine Phase, in der das Rassemblement National seine Führungsstruktur für den französischen Präsidentschaftswahlkampf absichert. Bardella führt die Partei seit 2022 und gilt als enger politischer Vertrauter Marine Le Pens. Seine erneute Bestätigung ohne Gegenkandidaten stärkt damit die politische Arbeitsteilung zwischen dem Parteichef und Le Pen, die am Sonntag mit einer größeren Veranstaltung den Wahlkampf einleiten soll.

Besondere Bedeutung hat Bardellas Rolle wegen Le Pens Verurteilung wegen der Veruntreuung von EU-Geldern. Sollte diese ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr erschweren, steht Bardella als zentrale Ersatzoption des RN bereit. Die Parteiführung ist deshalb nicht nur eine interne Personalfrage, sondern berührt unmittelbar die strategische Vorbereitung auf die Wahl.

Proteste als politischer Gegenpol

Die Demonstration in Orléans zeigt zugleich, wie stark der RN polarisiert. Rund 13.000 Menschen zogen nach Angaben der Präfektur friedlich durch die Stadt; die Behörden passten die Route an und verhängten für Kinder und Jugendliche eine nächtliche Ausgangssperre. Damit verband sich der Parteitag mit erheblichen Sicherheitsvorkehrungen, ohne dass die dpa-Meldung von Ausschreitungen berichtet.

Für Leser in Frankreich ist vor allem der nächste Schritt relevant: Auf die Parteiwahl soll Le Pens Auftritt am Sonntag folgen. Die Kombination aus nahezu geschlossener Parteiführung, möglicher Ersatzkandidatur Bardellas und sichtbarem Protest macht den Parteitag zu einem wichtigen Signal für die anlaufende Präsidentschaftswahl.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Orléans: Tausende protestieren gegen Parteitag des rechtspopulistischen Rassemblement National“ (24.10.2026)

Der Deutschlandfunk habe über die Proteste gegen den Parteitag berichtet und Bardellas Wiederwahl ohne Gegenkandidaten hervorgehoben. Anders als die dpa-Meldung stelle der Beitrag die von den Organisatoren genannte Teilnehmerzahl von 26.000 in den Mittelpunkt und verweise zusätzlich auf einen Anschlag nahe Paris.

Frankfurter Rundschau: „Le Pen startet Wahlkampf beim RN-Parteitag – Frankreich fürchtet erneut Ausschreitungen“ (23.10.2026)

Die Frankfurter Rundschau habe vor dem Parteitag die erwarteten Demonstrationen und Le Pens geplanten Wahlkampfauftakt beschrieben. Der Beitrag setze den Schwerpunkt stärker auf die Sicherheitslage und die politische Vorbereitung, während die dpa-Meldung das Wahlergebnis und den friedlichen Verlauf der Kundgebung betone.

Beide Beiträge bestätigten die zentrale Bedeutung des Parteitags für Bardella und Le Pen, legten aber unterschiedliche Schwerpunkte auf Protestgröße, Sicherheitslage und Wahlkampfplanung.

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