Liberia, Regierungswechsel

Liberia vor Regierungswechsel: Weah rÀumt Niederlage ein

18.11.2023 - 04:05:13

Liberia zĂ€hlt zu den Ă€rmsten LĂ€ndern der Welt. Nun bahnt sich nach einer engen Stichwahl um das PrĂ€sidentenamt ein Machtwechsel an. Amtsinhaber Weah, Ex-Weltfußballer, warnt vor einer Spaltung.

Liberia steht nach einer engen Stichwahl vor einem Regierungswechsel. Amtsinhaber und Ex-Weltfußballer George Weah rĂ€umte seine Niederlage gegen Herausforderer Joseph Boakai ein. Er habe Boakai zu seinem Sieg gratuliert, sagte Weah.

Die Ergebnisse deuteten auf einen uneinholbaren Vorsprung Boakais hin. Die Liberianer seien die Gewinner der Wahlen, sagte Weah und rief seine AnhĂ€nger auf, die Ergebnisse zu akzeptieren. Nach AuszĂ€hlung fast aller Stimmen fĂŒhrte Boakai mit 50,9 Prozent vor Weah mit 49,1 Prozent, wie Medien unter Berufung auf die Wahlkommission berichteten. Die USA gratulierten Boakai.

Tiefe Spaltung im Land

Die erste Wahlrunde am 10. Oktober hatte Weah hauchdĂŒnn mit 43,83 Prozent der Stimmen vor Boakai mit 43,44 Prozent gewonnen. Die Stichwahl in dem westafrikanischen Land war am Dienstag. Die Regierung des frĂŒheren Fußballstars Weah, der fĂŒr Spitzenclubs wie Paris Saint-Germain, AC Mailand und den FC Chelsea spielte, wird mit mehreren Korruptionsskandalen in Verbindung gebracht.

Boakai war von 2006 bis 2018 VizeprÀsident unter Ellen Johnson-Sirleaf, der FriedensnobelpreistrÀgerin von 2011. Beide Kandidaten versprachen ArbeitsplÀtze und Investitionen in die Infrastruktur des hoch verschuldeten Landes.

Weah sagte: «Das liberianische Volk hat gesprochen, und wir haben seine Stimme gehört.» Die knappen Ergebnisse offenbarten jedoch eine tiefe Spaltung im Land. «Beim Übergang zu einer neuen Regierung mĂŒssen wir auf die Gefahren der Spaltung achten und zusammenarbeiten, um eine gemeinsame Basis zu finden.»

Aufruf der USA

Die USA begrĂŒĂŸten, dass Weah die Ergebnisse friedlich akzeptiert habe. «Wir rufen alle BĂŒrger auf, dem Beispiel von PrĂ€sident Weah zu folgen und die Ergebnisse zu akzeptieren», sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller.

Schon 2017 war es zu einer Stichwahl zwischen Weah von der Koalition fĂŒr Demokratischen Wechsel (CDC) und Boakai von der Partei fĂŒr Einheit (UP) gekommen. Weah siegte damals mit 61,5 Prozent zu 38,5 Prozent.

Der KĂŒstenstaat am Atlantik gehört trotz reicher BodenschĂ€tze zu den Ă€rmsten LĂ€ndern der Welt. Neben wirtschaftlichen Problemen bewegen vor allem Korruption und die schleppende Aufarbeitung der frĂŒheren BĂŒrgerkriegsverbrechen viele Liberianer. Zwischen 1989 und 2003 wurden rund 250.000 Menschen getötet. Die meisten Kriegsverbrecher blieben straffrei.

@ dpa.de