Europas, Sozialdemokraten

Europas Sozialdemokraten: Brandmauer gegen Rechtsextreme

04.05.2024 - 04:51:28

KommissionsprĂ€sidentin von der Leyen hat sich offen fĂŒr eine Zusammenarbeit mit den Rechtskonservativen gezeigt. Europas Sozialdemokraten haben eine deutliche Forderung.

Europas Sozialdemokraten fordern die konservativen Parteien zu einem strikten Ausschluss jeglicher Zusammenarbeit mit Rechtsextremen in Europa auf. «Das darf nie wieder passieren!» heißt es in einer «Berliner Demokratie-ErklĂ€rung», die die Sozialdemokratische Partei Europas am Samstag bei einem Kongress in Berlin verabschieden will und die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. FĂŒr die SPD wollen die Parteivorsitzenden Saskia Esken und Lars Klingbeil sowie Europa-Spitzenkandidatin Katarina Barley unterzeichnen, wie es in der Partei hieß.

Die ErklĂ€rung gilt auch als Reaktion auf jĂŒngste Äußerungen von EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen. Von der Leyen hatte sich offen fĂŒr eine Zusammenarbeit mit rechtskonservativen KrĂ€ften im EuropĂ€ischen Parlament gezeigt. Mit Blick auf eine mögliche zweite Amtszeit nach der anstehenden Europawahl schloss die CDU-Politikerin eine Kooperation mit der Fraktion der EuropĂ€ischen Konservativen und Reformer (EKR) nicht aus. Zur EKR-Fraktion gehören unter anderen die nationalkonservativen Fratelli d'Italia der italienischen Premierministerin Giorgia Meloni, die Partei des rechtsextremen französischen Politikers Éric Zemmour, die rechtspopulistische Vox aus Spanien und die nationalkonservative polnische Partei PiS.

Aufstieg rechtsextremer KrÀfte

Europas Sozialdemokraten verurteilen in ihrer ErklĂ€rung die konservativen und liberalen Parteien, die rechtsextremen Parteien durch Koalitionen oder Vereinbarungen Zugang zur Macht ermöglicht hĂ€tten. «Ohne ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Rechtsextremen wĂ€re dies nicht geschehen.» Konservative und Liberale mĂŒssten in ihren Wahlprogrammen und in ErklĂ€rungen jegliche Zusammenarbeit oder Allianz mit rechtsextremen KrĂ€ften ablehnen. «Nur so können wir den WĂ€hlerinnen und WĂ€hlern die Gewissheit geben, dass es nach den Europawahlen eine zuverlĂ€ssige und feste Brandmauer gegen Rechtsextremismus gibt.»

Denn den Aufstieg rechtsextremer KrĂ€fte in Europa sehen die Sozialdemokraten als eine Bedrohung fĂŒr das europĂ€ische Projekt und die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger an. «Wo die Rechtsextremen heute an der Regierung sind, schrĂ€nken sie das Streikrecht und die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein.» Pressefreiheit, Rechtsstaatlichkeit und die Rechte von Frauen und LGBTIQ+-Personen wĂŒrden eingeschrĂ€nkt. «Sie setzen autoritĂ€re, autokratische Mittel ein, um die Freiheit und Demokratie auszuhöhlen.»

In ihrer ErklÀrung erinnern Europas Sozialdemokraten an die Massenproteste gegen Rechtsextremismus der vergangenen Wochen. «Als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen wir an ihrer Seite.»

@ dpa.de