EU-Haushalt, EU-Parlament

EU-Haushalt fĂŒr 2024: EU-Parlament und LĂ€nder einigen sich

11.11.2023 - 08:49:15

Mehr Geld fĂŒr die Herausforderungen auf der Welt: Die EU-LĂ€nder und das Europaparlament einigen sich auf den Haushalt der Staatengemeinschaft fĂŒr das kommende Jahr. Ganz endgĂŒltig ist es noch nicht.

Der EU-Haushalt fĂŒr das kommende Jahr steht. In der Nacht zum Samstag einigten sich UnterhĂ€ndler des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten darauf, dass 2024 rund 189,4 Milliarden Euro verplant werden können, wie aus den Mitteilungen hervorgeht.

Mehr Geld gebe es unter anderem fĂŒr die BewĂ€ltigung der Folgen des Krieges in der Ukraine und globaler Herausforderungen, Forschung, die UnterstĂŒtzung junger Menschen - etwa durch das Erasmusprogramm - sowie grĂŒne Ausgaben, hieß es vom Parlament.

FĂŒr Deutschland sind die Haushaltsverhandlungen besonders bedeutsam, weil die Bundesrepublik als grĂ¶ĂŸter Nettozahler der Union fast ein Viertel der Mittel des EU-Haushalts beisteuert. Zugleich betont die Bundesregierung grundsĂ€tzlich, dass Deutschland auch so sehr vom EU-Binnenmarkt profitiere wie keine andere europĂ€ische Volkswirtschaft.

Wie viel Geld kann verplant werden?

Die Einigung sei ein realistischer Ansatz, der den aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Kontext berĂŒcksichtige, sagte die zustĂ€ndige spanische StaatssekretĂ€rin Esperanza SamblĂĄs. Neuen Herausforderungen, die sich im Jahr 2024 ergeben könnten, werde Rechnung getragen. Spanien hat derzeit den EU-Ratsvorsitz inne. Das Parlament und die LĂ€nder mĂŒssen die Einigung noch formell bestĂ€tigen.

GrundsĂ€tzlich ging es bei den Verhandlungen um die Frage, wie viel Geld 2024 verplant werden kann. Die EU-Kommission hatte im Sommer einen Haushalt in Höhe von 189,3 Milliarden Euro fĂŒr das kommende Jahr vorgeschlagen, grĂŒne und digitale Ausgaben sollten weiterhin PrioritĂ€t haben. Die EU-LĂ€nder wollten rund 187 Milliarden Euro bereitstellen. Der Rahmen fĂŒr den Jahreshaushalt wurde vom 2021 vereinbarten langfristigen EU-Haushalt vorgegeben. Er umfasst fĂŒr den Zeitraum 2021 bis 2027 rund 1,1 Billionen Euro.

Schwieriger als sonst

Die diesjĂ€hrigen Verhandlungen fĂŒr das Budget im kommenden Jahr waren komplizierter als gewöhnlich, da derzeit eine Aufstockung des langfristigen EU-Haushalts, des sogenannten MehrjĂ€hrigen Finanzrahmens (MFR), diskutiert wird. Ende Juni hatte die EU-Kommission mit Blick auf fehlendes Geld im langfristigen Gemeinschaftsetat die MitgliedslĂ€nder um 66 Milliarden Euro zusĂ€tzlich fĂŒr die kommenden Jahre gebeten, unter anderem um zusĂ€tzliche Hilfen fĂŒr die Ukraine zu finanzieren.

Mehrere LĂ€nder, darunter Deutschland, hatten die Forderung nach mehr Geld stark kritisiert. Einzig bei weiteren Zahlungen fĂŒr die Ukraine herrscht weitgehende Einigkeit, allerdings droht der ungarische MinisterprĂ€sident Viktor Orban hier mit einem Veto. Es zeichnet sich eine langwierige Debatte ab. Nach einer Einigung zum MFR wird der Haushalt fĂŒr 2024 noch einmal angefasst werden.

Mit dem Geld aus dem EU-Gemeinschaftsbudget sollen unter anderem Projekte fĂŒr einen besseren Schutz der EU-Außengrenzen und den Umwelt- und Klimaschutz gefördert werden. Ein Großteil des Betrags wird zudem wie gehabt zur UnterstĂŒtzung von Landwirten und vergleichsweise armen Regionen in den EU-LĂ€ndern dienen.

@ dpa.de