Verfassungsrechtler, Trump-Amtszeit

Verfassungsrechtler hĂ€lt dritte Trump-Amtszeit fĂŒr gut möglich

04.05.2025 - 08:33:16

Lawrence Lessig, einer der wichtigsten Verfassungsrechtler der USA und Harvard-Professor, hĂ€lt eine dritte Trump-Amtszeit fĂŒr gut möglich.

Er sagte dem "Stern": "Es steht nirgendwo in der Verfassung, dass er nicht nach seiner Zeit als PrĂ€sident als VizeprĂ€sident kandidieren kann." Der zwölfte Zusatzartikel der US-Verfassung lasse das zu. Lessig erklĂ€rte: "So wĂŒrde er mit einem PrĂ€sidenten ins Amt kommen, der tritt dann zurĂŒck und Trump bekĂ€me seine dritte Amtszeit." Das sei ein bisschen wie bei Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin.

Lessig ist ĂŒberzeugt, dass Trump diesen Weg gehen könnte. Er lasse schließlich schon MĂŒtzen mit dem Aufdruck "Trump 2028" drucken. "Das einzige, was uns davor noch retten kann, ist seine Sterblichkeit", so Lessig. "Trump ist ein alter Mann." Mit Blick auf Trumps Politik und das Verhalten der Republikaner hat Lessig wenig Hoffnung auf baldige Entspannung. "Ich glaube, wir sind aufgeschmissen." Hinter Trumps Politik stĂŒnde kein Plan. "Es ist einfach nur Idiotie", so der Rechtsexperte, der sich 2016 fĂŒr die Demokraten als PrĂ€sidentschaftskandidat bewarb. Trump sei auf Rache aus und arbeite seine Liste der Feinde ab. Beim Umgang mit den BillionĂ€ren im Land sieht Lessig ebenfalls eine Gemeinsamkeit mit Putin. Diese wĂŒrden Trump auch nicht stoppen, denn sie hĂ€tten wohl gesehen, wie der russische PrĂ€sident mit Oligarchen umgegangen sei. Lessig: "Der hat einfach ein, zwei Oligarchen ausgeschaltet und zack, waren die verbliebenen wieder auf Linie." Den Streit zwischen der Trump-Regierung und der EliteuniversitĂ€t Harvard betrachtet Lessig mit Sorge. Er sei froh, dass die UniversitĂ€t sich wehre und RĂŒckgrat gezeigt habe. "Uns allen hier ist klar, dass es komplett illegal und verfassungswidrig ist, was der PrĂ€sident macht", sagte Lessig. Anders als von Trump behauptet, gehe es bei dem Streit nicht darum, jĂŒdische Studenten auf dem Campus besser zu schĂŒtzen. "Trump gibt einen Scheiß auf Antisemitismus", sagte Lessig. Trump erpresse die UniversitĂ€t gerade mit Mafia-Methoden. Harvard habe sich entschieden, in den Krieg zu ziehen. Und zwar gegen den unverantwortlichsten und mĂ€chtigsten Mann der Welt. "Es wird ein Blutbad. Harvard wird schweren Schaden nehmen. Aber wir mĂŒssen uns wehren", sagte Lessig.

@ dts-nachrichtenagentur.de