Kolumbien, Wahl

Gewalt und Polarisierung prÀgen PrÀsidentenwahl in Kolumbien

31.05.2026 - 05:00:05 | dpa.de

Mehrere AnschlĂ€ge, bewaffnete Gruppen und politische Spannungen ĂŒberschatten die Wahl in Kolumbien. Zugleich fĂ€llt die Bilanz der ersten linken Regierung des Landes umstritten aus.

  • Rund 41 Millionen BĂŒrger sind dazu aufgerufen, einen neuen PrĂ€sidenten zu wĂ€hlen. (Archivbild) - Foto: Fernando Vergara/AP/dpa
    Rund 41 Millionen BĂŒrger sind dazu aufgerufen, einen neuen PrĂ€sidenten zu wĂ€hlen. (Archivbild) - Foto: Fernando Vergara/AP/dpa
  • Der linke Senator IvĂĄn Cepeda aus dem Regierungslager gehört zu den Favoriten bei der PrĂ€sidentenwahl.  - Foto: Matias Delacroix/AP/dpa
    Der linke Senator Ivån Cepeda aus dem Regierungslager gehört zu den Favoriten bei der PrÀsidentenwahl. - Foto: Matias Delacroix/AP/dpa
  • Die konservative Senatorin Paloma Valencia aus dem Umfeld des frĂŒheren PrĂ€sidenten Álvaro Uribe gehört zu den Favoriten. (Archivbild) - Foto: Fernando Vergara/AP/dpa
    Die konservative Senatorin Paloma Valencia aus dem Umfeld des frĂŒheren PrĂ€sidenten Álvaro Uribe gehört zu den Favoriten. (Archivbild) - Foto: Fernando Vergara/AP/dpa
  • Der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella wirbt fĂŒr ein kompromissloses Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen. (Archivbild) - Foto: Santiago Saldarriaga/AP/dpa
    Der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella wirbt fĂŒr ein kompromissloses Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen. (Archivbild) - Foto: Santiago Saldarriaga/AP/dpa
  • Ein Wahlhelfer richtet ein Wahllokal in Vorbereitung auf die PrĂ€sidentschaftswahl ein. (Archivbild) - Foto: Matias Delacroix/AP/dpa
    Ein Wahlhelfer richtet ein Wahllokal in Vorbereitung auf die PrÀsidentschaftswahl ein. (Archivbild) - Foto: Matias Delacroix/AP/dpa
Rund 41 Millionen BĂŒrger sind dazu aufgerufen, einen neuen PrĂ€sidenten zu wĂ€hlen. (Archivbild) - Foto: Fernando Vergara/AP/dpa Der linke Senator IvĂĄn Cepeda aus dem Regierungslager gehört zu den Favoriten bei der PrĂ€sidentenwahl.  - Foto: Matias Delacroix/AP/dpa Die konservative Senatorin Paloma Valencia aus dem Umfeld des frĂŒheren PrĂ€sidenten Álvaro Uribe gehört zu den Favoriten. (Archivbild) - Foto: Fernando Vergara/AP/dpa Der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella wirbt fĂŒr ein kompromissloses Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen. (Archivbild) - Foto: Santiago Saldarriaga/AP/dpa Ein Wahlhelfer richtet ein Wahllokal in Vorbereitung auf die PrĂ€sidentschaftswahl ein. (Archivbild) - Foto: Matias Delacroix/AP/dpa

Kolumbien wĂ€hlt heute vor dem Hintergrund wachsender Gewalt und tiefer politischer Spannungen einen neuen PrĂ€sidenten. Rund 41 Millionen BĂŒrger sind dazu aufgerufen, einen Nachfolger des linken PrĂ€sidenten Gustavo Petro zu bestimmen, der gemĂ€ĂŸ Verfassung nicht erneut kandidieren darf.

Insgesamt treten 14 Kandidaten an, nach aktuellen Umfragen gibt es drei klare Favoriten. Zu ihnen zĂ€hlen der linke Senator IvĂĄn Cepeda aus dem Regierungslager, der den Reformkurs Petros fortsetzen will, sowie die konservative Senatorin Paloma Valencia aus dem Umfeld des frĂŒheren PrĂ€sidenten Álvaro Uribe, die einen harten Sicherheitskurs fordert. 

Ebenfalls gute Chancen werden dem rechtsgerichteten Anwalt Abelardo de la Espriella eingerĂ€umt, der unter anderem fĂŒr einen schlankeren Staat und ein kompromissloses Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen wirbt.

«Eine der schwersten Gewaltwellen der letzten Jahre»

Der Wahlkampf wurde zuletzt zunehmend von der schwierigen Sicherheitslage ĂŒberschattet. Kolumbien erlebe derzeit «eine der schwersten Gewaltwellen der letzten Jahre», sagte die Leiterin des Kolumbien-BĂŒros der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Kristin Wesemann. 

Im Vorfeld der Abstimmung kam es zu einer Reihe von AnschlÀgen, bei denen mehrere Zivilisten, Soldaten und Polizisten ums Leben kamen oder verletzt wurden. Politische Gewalt beschÀftigt das Land aber bereits seit lÀngerem: Im Juni vergangenen Jahres wurde etwa der konservative Senator Miguel Uribe Turbay bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Hauptstadt Bogotå angeschossen und erlag spÀter seinen Verletzungen.

Nach EinschÀtzung der KAS-Expertin haben sich bewaffnete Gruppen in vielen Regionen weiter ausgebreitet. «67 Prozent aller Gemeinden [...] sind den illegalen Netzwerken und Gruppen ausgesetzt», sagte Wesemann. Zugleich seien «die staatlichen Sicherheitsstrukturen extrem geschwÀcht».

Einem Bericht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz zufolge erlebte Kolumbien im Vorjahr die schwersten humanitÀren Folgen bewaffneter Konflikte seit einem Jahrzehnt. Mehr als 235.000 Menschen wurden demnach vertrieben.

Petro wollte «totalen Frieden» mit bewaffneten Gruppen

Die Sicherheitslage rĂŒckt damit auch in der Bilanz von Petro in den Mittelpunkt. Der erste linke PrĂ€sident in der Geschichte Kolumbiens war 2022 mit dem Versprechen eines «totalen Friedens» angetreten und wollte durch Verhandlungen mit bewaffneten Gruppen die jahrzehntelange Gewalt eindĂ€mmen. Ein entscheidender Durchbruch blieb bislang jedoch aus.

AnhĂ€nger der Regierung verweisen dagegen auf soziale Fortschritte. Laut einer Analyse des unabhĂ€ngigen US-Thinktanks Center for Economic and Policy Research (CEPR) stiegen unter Petro die Sozialausgaben deutlich, der Mindestlohn wurde angehoben und die Armutsquote sank seit 2022 spĂŒrbar. Auch die Arbeitslosigkeit ging zuletzt zurĂŒck.

Mehrere Reformprojekte scheiterten jedoch im Kongress oder verzögerten sich. Zudem sorgten zahlreiche Ministerwechsel und in der Öffentlichkeit ausgetragene Konflikte der Regierung immer wieder fĂŒr Kritik. Auch außenpolitisch trat Petro hĂ€ufig konfrontativ auf. Sein VerhĂ€ltnis zu US-PrĂ€sident Donald Trump gilt unter anderem wegen Streitigkeiten ĂŒber Migration, Abschiebungen und Drogenpolitik als angespannt.

Sollte keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erreichen, kommt es am 21. Juni zu einer Stichwahl, wovon Umfragen derzeit ausgehen.

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