Mike Pence, Donald Trump

Pence startet Wahlkampf mit verbalem Angriff auf Trump

07.06.2023 - 21:11:20

Mike Pence will US-PrĂ€sident werden und fordert seinen frĂŒheren Chef Donald Trump heraus. Mit einem Video macht er nun seine Bewerbung publik - und hĂ€lt eine Wahlkampfrede, die es in sich hat.

  • Mike Pence, republikanischer PrĂ€sidentschaftskandidat und ehemaliger VizeprĂ€sident der USA. - Foto: Charlie Neibergall/AP/dpa

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  • Ex-VizeprĂ€sident Mike Pence bei einem Event in Washington. Der ehemalige Trump-Partner will 2024 selbst fĂŒr das höchste Amt in den USA kandidieren. - Foto: Alex Brandon/AP

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  • Mike Pence, republikanischer PrĂ€sidentschaftskandidat und ehemaliger VizeprĂ€sident der USA, und seine Frau Karen kommen zu einer Wahlkampfveranstaltung. - Foto: Charlie Neibergall/AP/dpa

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Mike Pence, republikanischer PrĂ€sidentschaftskandidat und ehemaliger VizeprĂ€sident der USA. - Foto: Charlie Neibergall/AP/dpaEx-VizeprĂ€sident Mike Pence bei einem Event in Washington. Der ehemalige Trump-Partner will 2024 selbst fĂŒr das höchste Amt in den USA kandidieren. - Foto: Alex Brandon/APMike Pence, republikanischer PrĂ€sidentschaftskandidat und ehemaliger VizeprĂ€sident der USA, und seine Frau Karen kommen zu einer Wahlkampfveranstaltung. - Foto: Charlie Neibergall/AP/dpa

Zum Auftakt seines PrĂ€sidentschaftswahlkampfes hat der frĂŒhere US-VizeprĂ€sident Mike Pence seinen stĂ€rksten parteiinternen Konkurrenten und ehemaligen Chef Donald Trump verbal attackiert. Mit Blick auf den Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 warf er Trump vor, ihn und seine Familie mit seinen Worten in Gefahr gebracht zu haben.

Weiter sagte er: «Das amerikanische Volk verdient es zu wissen, dass PrĂ€sident Trump an diesem schicksalhaften Tag auch von mir verlangte, zwischen ihm und der Verfassung zu entscheiden», sagte Pence. Nun wĂŒrden die WĂ€hlerinnen und WĂ€hler wieder vor die gleiche Entscheidung gestellt.

Pence hatte gestern mit einem Video seine Bewerbung öffentlich gemacht, nachdem er bereits am Montag seine Bewerbungsunterlagen bei der Wahlkommission eingereicht hatte. Auch Trump tritt nach seiner Niederlage 2020 wieder an. Von 2017 bis 2021 war Pence Trumps Stellvertreter im Weißen Haus. Die PrĂ€sidentenwahl steht am 5. November 2024 an. Wer am Ende der offizielle Kandidat wird, entscheidet eine parteiinterne Vorwahl. Pence und Trump haben ein schwieriges VerhĂ€ltnis und eine durchwachsene gemeinsame Vergangenheit.

Der Kapitol-Sturm und der Vize-PrÀsident

«Jeder, der sich selbst ĂŒber die Verfassung stellt, sollte niemals PrĂ€sident der Vereinigten Staaten sein», sagte Pence mit Blick auf den Sturm auf das US-Kapitol weiter. Und auch jeder, der jemand anderen darum bitte, ihn ĂŒber die Verfassung zu stellen, sollte nie wieder PrĂ€sident werden.

Trump-AnhĂ€nger erstĂŒrmten am 6. Januar 2021 den Kongresssitz, wĂ€hrend dort unter Vorsitz von Pence der Sieg des Demokraten Biden bestĂ€tigt werden sollte. Trump hatte in den Tagen davor behauptet, dass Pence Wahlergebnisse aus einzelnen Bundesstaaten einfach ablehnen könnte, was Rechtsexperten und auch der VizeprĂ€sident fĂŒr unrechtmĂ€ĂŸig hielten.

WĂ€hrend des Kapitol-Sturms twitterte Trump, Pence habe «nicht den Mut gehabt, das zu tun, was getan werden sollte». Aus dem Mob kamen Rufe wie «HĂ€ngt Pence». Nach dem Ende der Attacke schloss der Kongress unter Pence' Vorsitz die BestĂ€tigung von Bidens Sieg ab. Pence bezeichnete Trumps damalige Äußerungen und auch sein Verhalten spĂ€ter als gefĂ€hrlich.

Joe Biden im Visier

In dem von Pence veröffentlichten Bewerbungsvideo sind zwar etliche Szenen aus Pence' Zeit als Vize zu sehen, Trump aber spart er bewusst aus. Stattdessen nimmt er, wie auch seiner Rede kurze Zeit spĂ€ter, US-PrĂ€sident Joe Biden und dessen Demokraten ins Visier. «Unser Land steckt heute in großen Schwierigkeiten. PrĂ€sident Joe Biden und die radikale Linke haben Amerika im Inland wie im Ausland geschwĂ€cht», sagt Pence.

Gott aber habe mit Amerika noch nicht abgeschlossen. Gemeinsam könne man das Land zu alter StĂ€rke zurĂŒckbringen. «Die besten Tage fĂŒr die großartigste Nation der Welt stehen noch bevor», sagt er.

Thema auch die Ukraine

Am Abend stellte sich Pence, der gestern auch seinen 64. Geburtstag feierte, noch bei einer BĂŒrgerfragestunde des Fernsehsenders CNN in Iowa den Fragen von WĂ€hlerinnen und WĂ€hlern. Darin Ă€ußerte er sich auch zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Er wĂŒrde die Ukraine als PrĂ€sident der Vereinigten Staaten eigenen Worten zufolge weiterhin militĂ€risch gegen Russland unterstĂŒtzen. «Wir mĂŒssen den Menschen in der Ukraine die FĂ€higkeit geben, zu kĂ€mpfen», so Pence.

In diesem Kontext teilte er auch erneut gegen Trump aus. Dieser habe Kremlchef Wladimir Putin bei dessen Einmarsch ein «Genie» genannt. «Ich kenne den Unterschied zwischen einem Genie und einem Kriegsverbrecher und ich weiß, wer im Krieg in der Ukraine gewinnen muss - und es sind die Menschen, die fĂŒr ihre Freiheit und fĂŒr die Wiederherstellung ihrer nationalen SouverĂ€nitĂ€t in der Ukraine kĂ€mpfen», sagte Pence.

Pence: ein klassischer Konservativer

Mit seiner AnkĂŒndigung erweitert Pence das Feld der republikanischen Aspiranten weiter. Die prominentesten darunter, neben Trump, sind der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, und die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. Bei den Demokraten ist weniger Bewegung zu erwarten. PrĂ€sident Biden tritt zur Wiederwahl an, und als Amtsinhaber dĂŒrfte er aus den eigenen Reihen kaum ernstzunehmende Konkurrenz im Wahlkampf bekommen.

Pence versteht sich als klassischer Konservativer, der die Republikanische Partei zu ihren Wurzeln zurĂŒckbringen will. Er ist tiefglĂ€ubig, spricht gerne und viel ĂŒber Religion, pflegt das Image des braven Staatsdieners. FĂŒr Trump deckte der evangelikale Christ damals diese wichtige WĂ€hlergruppe ab. Pence unterstĂŒtzt auch ein landesweites Abtreibungsverbot, was vielen Konservativen, gerade am Ă€ußeren Rand, sehr wichtig ist. «Andere Zeiten erfordern eine andere FĂŒhrung», betont Pence in seinem Video.

Bei den Republikanern fĂŒhrt Trump das Bewerberfeld in Umfragen an. Pence liegt derzeit weit zurĂŒck. Durch seine Amtszeit als VizeprĂ€sident hat er zwar einen hohen Bekanntheitsgrad, allerdings hat er mit schlechten Beliebtheitswerten zu kĂ€mpfen. Jahrelang trat Pence als treu ergebener WeggefĂ€hrte Trumps auf. Weit mehr noch als andere VizeprĂ€sidenten vor ihm war er darauf erpicht, seinen Chef stĂ€ndig zu loben und auf eine Art Podest zu heben. Doch spĂ€testens in den Wirren nach der PrĂ€sidentschaftswahl 2020 wurde das VerhĂ€ltnis der beiden nachhaltig beschĂ€digt.

@ dpa.de