WHO-Hilfe, Cholera-Fall

WHO-Hilfe nach erstem Cholera-Fall im Libanon

17.10.2024 - 23:44:13

Mehr als eine Million Vertriebene im Libanon, die teils auf engstem Raum zusammenleben: Das ist ein NĂ€hrboden fĂŒr Infektionskrankheiten. Der erste Cholera-Fall versetzt die WHO in Alarmbereitschaft.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist nach dem ersten gemeldeten Cholera-Fall in der aktuellen Krise im Libanon alarmiert. Sie arbeite mit Hochdruck daran, einen grĂ¶ĂŸeren Cholera-Ausbruch zu verhindern, berichtete sie in Genf. Die libanesischen Gesundheitsbehörden hatten diese Woche einen ersten Fall bestĂ€tigt. 

Cholera ist eine Durchfallerkrankung. Sie breitet sich durch Wasser aus, das etwa durch FĂ€kalien verunreinigt ist. Die Gefahr eines Ausbruchs besteht immer, wenn viele Menschen unter nicht ausreichend hygienischen UmstĂ€nden zusammenleben mĂŒssen.

Im Libanon sind durch die israelischen Angriffe im Kampf gegen die Hisbollah-Miliz in den vergangenen Wochen mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Viele leben auf engem Raum in NotunterkĂŒnften oder unter freiem Himmel und haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.

Krankheit fĂŒr Kinder lebensgefĂ€hrlich

Cholera war zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren im Oktober 2022 im Libanon ausgebrochen. Es wurden mehr als 8000 VerdachtsfĂ€lle gezĂ€hlt, und 23 Menschen kamen ums Leben, ehe der Ausbruch im Juni 2023 zu Ende ging. Die Krankheit ist vor allem fĂŒr kleine Kinder lebensgefĂ€hrlich. 

Unter anderem werden nun Menschen getestet und Wasserproben untersucht. Mit Partnerorganisationen versucht die WHO, mehr sauberes Trinkwasser bereitzustellen und die Abwasserentsorgung zu verbessern. Zudem ist bereits medizinisches Material zur Behandlung von Cholera-Infizierten ins Land gebracht worden. Seit Anfang August lief eine Impfkampagne gegen Cholera, die durch die Eskalation der KĂ€mpfe zwischen Hisbollah und Israel unterbrochen wurde.

@ dpa.de