Ukraine, Russland

IAEA-Experten entdecken Minen beim AKW Saporischschja

25.07.2023 - 03:42:13

Kurz nach Beginn des Angriffskriegs besetzen russische Truppen das Kernkraftwerk, zwischenzeitlich beruhigt sich die Lage. Nun stellen Spezialisten fest: Das GelÀnde um das AKW ist offenbar teils vermint.

Experten der Internationalen Atomenergiebehörde haben am Rand des GelÀndes des von russischen Truppen besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja Antipersonenminen entdeckt.

Bei einer Begehung am Sonntag hĂ€tten die Spezialisten einige Minen in einer Pufferzone zwischen der inneren und Ă€ußeren Absperrung der Anlage festgestellt, sagte IAEA-Direktor Rafael Grossi laut Mitteilung der Behörde. Zu diesem Bereich habe das Betriebspersonal keinen Zugang. Im inneren Bereich des GelĂ€ndes seien keine Minen festgestellt worden.

Russische Truppen hatten das AKW kurz nach Beginn des von PrĂ€sident Wladimir Putin befohlenen Angriffskriegs vor 17 Monaten besetzt. Mehrfach geriet die Anlage unter Beschuss, was trotz ihres Herunterfahrens international die Sorge vor einer Atomkatastrophe steigerte. Seit Monaten verdĂ€chtigen sich Moskau und Kiew gegenseitig, gezielt ein UnglĂŒck an der Nuklearanlage zu provozieren, entweder durch Beschuss oder durch Verminung. Anfang Juli spitzten sich die VorwĂŒrfe zu. Es hieß, ein Anschlag stehe unmittelbar bevor. Inzwischen hat sich die Lage wieder etwas beruhigt.

Die IAEA, die eigene Beobachter auf dem GelĂ€nde des AKW hat, hatte auf dem Höhepunkt des Streits erklĂ€rt, keine Anzeichen fĂŒr eine Verminung zu sehen. Gleichzeitig berichteten die internationalen Atomexperten aber auch, dass die Anlage frĂŒher schon vermint worden war und sie nicht Zugang zu allen Bereichen des Kraftwerks hĂ€tten.

«Widerspruch zu Leitlinien nuklearer Sicherheit»

Grossi sagte, seiner Behörde sei bekannt gewesen, dass Minen außerhalb des GelĂ€ndes und auch an bestimmten Stellen innerhalb des GelĂ€ndes platziert worden seien. Man habe seinem Team gesagt, dass es sich um eine militĂ€rische Entscheidung handele, und zwar in einem vom MilitĂ€r kontrollierten Gebiet.

«Dass sich derartige Sprengstoffe auf dem GelĂ€nde befinden steht im Widerspruch zu den IAEA-Sicherheitsstandards und den Leitlinien fĂŒr die nukleare Sicherheit», sagte Grossi. Aufgrund ihrer eigenen Beobachtungen sei seine Behörde aber zu dem Schluss gekommen, dass die Detonation dieser Minen die nuklearen Sicherheits- und Sicherungssysteme der Anlage nicht beeintrĂ€chtigen dĂŒrfte.

Das Abkommen zum Verbot von Antipersonenminen wurde 1997 beschlossen, die Ukraine ist 1999 beigetreten und hat es 2005 ratifiziert. Russland ist dem Vertrag nicht beigetreten. Antipersonenminen explodieren, wenn sie berĂŒhrt werden - etwa von Kindern, die sie aufheben wollen oder von Bauern, die ihr Feld bestellen. Sie sind oft nur so groß wie ein Handteller und können vom Boden oder aus der Luft mit Raketen ĂŒber grĂ¶ĂŸere Gebiete verteilt werden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Selenskyj: USA wollen Krieg bis Sommer beenden. Nun werden Inhalte aus den GesprĂ€chen bekannt. Zwei Tage lang verhandeln Russland, die Ukraine und die USA ĂŒber ein Ende des Ukraine-Kriegs. (Ausland, 07.02.2026 - 12:38) weiterlesen...

Neue Angriffe: Notabschaltungen in Großteil der Ukraine. Diesmal trifft es auch den Westen des Landes – mit Auswirkungen in Polen. Russland attackiert immer wieder die Energieinfrastruktur der Ukraine. (Ausland, 07.02.2026 - 09:49) weiterlesen...

Öl aus Russland: Trump streicht Strafzölle gegen Indien. Er verhĂ€ngte Zölle gegen Indien, weil das Land Öl von den Russen bezog. Jetzt sieht er Fortschritte. Trump wollte Russlands Wirtschaft schwĂ€chen, damit Putin das Geld fĂŒr den Ukraine-Krieg ausgeht. (Ausland, 07.02.2026 - 01:08) weiterlesen...

EU bringt 20. Paket mit Russland-Sanktionen auf den Weg Russland muss zum vierten Jahrestag seiner großangelegten Invasion in die Ukraine mit umfangreichen neuen EU-Sanktionen rechnen. (Boerse, 06.02.2026 - 16:04) weiterlesen...

EU bringt 20. Paket mit Russland-Sanktionen auf den Weg. Zum Jahrestag des Angriffskriegs gegen die Ukraine wird ein neues Paket prÀsentiert. Russland da treffen, wo es weh tut: Das ist das Ziel der EU-Sanktionen. (Ausland, 06.02.2026 - 15:57) weiterlesen...

Sanktionen gegen Strafgerichtshof – heikle Mission fĂŒr Hubig. Von einer heiklen Einladung ist nicht mehr die Rede. DafĂŒr von Software made in Germany. Nach US-Sanktionen bekrĂ€ftigt Justizministerin Hubig die Einhaltung völkerrechtlicher Verpflichtungen. (Ausland, 06.02.2026 - 12:19) weiterlesen...