Trump, Supreme

Trump: Supreme Court soll sich erstmal raushalten

21.12.2023 - 16:56:33

Können ehemalige US-PrĂ€sidenten fĂŒr ihre Handlungen im Amt strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden? Sonderermittler Smith will die Frage möglichst schnell vom Obersten Gericht klĂ€ren lassen.

Der ehemalige US-PrÀsident Donald Trump will erreichen, dass das Oberste Gericht der USA vorerst nicht die Frage seiner ImmunitÀt klÀrt. Der Republikaner bat das Gericht am Mittwoch (Ortszeit), einen entsprechenden Antrag von Sonderermittler Jack Smith abzulehnen.

Damit spielt der 77-JĂ€hrige im Gerichtsverfahren wegen versuchten Wahlbetrugs gegen ihn auf Zeit. Smith hatte den Supreme Court in der Vorwoche dagegen darum geben, zĂŒgig zu klĂ€ren, ob Trump wegen seiner Versuche, das Wahlergebnis der PrĂ€sidentenwahl 2020 zu kippen, auf Bundesebene strafrechtlich verfolgt werden kann - oder ob er von seiner ImmunitĂ€t als PrĂ€sident geschĂŒtzt ist.

Trumps AnwĂ€lte argumentierten nun, der Sonderermittler drĂ€nge mit seinem Vorgehen das Gericht, die ĂŒblichen Verfahren zu umgehen und ĂŒber die mit der ImmunitĂ€t zusammenhĂ€ngenden Fragestellungen fahrlĂ€ssig zu entscheiden.

Sturm auf das Kapitol

Trump ist in der US-Hauptstadt Washington wegen versuchten Wahlbetrugs angeklagt. AnhĂ€nger Trumps hatten am 6. Januar 2021 den Parlamentssitz in Washington gestĂŒrmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der PrĂ€sidentenwahl formal zu bestĂ€tigen. Trump hatte seine AnhĂ€nger zuvor bei einer Rede aufgewiegelt. Infolge der Krawalle kamen damals fĂŒnf Menschen ums Leben. Trump hatte einen Antrag auf Abweisung der Klage eingereicht und dies mit der ImmunitĂ€t des PrĂ€sidenten begrĂŒndet.

Damit scheiterte er jedoch. «Der vierjĂ€hrige Dienst des Beklagten als Oberbefehlshaber hat ihm nicht das göttliche Recht der Könige verliehen, sich der strafrechtlichen Verantwortlichkeit zu entziehen, die fĂŒr seine MitbĂŒrger gilt», schrieb die zustĂ€ndige Richterin in der UrteilsbegrĂŒndung. Gegen diese Entscheidung legte Trumps Team Berufung ein.

Doch Sonderermittler Smith wĂ€hlte einen ungewöhnlichen Weg: Er umging das Berufungsgericht und wendete sich direkt mit der Bitte an den Supreme Court, die Frage schnell zu klĂ€ren. «Dieser Fall betrifft Fragen von außergewöhnlicher nationaler Bedeutung», schrieb er. «Dieser Fall sollte daher zĂŒgig entschieden werden, damit das Gerichtsverfahren fortgefĂŒhrt werden kann, falls und sobald der Antrag des Beklagten auf ImmunitĂ€t abgelehnt wird.»

Smith versucht also das Prozedere zu beschleunigen, wĂ€hrend Trump das Verfahren mit allen Mitteln verzögern will - bestenfalls bis nach der PrĂ€sidentenwahl 2024. Der Prozess soll im MĂ€rz kommenden Jahres beginnen. Trump will fĂŒr die Republikaner noch einmal ins Weiße Haus einziehen. Er fĂŒhrt in parteiinternen Umfragen mit Abstand - die Vorwahlen fĂŒr die Kandidatur beginnen in wenigen Wochen. Bisher deutet alles auf eine Neuauflage des Wahlkampfs zwischen Trump und dem amtierenden PrĂ€sidenten Joe Biden hin.

@ dpa.de