Kiew, Drohnenangriff

Kiew: 14-JÀhriger bei russischem Drohnenangriff auf Hochhaus getötet

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 12:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Hochhaus in Kiew ist nach ukrainischen Angaben ein 14-jÀhriger Junge getötet worden. Mindestens sieben weitere Bewohner wurden verletzt; zugleich meldete die Ukraine eigene Angriffe auf russische Industrie- und Energieanlagen.

Jeden Tag schlagen in Kiew russische Kampfdrohnen ein.  - Bild: -/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa
Jeden Tag schlagen in Kiew russische Kampfdrohnen ein. - Bild: -/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Hochhaus in Kiew ist nach ukrainischen Polizeiangaben ein 14-jÀhriger Junge getötet worden.

Mindestens sieben Bewohner verletzt

Mindestens sieben weitere Bewohner des Wohnblocks seien verletzt worden, teilte die Polizei der ukrainischen Hauptstadt auf Telegram mit. PrÀsident Wolodymyr Selenskyj bestÀtigte die Angaben.

Ein dpa-Reporter hörte ĂŒber dem Zentrum zunĂ€chst Abwehrfeuer und beobachtete anschließend den Flug einer Drohne mit Jetantrieb sowie den Einschlag. Der Luftalarm wurde in diesem Fall erst kurz darauf ausgelöst.

Abwehr gegen schnelle Drohnen fehlt noch

Russland setzt nach der Meldung zunehmend auf weiterentwickelte Shahed-Drohnen mit DĂŒsenantrieb. Die Ukraine arbeitet noch an einer wirksamen Abwehr gegen die schnellen FluggerĂ€te.

Nach den nÀchtlichen russischen Luftangriffen wurde zudem ein weiterer Toter aus Odessa gemeldet.

Ukraine greift Raffinerien und Fabriken an

Die Ukraine setzte ihrerseits Drohnenangriffe auf Öl- und Industrieanlagen in Russland fort. Selenskyj bestĂ€tigte vorherige inoffizielle Berichte ĂŒber Treffer auf Raffinerien in Perm am Ural, rund 1.500 Kilometer von der Ukraine entfernt, und in Nowoschachtinsk im SĂŒden Russlands.

Als weiteres Ziel nannte der ukrainische PrÀsident eine Elektronikfabrik in Uljanowsk an der Wolga. Einen Angriff auf ein Chemiewerk in Woronesch bestÀtigte er zunÀchst nicht.

Der Luftkrieg wird schneller

Der Angriff auf ein Wohnhochhaus in Kiew zeigt, wie unmittelbar der russische Luftkrieg die Zivilbevölkerung trifft. Neben klassischen Raketen setzt Russland zunehmend auf Drohnen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Flugprofilen. FĂŒr die ukrainische Luftverteidigung bedeutet das, Bedrohungen in kurzer Zeit zu erkennen, zuzuordnen und mit dem jeweils passenden Mittel zu bekĂ€mpfen.

Die von der dpa-Meldung beschriebenen Drohnen mit Jetantrieb verschĂ€rfen dieses Problem, weil kĂŒrzere Reaktionszeiten die Warnung der Bevölkerung erschweren können. Kiew ist als politisches und wirtschaftliches Zentrum regelmĂ€ĂŸig Ziel russischer Angriffe. SchĂ€den an WohnhĂ€usern, GeschĂ€ften und Infrastruktur belasten dabei nicht nur die unmittelbar Betroffenen, sondern auch Rettungsdienste und die FunktionsfĂ€higkeit der Stadt.

Angriffe auf Energie und Industrie

Parallel versucht die Ukraine, mit weitreichenden Drohnen russische Produktions- und Energieanlagen zu treffen. Die genannten Ziele in Perm, Nowoschach­tinsk und Uljanowsk liegen weit vom Frontgebiet entfernt und verdeutlichen die geografische Ausdehnung des Drohnenkriegs. Solche Angriffe sollen militÀrische Versorgung und Treibstoffproduktion beeintrÀchtigen, erhöhen aber zugleich das Risiko einer weiteren Eskalation.

FĂŒr die Bevölkerung bleibt der Schutz kritischer Infrastruktur zentral. GesprĂ€che ĂŒber eine begrenzte gegenseitige ZurĂŒckhaltung bei Angriffen auf Energieanlagen haben bislang keinen belastbaren Durchbruch gebracht. Mit Blick auf die bevorstehende Heizperiode dĂŒrften Luftabwehr, ReparaturkapazitĂ€ten und der Schutz der Stromversorgung deshalb besonders wichtig bleiben.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 07:03 Ukraine greift Ölraffinerie und Elektronikfabrik in Russland an +++“ (25.09.2026)

Der Bericht melde ukrainische Angriffe auf eine Raffinerie in Perm und das Elektronikwerk Iskra in Uljanowsk. Er ordne die Angaben ÜberwachungskanĂ€len und einer weiteren Berichterstattung zu und weise darauf hin, dass die Behauptungen nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft worden seien; den Schwerpunkt setze der Beitrag damit auf die rĂ€umliche Tiefe und die Unsicherheit der frĂŒhen Schadensmeldungen.

Frankfurter Rundschau: „Ukraine-Krieg aktuell: Drohnenangriff auf Russland – Raffinerie in Perm brennt“ (25.09.2026)

Der Live-Ticker berichte ebenfalls ĂŒber den Angriff auf die Raffinerie in Perm und stelle ihn in den Zusammenhang eines von Selenskyj vorgeschlagenen gegenseitigen Verzichts auf Angriffe gegen Energieanlagen. Anders als der n-tv-Beitrag betone der Bericht damit die diplomatische Dimension; offen bleibe, ob eine solche Begrenzung umgesetzt werde.

Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigten den Angriff auf russische Industrie- und Energieziele als Teil der aktuellen Entwicklung, unterschieden sich aber beim Schwerpunkt: WĂ€hrend n-tv die frĂŒhen militĂ€rischen Angaben bĂŒndele, rĂŒcke die Frankfurter Rundschau mögliche GesprĂ€che ĂŒber einen Energie-Waffenstillstand in den Vordergrund.

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