Manchester, Jüdische Gemeinde

Manchester: Zwei Iraner wegen Terrorplan gegen jüdische Gemeinde angeklagt

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 05:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Zwei iranische Staatsbürger sollen Anschläge auf die jüdische Gemeinde im Raum Manchester vorbereitet haben. Die Männer wurden festgenommen und sollen in London vor Gericht erscheinen.

Die beiden Iraner sollen heute in London vor Gericht erscheinen. (Symbolbild) - Bild: Anna Ross/dpa
Die beiden Iraner sollen heute in London vor Gericht erscheinen. (Symbolbild) - Bild: Anna Ross/dpa

Zwei iranische Staatsbürger sollen Anschläge auf die jüdische Gemeinde im Raum Manchester geplant und dafür unter anderem Informationen sowie Komponenten zum Bau von Sprengsätzen beschafft haben.

Festnahmen in Manchester

Nach Angaben der Metropolitan Police recherchierten die 36 und 34 Jahre alten Männer zudem im Internet nach möglichen Angriffszielen. Sie wurden demnach am 20. September in Manchester festgenommen.

Die beiden Beschuldigten leben im nordenglischen Liverpool und Salford. Sie kamen in Untersuchungshaft und sollen heute in London vor Gericht erscheinen.

Kontakt zu möglichem Helfer im Iran

Den Ermittlern zufolge standen die Männer im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Anschlagsplänen mit einem weiteren Mann im Ausland in Kontakt. Diese Person halte sich möglicherweise im Iran auf.

Die britische leitende nationale Koordinatorin für Terrorismusbekämpfung, Vicki Evans, erklärte, ihr sei bewusst, dass die Nachricht wegen des Beginns von Jom Kippur große Besorgnis ausgelöst habe.

Erinnerung an Anschlag auf Synagoge

Am Tag der Festnahmen begann in diesem Jahr Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag. Zugleich jährte sich der Angriff auf eine Synagoge in Heaton Park in Manchester, der von einem mutmaßlich islamistischen Täter verübt worden war.

Der Fall löste in Großbritannien eine Debatte über die Gefahr antisemitisch motivierter Gewalt aus. Evans verwies außerdem auf den Vorfall nahe der Luftwaffenbasis RAF Fairford.

Polizei sieht keinen Zusammenhang mit Fairford

In der Nacht zum Sonntag waren dort fünf Männer aufgegriffen worden. Sie wurden inzwischen unter strengen Auflagen freigelassen; gegen sie wird wegen des Verdachts auf die Vorbereitung einer terroristischen Tat und möglicher Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt.

Der britische Premierminister Andy Burnham hatte eine mögliche Verbindung zum Iran angesprochen. Evans betonte jedoch, die Fälle stünden in keiner Weise miteinander in Verbindung.

Mehrere Sicherheitslagen in Großbritannien

Der Fall fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für mögliche terroristische Bedrohungen in Großbritannien. Neben den Ermittlungen gegen die beiden Iraner steht der Vorfall nahe der von den USA genutzten Luftwaffenbasis RAF Fairford im Fokus. Die britische Anti-Terror-Polizei betont jedoch ausdrücklich, dass zwischen beiden Fällen kein Zusammenhang besteht.

Für die jüdische Bevölkerung in Manchester hat der Zeitpunkt eine besondere Bedeutung. Die Festnahmen erfolgten am Beginn von Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag. Zugleich jährte sich der Angriff auf eine Synagoge im Stadtteil Heaton Park, der als islamistisch motiviert eingestuft wurde. Damit treffen die mutmaßlichen Anschlagspläne auf eine bereits sensibilisierte Gemeinschaft und verstärken die Sorge vor antisemitischer Gewalt.

Iran-Bezug bleibt sicherheitspolitisch relevant

Nach Angaben der Polizei sollen die Beschuldigten mit einem weiteren Mann im Ausland in Kontakt gestanden haben, der sich möglicherweise im Iran aufhält. Das macht den Fall auch vor dem Hintergrund der britischen Debatte über iranische Aktivitäten im Land bedeutsam. Eine konkrete staatliche Steuerung der mutmaßlichen Anschlagsplanung ist damit nicht belegt; entscheidend sind zunächst die nun anstehenden gerichtlichen Verfahren und die weiteren Ermittlungen.

Für die Öffentlichkeit steht neben der Aufklärung möglicher Tatvorbereitungen die Frage im Mittelpunkt, wie jüdische Einrichtungen geschützt werden. Die britischen Behörden müssen dabei zwischen konkreten Gefahrenhinweisen, allgemeiner Vorsorge und der Vermeidung unnötiger Verunsicherung abwägen.

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