US-Midterms, Michigan

Michigan: Demokratin Stevens unterstützt Republikaner Rogers

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 15:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Demokratin Haley Stevens stellt sich gegen den eigenen Parteikollegen Abdul El-Sayed und unterstützt den Republikaner Mike Rogers. Der Schritt löst im demokratischen Lager heftige Reaktionen aus und findet die ausdrückliche Zustimmung von Donald Trump.

Streit um den Senatssitz in Michigan

  • Haley Stevens unterstützte am Sonntag den Republikaner Mike Rogers bei dessen Bewerbung um einen Senatssitz.
  • Die Abstimmung findet an diesem Dienstag in Michigan und den übrigen US-Bundesstaaten statt.
  • Stevens warf Abdul El-Sayed eine von Hass geprägte Kampagne vor und nannte seine Zusammenarbeit mit Hasan Piker problematisch.
  • Die Demokratin Stevens hat sich bei den US-Parlamentswahlen überraschend für den republikanischen Kandidaten Rogers ausgesprochen. - Bild: Jose Juarez/FR171038 AP/AP/dpa
  • Machen plötzlich gemeinsame Sache: die Demokratin Stevens und der Republikaner Rogers. - Bild: Jose Juarez/FR171038 AP/AP/dpa
Die Demokratin Stevens hat sich bei den US-Parlamentswahlen überraschend für den republikanischen Kandidaten Rogers ausgesprochen. - Bild: Jose Juarez/FR171038 AP/AP/dpa Machen plötzlich gemeinsame Sache: die Demokratin Stevens und der Republikaner Rogers. - Bild: Jose Juarez/FR171038 AP/AP/dpa

Haley Stevens unterstützt Republikaner Mike Rogers

Die demokratische Abgeordnete Haley Stevens hat sich kurz vor den US-Parlamentswahlen in Michigan für den republikanischen Senatskandidaten Mike Rogers ausgesprochen. Damit stellt sie sich gegen ihren Parteikollegen Abdul El-Sayed, der sie zuvor in der demokratischen Vorwahl besiegt hatte.

Vorwürfe gegen El-Sayed

Stevens begründete ihre Entscheidung mit einer aus ihrer Sicht von Hass geprägten Kampagne El-Sayeds und kritisierte dessen Zusammenarbeit mit dem linken Streamer Hasan Piker. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Rogers wurde sie mehrfach als „Verräterin“ beschimpft.

Rogers sagte, Hass könne so laut werden, dass dadurch Bürger in Michigan gefährdet würden. Er verwies zudem auf Risiken für jüdische Bürger, die aus seiner Sicht durch El-Sayed entstünden.

Trump begrüßt die Unterstützung

US-Präsident Donald Trump begrüßte Stevens’ Schritt auf seiner Plattform Truth Social. Bei einem Wahlkampfauftritt in Iowa lud er sie ein, der Republikanischen Partei beizutreten.

Trump und die Republikaner hatten El-Sayed im Wahlkampf als radikal links dargestellt und ihn in die Nähe von Islamisten gerückt. Trump bezeichnete ihn als „radikalen Dschihadisten“, Rogers sprach von einer „extremen Ideologie“.

Demokraten sprechen von Verrat

Die frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und der demokratische Minderheitsführer im Senat Chuck Schumer warfen Stevens Verrat vor. Auch mehrere ihrer engsten Mitarbeiter reagierten mit Unmut; ihr langjähriger Bürochef und ihr Kommunikationsleiter kündigten.

Abstimmung über Kongress

Am Dienstag werden 35 der 100 Senatssitze und alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus neu gewählt. Umfragen zufolge können die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen, während sich im Senat kein klares Bild ergibt.

El-Sayed wäre bei einem Wahlerfolg der erste muslimische Senator der USA. Zu seinen Kernforderungen gehören eine staatliche Krankenversicherung für alle und eine stärkere Besteuerung von Superreichen.

Der Vorgang fällt in eine besonders zugespitzte Phase des US-Wahlkampfs. Bei den Midterms werden 35 der 100 Sitze im Senat und sämtliche 435 Mandate im Repräsentantenhaus neu vergeben. Für die Demokraten steht dabei die Chance auf eine Mehrheit im Repräsentantenhaus im Mittelpunkt, während das Rennen um die Mehrheitsverhältnisse im Senat offener ist.

Stevens’ Unterstützung für Rogers ist deshalb politisch bedeutsam, weil sie nicht lediglich auf eine Enthaltung hinausläuft. Die Demokratin wirbt aktiv für den republikanischen Bewerber und begründet dies mit Vorwürfen gegen El-Sayed. Zugleich macht der Vorgang sichtbar, wie stark innerparteiliche Konflikte über politische Ausrichtung, den Umgang mit jüdischen Bürgern und den Nahostkonflikt den Wahlkampf prägen.

Bedeutung für Michigan

Für El-Sayed erhöht der Schulterschluss den Druck, seine eigene Anhängerschaft zu mobilisieren und die Vorwürfe zurückzuweisen. Rogers kann die Unterstützung einer prominenten Demokratin als Signal über Parteigrenzen hinweg nutzen, während Trump den Konflikt öffentlich zugunsten der Republikaner ausschlachtet. Stevens’ Entscheidung könnte zudem die Debatte über den Kurs der Demokraten über Michigan hinaus beeinflussen.

Für die Wählerinnen und Wähler ist der Streit unmittelbar relevant, weil er wenige Tage vor der Abstimmung die Personen und Themen des Senatsrennens neu gewichtet. Die ersten Ergebnisse werden in Mitteleuropa in der Nacht zum Mittwoch erwartet; wann die Mehrheitsverhältnisse in beiden Kongresskammern feststehen, bleibt offen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Trump: "Haley Stevens hat Mut": Demokratin in Michigan empfiehlt Wahl von Republikaner“ (02.11.2026)

Der Beitrag bestätige Stevens’ Unterstützung für Mike Rogers und stelle Trumps positive Reaktion heraus. Anders als die dpa-Meldung lege n-tv den Schwerpunkt stärker auf Trumps Bewertung der Demokratin.

Tagesschau: „Michigan vor US-Zwischenwahl Demokratin unterstützt jetzt Republikaner“ (02.11.2026)

Der Artikel bestätige den Wechsel von Stevens’ Unterstützung weg von Abdul El-Sayed hin zu Mike Rogers. Im Mittelpunkt stehe dort stärker die unmittelbare Bedeutung des Vorgangs für die Zwischenwahlen, während die dpa-Meldung zusätzlich die Reaktionen aus Washington und die Vorwürfe gegen El-Sayed ausführlich beschreibe.

Beide Beiträge stellten den ungewöhnlichen parteiübergreifenden Schulterschluss als zentrales Ereignis heraus. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Schwerpunkt: Trumps Reaktion stehe bei n-tv im Vordergrund, die Wahlkampfbedeutung bei der Tagesschau.

Disclaimer...
de | ausland | 70446097 |