Kriege befeuern Klimakrise â Beim MilitĂ€r klafft DatenlĂŒcke
13.11.2025 - 17:16:06Die weltweite AufrĂŒstung und Kriege wie in Gaza, der Ukraine und im Sudan befeuern auch die Klimakrise - doch mĂŒssen die Treibhausgase aus dem MilitĂ€rsektor Stand jetzt nicht an die Vereinten Nationen gemeldet werden. Diese Ausnahmeregelung mĂŒsse ein Ende haben, forderte die Expertin Elly Kinney vom britischen Observatorium fĂŒr Konflikt und Umwelt auf der Klimakonferenz in Brasilien. Es mĂŒsse verpflichtende Meldungen an die UN geben. «Wir können diese blinde Stelle im Klimaschutz nicht lĂ€nger hinnehmen.»
Das MilitĂ€r ist nach ihren Worten schĂ€tzungsweise fĂŒr 5,5 Prozent der jĂ€hrlichen Treibhausgase rund um den Planeten verantwortlich. Wenn das MilitĂ€r der Welt ein einzelnes Land wĂ€re, hĂ€tte es den viertgröĂten CO2-FuĂabdruck aller Staaten.Â
So viel wie 120 Millionen Benzinautos
Kinney verwies auf SchĂ€tzungen von Forschern, dass allein die Emissionen durch die Zerstörung, RĂ€umung und den Wiederaufbau des Gazastreifens bis zu 31 Millionen Tonnen Kohlendioxid betragen könnten. Das sei mehr als 135 LĂ€nder weltweit jeweils allein fĂŒr sich genommen ausstoĂen. Und drei Jahre des russischen Angriffskriegs in der Ukraine entsprĂ€chen dem AusstoĂ, den 120 Millionen Benzinautos in einem Jahr in die AtmosphĂ€re pusten. Sie betonte, man spreche nicht ĂŒber diese Zahlen, um das menschliche Leid zu verharmlosen. Es gehe darum aufzuzeigen, dass das Leid sogar noch vergröĂert werde.
Weiter kritisierte sie, dass die EU- und Nato-Staaten planen, ihre MilitĂ€rausgaben stark zu erhöhen. Damit wĂŒrden Treibhausgasemissionen, etwa von Panzern und Jets, auf Jahrzehnte festgelegt. Ein F-35-Kampfjet habe beispielsweise eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 40 Jahren.
Barbara MagalhĂŁes Teixeira vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri verwies auf die jĂŒngsten Ergebnisse ihres Instituts, wonach die weltweiten MilitĂ€rausgaben im Jahr 2024 etwa 2,7 Billionen US-Dollar erreicht haben. «Dies ist der höchste jemals verzeichnete Wert.» Prognosen zufolge könnten sie bis 2030 auf 3,5 bis 5,2 Billionen US-Dollar steigen.


