Lawrow und Rubio treffen sich bei UN in New York
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 16:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Russlands AuĂenminister Sergej Lawrow und US-AuĂenminister Marco Rubio sind am Rande der UN-Generaldebatte in New York zu einem GesprĂ€ch zusammengekommen.
GesprÀchsinhalte zunÀchst offen
Das russische AuĂenministerium veröffentlichte Fotos des Treffens auf der Plattform X, machte aber keine Angaben zu den Inhalten. Von US-amerikanischer Seite gab es zunĂ€chst ebenfalls keine offiziellen Informationen.
Der Ukraine-Krieg steht am zweiten Tag der UN-Generaldebatte im Mittelpunkt. Vor der Vollversammlung wird eine Rede des ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj erwartet.
Angespannte Beziehungen
Die Beziehungen zwischen Russland und den USA bleiben angespannt. US-PrÀsident Donald Trump betont dennoch wiederholt seine nach eigener Darstellung gute Beziehung zum russischen PrÀsidenten Wladimir Putin.
Lawrow und Rubio hatten zuletzt im Juli beim AuĂenministertreffen der Staatengruppe Asean in Manila miteinander gesprochen. Das von Moskau angekĂŒndigte Treffen dauerte 35 Minuten und brachte beim zentralen Streitpunkt, dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, keine AnnĂ€herung.
USA als Vermittler
Die Vereinigten Staaten verstehen sich als Vermittler in dem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Krieg. Nennenswerte Fortschritte auf dem Weg zu einem Kriegsende wurden bislang nicht erzielt.
Diplomatie im Schatten des Krieges
Das Treffen fĂ€llt in eine Phase, in der die US-Regierung den Anspruch aufrechterhĂ€lt, zwischen Moskau und Kiew vermitteln zu können. Nach mehr als viereinhalb Jahren Krieg bleiben die zentralen Streitfragen jedoch ungelöst: Russland und die Ukraine liegen bei Gebietsfragen, Sicherheitsgarantien und den Bedingungen fĂŒr eine Waffenruhe weit auseinander.
Die UN-Generaldebatte bietet dafĂŒr einen besonders dichten diplomatischen Rahmen. In New York kommen Staats- und Regierungschefs sowie AuĂenminister zu bilateralen GesprĂ€chen zusammen, wĂ€hrend die öffentliche Aufmerksamkeit auf Reden und politische Signale gerichtet ist. Ein GesprĂ€ch zwischen Lawrow und Rubio kann deshalb KommunikationskanĂ€le offenhalten, sagt aber fĂŒr sich genommen nichts ĂŒber einen Durchbruch aus.
Ukraine im Zentrum der GesprÀche
Die zeitliche NĂ€he zum erwarteten Auftritt Selenskyjs verleiht dem Treffen zusĂ€tzliche Bedeutung. Die ukrainische FĂŒhrung nutzt die UN-BĂŒhne, um internationale UnterstĂŒtzung zu sichern und auf eine Beendigung des russischen Angriffs zu dringen. FĂŒr die USA besteht zugleich das Risiko, dass VermittlungsbemĂŒhungen ohne konkrete Ergebnisse an GlaubwĂŒrdigkeit verlieren.
FĂŒr die Ăffentlichkeit ist vor allem entscheidend, ob aus dem Kontakt belastbare Vereinbarungen entstehen: etwa zu einer Waffenruhe, zum Schutz kritischer Infrastruktur oder zu weiteren GesprĂ€chen unter Beteiligung der Ukraine. Solange keine GesprĂ€chsinhalte bekannt sind, bleibt das Treffen zunĂ€chst ein diplomatisches Signal und kein Ergebnis.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
MDR: âSelenskyj: Ukraine bereit zu begrenzter Waffenruheâ (23.09.2026)
Der Bericht bestĂ€tige das Treffen und ordne es in die Kriege in der Ukraine und im Iran ein. Anders als die dpa-Meldung verweise er auf eine AnkĂŒndigung des US-AuĂenministeriums und stelle den Termin in den Zusammenhang weiterer GesprĂ€che in New York; konkrete Ergebnisse des Austauschs zwischen Rubio und Lawrow nenne auch dieser Bericht nicht.
tagesschau: âTrump und Selenskyj sprechen ĂŒber Deeskalation mit Russlandâ (23.09.2026)
Der Artikel bestĂ€tige, dass das Treffen von Rubio und Lawrow im Tagesverlauf geplant sei, und setze den Schwerpunkt auf Selenskyjs GesprĂ€ch mit Trump sowie den Vorschlag einer begrenzten Waffenruhe fĂŒr Angriffe auf Energieanlagen. Offen bleibe nach Darstellung des Berichts, ob Russland auf diesen Vorschlag eingehe und ob aus den Kontakten konkrete Verhandlungen hervorgingen.
Beide Berichte stellten das Treffen als Teil einer gröĂeren diplomatischen AktivitĂ€t wĂ€hrend der UN-Generaldebatte dar; sie berichteten jedoch nicht ĂŒber konkrete GesprĂ€chsergebnisse zwischen den beiden AuĂenministern.
