ISW, Offensive

ISW warnt vor neuer russischer Offensive im Gebiet Charkiw

06.01.2024 - 14:38:27

Kupjansk gilt als strategisch wichtiger Eisenbahnknoten. Die russischen Truppen könnten in den kommenden Wochen versuchen, die Stadt zu erobern. US-Kriegsexperten haben die Lage analysiert.

US-MilitĂ€rexperten warnen vor einer möglichen neuen Offensive Russlands im Nordosten der Ukraine. «Russische KrĂ€fte könnten in den kommenden Wochen ihre Anstrengungen verstĂ€rken, Kupjansk im Gebiet Charkow zu erobern», schreiben die Analysten des US-Instituts fĂŒr Kriegsstudien in ihrem Bericht. Die dort stationierten Einheiten sind ihrer Ansicht nach weniger abgenutzt als die andernorts angreifenden russischen Truppen.

Der ukrainische Generalstab meldete in seinem tÀglichen Lagebericht sieben abgewehrte Angriffe auf die Siedlung Synkiwka unweit von Kupjansk. Kupjansk gilt als strategisch wichtiger Eisenbahnknoten. Die Stadt wird vom Fluss Oskil in zwei HÀlften geteilt. Die Ukrainer halten bei Kupjansk nur noch einen begrenzten Landstreifen östlich des Oskil. Nachdem das ukrainische MilitÀr bei seiner Gegenoffensive im Herbst 2022 an dieser Stelle noch teilweise bis in das benachbarte Gebiet Luhansk vordringen konnte, ist es inzwischen wieder in der Defensive.

Auch die Raketen- und Artillerieangriffe auf das Gebiet Charkiw und die Millionenstadt selbst haben zuletzt deutlich zugenommen. Nach einem Raketeneinschlag in Kupjansk sei in der Nacht eine 61-jĂ€hrige Frau aus den TrĂŒmmern gerettet und ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der MilitĂ€rgouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf seinem Telegramkanal mit.

Tweet US-Kriegsinstitut

Die britische Tageszeitung «The Telegraph» hatte vor wenigen Tagen die steigende Zahl der Luftangriffe auf das Gebiet Charkiw mit einer bevorstehenden Offensive verbunden. Bereits am Wochenende könnte die Zahl der Raketen- und ArtillerieschlÀge eskalieren, ab dem 15. Januar dann eine Bodenoffensive der Russen auf das Gebiet Charkiw beginnen, prognostizierte das Blatt. Das weckte Spekulationen, dass Kremlchef Wladimir Putin vor der anstehenden PrÀsidentenwahl in Russland im MÀrz versuchen könnte, die Millionenstadt Charkiw zu erobern. Die Stadt liegt nur etwa 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Nach Angaben ukrainischer MilitÀrs ist allerdings bislang keine russische Truppenkonzentration in der Region auszumachen.

@ dpa.de