Ukraine, Russland

Putin nach Telefonat mit Trump offen fĂŒr kurze Waffenruhe

29.04.2026 - 21:28:18 | dpa.de

Kremlchef Putin und US-PrÀsident Trump telefonieren erneut. Ein Thema: eine erneute befristete Waffenruhe.

Kremlchef Wladimir Putin und US-PrÀsident Trump haben erneut miteinander telefoniert. (Archivbild) - Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Kremlchef Wladimir Putin und US-PrÀsident Trump haben erneut miteinander telefoniert. (Archivbild) - Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Kremlchef Wladimir Putin und US-PrĂ€sident Donald Trump haben in einem Telefonat ĂŒber eine befristete Waffenruhe im Ukraine-Krieg gesprochen. Putin sei bereit zu einer Feuerpause wĂ€hrend der Feierlichkeiten zum Weltkriegsgedenken, sagte der außenpolitische Berater des Kremlchefs, Juri Uschakow. Russland feiert am 9. Mai traditionell den Sieg ĂŒber Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. 

Weiter sagte Uschakow, das GesprĂ€ch sei offen und sachlich gewesen und habe auf russische Initiative stattgefunden. Trump sagte im Weißen Haus, er habe Putin in einem «langen», «guten» GesprĂ€ch eine Waffenruhe nahegelegt - «und ich glaube, er könnte das tun». 

Trump wurde im Oval Office auch gefragt, ob der Iran-Krieg oder der russische Krieg gegen die Ukraine eher enden werde. Seine Antwort: «Ich weiß es nicht.» Vielleicht lĂ€gen die Kriege in einem Ă€hnlichen Zeitplan. «Ich glaube, die Ukraine ist militĂ€risch gesehen geschlagen», sagte er. Es blieb allerdings unklar, ob er tatsĂ€chlich die Ukraine meinte. Seine darauffolgenden SĂ€tze legen nahe, dass der er das Land auch mit dem Iran verwechselt haben könnte. Denn darin spricht er von 159 aus dem Verkehr gezogenen Schiffen - eine GrĂ¶ĂŸenordnung, die die USA fĂŒr die zerstörten oder beschĂ€digten Schiffe der Irans angeben.

Der 79-JĂ€hrige bringt in seinen Reden und Statements immer wieder Fakten, Personen und Staaten durcheinander. Etliche oppositionelle Demokraten haben kĂŒrzlich gefordert, ihn wegen AmtsunfĂ€higkeit seines Amtes zu entheben. 

Mit Blick auf Putin betonte der US-PrÀsident, er denke, der Kremlchef sei schon vor einiger Zeit bereit gewesen, eine Einigung zu erzielen. «Ich glaube, einige Leute haben es ihm schwer gemacht, einen Deal zu machen.» Trump hat seinen Kurs im Ukraine-Krieg mehrfach geÀndert, fÀllt allerdings immer wieder mit Russland-nahen Positionen auf. 

Moskau will Kriegsziele erreichen

Aus Moskau hieß es, Putin habe Trump seine Sicht auf die Lage an der Front geschildert und Kiew Terror und Angriffe auf zivile Ziele vorgeworfen. Der Kremlchef beharrte demnach erneut auf den russischen Kriegszielen, er wĂŒrde aber vorziehen, sie im Rahmen von Verhandlungen zu erreichen. 

Die Ukraine nimmt als Teil ihres Abwehrkampfes systematisch und zuletzt immer erfolgreicher die russische Ölindustrie ins Visier, die wichtig fĂŒr Moskaus Finanzierung des Angriffskriegs ist. Bei den russischen Attacken kommen in der Ukraine fast tĂ€glich Zivilisten zu Tode, WohnhĂ€user und fĂŒr die Bewohner lebenswichtige Infrastruktur werden zerstört.

Im vergangenen Jahr gab es eine dreitĂ€gige Waffenruhe ĂŒber die Feierlichkeiten zum Weltkriegsgedenken. Es gab bereits mehrfach Versuche zeitlich begrenzter Feuerpausen in dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg, bei denen sich beide Seiten VerstĂ¶ĂŸe vorwarfen – zuletzt vor gut zwei Wochen zum orthodoxen Osterfest.

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