Ausland, Frankreich

GdP hĂ€lt Krawalle wie in Frankreich auch in Deutschland fĂŒr möglich

04.07.2023 - 01:04:58

Krawalle wie in Frankreich hĂ€lt der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, auch hierzulande fĂŒr möglich.

"Auch in Deutschland sind an bestimmten Orten solche Krawalle denkbar, denn auch in Deutschland nimmt die Ablehnung der Demokratie, des Staates und staatlicher AutoritÀt zu", sagte Kopelke den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben). Erste Anzeichen habe es in der vergangenen Silvesternacht gegeben.

"Auch in Deutschland sind in bestimmten urbanen Bereichen Menschen auf sich allein gestellt und werden mehr und mehr zu Verlierern der Transformation der Arbeitswelt, der Digitalisierung oder Integrationsherausforderungen." Die Landesregierungen und die Bundesregierung mĂŒssten "sehr aufmerksam beobachten, was in unserem Nachbarland geschieht und schnell Vorsorge treffen", forderte der GdP-Bundesvorsitzende. "Bildung und Arbeit sind hier die SchlĂŒssel." Der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnt ebenfalls vor Entwicklungen wie in Frankreich. "Auch wenn die Lage nicht direkt mit der in Deutschland vergleichbar ist, kann man doch teilweise besorgniserregende Parallelen erkennen", sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Funke-Zeitungen. "Auch hier fĂŒhlen sich viele sozial benachteiligt, wenn nicht sogar bereits abgehĂ€ngt." Durch hohe Inflation und Preisanstiege reiche es fĂŒr immer mehr Menschen gerade noch so fĂŒr das Wesentliche. "Der zu niedrige Mindestlohn und unterfinanzierte Kindergrundsicherung befeuern dies noch", fĂŒgte Engelmeier hinzu. Explodierende Mieten verdrĂ€ngten viele Menschen aus den StĂ€dten in die Peripherie. Der SoVD fordere daher, "dass hier dringend alle Akteure gemeinsam gegensteuern und der spĂŒrbar fortschreitenden Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken mĂŒssen", sagte Engelmeier. "Denn schon heute wirkt sich das `sich nicht vertreten fĂŒhlen` in Politikverdrossenheit, der wachsenden Bereitschaft, Parteien an den RĂ€ndern zu wĂ€hlen und in politischem Extremismus aus."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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