Endlich frei: Welche Geiseln nun zurĂŒck in Israel sind
25.01.2025 - 12:48:11 | dpa.deDie islamistische Hamas im Gazastreifen hat vier weitere Geiseln freigelassen. Die Soldatinnen im Alter von 19 und 20 Jahren waren wĂ€hrend des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 verschleppt worden. Am Mittag waren die Frauen zurĂŒck in Israel, wo sie ihre Angehörigen trafen.
Verstörende Bodycam-Aufnahmen der Terroristen vom 7. Oktober zeigten damals die verletzten, teilweise blutĂŒberströmten jungen Frauen. Die Israelinnen, die im Grenzgebiet zum Gazastreifen SpĂ€herinnen der Armee waren, wirkten völlig verĂ€ngstigt. Die EntfĂŒhrer schrien die gefesselten Frauen immer wieder an und bedrohten sie. Die schlimmsten Szenen schwerster Gewalt wurden dabei gar nicht veröffentlicht.Â
15 SpĂ€herinnen wurden israelischen Angaben zufolge bei dem beispiellosen Angriff getötet, sieben entfĂŒhrt. Eine der Frauen wurde nach 23 Tagen aus dem Gazastreifen gerettet, eine andere wurde in Gefangenschaft getötet. Ihre Leiche wurde von der Armee aus dem Gazastreifen geborgen. Eine weitere Frau, die nicht auf der Liste steht, bleibt vorerst weiter in der Gewalt der Hamas.Â
Die Regierung veröffentlichte am Mittag Aufnahmen, wie die Eltern jubeln und vor Freude schreien, wĂ€hrend sie Videos von der Ăbergabe ihrer Töchter an die israelische Armee sehen. Es sind diese vier Frauen:
Liri Albag
Die 19-jĂ€hrige Liri Albag hatte Berichten zufolge gerade erst ihre TĂ€tigkeit als SpĂ€herin begonnen, als Terroristen den StĂŒtzpunkt in Nahal Oz angriffen. Die im Sommer befreite Geiseln Noa Argamani berichtete laut israelischen Medien, sie und Albag seien zur Hausarbeit gezwungen worden. Demnach wurde die junge Soldatin in einem Tunnel festgehalten, bekam salziges Wasser zu trinken und nur wenig zu essen. Sie habe zudem erst einen Monat nach ihrer EntfĂŒhrung zum ersten Mal duschen dĂŒrfen.
Im Januar veröffentlichte die Hamas ein weiteres Video der Frau, die darin blass aussieht und um ihre Freilassung fleht. «Sie ist nicht mehr dasselbe MÀdchen», sagte ihre Mutter Shira danach israelischen Medien. Ihre einst selbstbewusste und furchtlose Tochter habe verÀngstigt ausgesehen.
Karina Ariev
Die Israelin Karina Ariev rief am Morgen des 7. Oktober israelischen Medien zufolge noch vom StĂŒtzpunkt aus ihre Angehörigen an. Die 20-JĂ€hrige sagte demnach, ihre Familie solle ihr Leben weiterleben. Sie habe zudem ihrer Schwester noch eine Nachricht geschickt und sie gebeten, auf ihre Eltern aufzupassen und stark zu sein, sollte die Soldatin den Angriff nicht ĂŒberleben.
Auf den Aufnahmen der Islamisten ist die junge Frau zu sehen, wie sie nur mit einem Schlafanzug bekleidet verschleppt wird. Ihre Eltern Ă€uĂerten israelischen Medien zufolge die Angst davor, dass ihre Tochter in der Geiselhaft sexualisierte Gewalt erfahre und schwanger werden könnte.
Naama Levy
Naama Levy ist eine weitere SpĂ€herin der militĂ€rischen Beobachtertruppe, deren Mitglieder vor dem Hamas-TerrorĂŒberfall Vorgesetzte vergeblich vor verdĂ€chtigen AktivitĂ€ten im Gazastreifen gewarnt hatten.Â
Die 20-JĂ€hrige ist auf den Aufnahmen vom Tag ihrer EntfĂŒhrung von einem MilitĂ€rstĂŒtzpunkt mit gefesselten HĂ€nden und blutverschmierter Hose zu sehen. Dies schĂŒrte Ăngste, die Frauen könnten auch Opfer sexualisierter Gewalt geworden sein.
Ihre Mutter teilte israelischen Medien mit, sie stelle sich stĂ€ndig Momente nach der RĂŒckkehr ihrer Tochter vor. Sie spreche in Gedanken mit ihr.
Die 20-JĂ€hrige war als Jugendliche ehrenamtlich bei einer israelisch-palĂ€stinensischen Friedensinitiative tĂ€tig. Ihren EntfĂŒhrern sagte sie: «Ich habe Freunde in PalĂ€stina.» GenĂŒtzt hat es ihr nichts.
Daniella Gilboa
Die ebenfalls vom ArmeestĂŒtzpunkt in Nahal Oz entfĂŒhrte Soldatin Daniella Gilboa ist auf den Aufnahmen der EntfĂŒhrung offenbar am Bein verletzt und humpelnd zu sehen. Sie war in mehreren von der Hamas verbreiteten Geisel-Videos zu sehen. Sie habe schreckliche Angst um ihr Leben, sagte die 20 Jahre alte Frau in einem davon. Ihrer Familie teilte sie darin mit, dass sie sie vermisse.
Im November 2024 teilte die Hamas mit, eine in den Gazastreifen entfĂŒhrte Israelin sei bei einem Angriff der israelischen Armee getötet worden. Sie verbreitete auch Aufnahmen, die unter anderem ein Tattoo der getöteten Geisel zeigen sollen. Damals gab es Berichte, es handle sich um Gilboa. Israel bestĂ€tigte diese Behauptung nicht.
Die junge Frau spielt laut israelischen Medien Klavier und trÀumt davon, SÀngerin zu werden.
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