Russlands dreitÀgige Waffenruhe im Ukraine-Krieg ausgelaufen
10.05.2025 - 23:28:30 | dpa.de
Im Ukraine-Krieg ist die von Kremlchef Wladimir Putin angeordnete dreitĂ€gige Feuerpause ausgelaufen. Allerdings wollte sich Putin in Moskau in der Nacht noch vor Journalisten Ă€uĂern. Die Waffenruhe lief um Mitternacht (23.00 Uhr MESZ) aus, ohne dass der Kreml oder die MilitĂ€rfĂŒhrung sich zunĂ€chst dazu Ă€uĂerten. Beide Kriegsparteien hatten sich seit Beginn der Feuerpause am Donnerstag immer wieder VerstöĂe gegen die Vereinbarung vorgeworfen.
In Kiew hatten der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj und seine vier wichtigsten europĂ€ischen VerbĂŒndeten Russland in einem Ultimatum aufgefordert, eine 30-tĂ€gige Waffenruhe ohne Vorbedingungen von Montag an umzusetzen. Andernfalls solle es neue Sanktionen geben.Â
Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und der polnische Regierungschef Donald Tusk waren nach Kiew gereist, um Russland von dort aus ultimativ zu einem bedingungslosen Waffenstillstand aufzufordern. Im ZDF sagte er: «Dies ist die gröĂte diplomatische Initiative, die es in den letzten Monaten, wenn nicht Jahren gegeben hat, um den Krieg in der Ukraine zu beenden.»Â
Selenskyj warf Putin zugleich vor, die Feuerpause der vergangenen Tage nur vorgetĂ€uscht zu haben, um den 80. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion gegen Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg zu feiern. «Die Angriffe an der Frontlinie gehen weiter», sagte der Staatschef bei einem Treffen der aus verbĂŒndeten Staaten bestehenden «Koalition der Willigen» in Kiew. Russland habe nicht aufgehört, aus der Luft ukrainische Positionen und die Grenzgemeinden anzugreifen.Â
Russisches MilitĂ€r wirft Ukraine auch VerstöĂe vor
Auch das russische Verteidigungsministerium listete tĂ€glich VerstöĂe gegen die Waffenruhe auf. Es gab demnach mehrfach ukrainische Versuche, ĂŒber die Staatsgrenze in die russischen Gebiete Kursk und Belgorod durchzubrechen. Die russische Armee reagiere nur auf ukrainische Angriffe, hieĂ es.
Die Angaben der Kriegsparteien sind von unabhĂ€ngiger Seite unmittelbar nicht ĂŒberprĂŒfbar. Die Ukraine wehrt sich seit ĂŒber drei Jahren gegen die russische Invasion. Die USA hatten eine 30-tĂ€gige Waffenruhe gefordert, um auf dieser Grundlage Friedensverhandlungen zu fĂŒhren. Russland dagegen nannte Bedingungen, darunter einen Stopp der westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine. Die Ukraine dĂŒrfe keinen Vorteil durch eine Feuerpause erhalten, sich militĂ€risch neu aufzustellen, hieĂ es in Moskau.
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