Nahost, Israel

ZehntÀgige Libanon-Waffenruhe tritt in Kraft

16.04.2026 - 23:02:22 | dpa.de

Mindestens zehn Tage lang sollen im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah die Waffen schweigen. Doch wird die Feuerpause eingehalten? Kurz vor Beginn fliegen jedenfalls noch Raketen.

  • Menschen an einer zerstörten BrĂŒcke im SĂŒdlibanon. - Foto: Mohammed Zaatari/AP/dpa
  • Zerstörtes Haus im Norden Israels. (Archivbild) - Foto: Baz Ratner/AP/dpa
Menschen an einer zerstörten BrĂŒcke im SĂŒdlibanon. - Foto: Mohammed Zaatari/AP/dpa Zerstörtes Haus im Norden Israels. (Archivbild) - Foto: Baz Ratner/AP/dpa

Nach wochenlangen KĂ€mpfen zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz ist eine von US-PrĂ€sident Donald Trump verkĂŒndete Waffenruhe offiziell in Kraft getreten. Die Frist fĂŒr die Feuerpause begann um Mitternacht (Ortszeit, 23.00 Uhr MESZ), sie soll zunĂ€chst zehn Tage dauern. Trump hatte die Waffenruhe nach GesprĂ€chen mit Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu und dem libanesischen PrĂ€sidenten Joseph Aoun angekĂŒndigt - die Hisbollah war daran nicht beteiligt. Unklar war zunĂ€chst, inwieweit beide Seiten sie einhalten werden. 

Netanjahu bestĂ€tigte die Waffenruhe in einer Videobotschaft, sagte jedoch, israelische Bodentruppen sollten auch wĂ€hrend des zehntĂ€gigen Zeitraums in einer Pufferzone im SĂŒdlibanon bleiben. Die Hisbollah ließ zunĂ€chst offen, ob sie sich an die Feuerpause halten wird. Jede Waffenruhe mĂŒsse «umfassend fĂŒr das gesamte libanesische Gebiet» gelten und dĂŒrfe keinerlei Truppenbewegungen Israels zulassen, forderte die Miliz. 

WĂ€hrend einer 2024 vereinbarten Waffenruhe hatte die israelische Armee weiterhin regelmĂ€ĂŸig Ziele im Libanon angegriffen. Die von der libanesischen Regierung zugesagte Entwaffnung der Hisbollah war nicht gelungen. Beide Seiten warfen sich VerstĂ¶ĂŸe vor. 

Angriffe bis kurz vor Beginn von Waffenruhe

Kurz vor Beginn der neuen Waffenruhe teilte die israelische Armee mit, sie bereite sich auf mögliche Angriffe aus dem Libanon auf Israels Norden vor. Die Hisbollah feuerte kurz vor Inkrafttreten der Feuerpause noch zahlreiche Raketen auf Ortschaften im Norden Israels. Drei Menschen wurden nach Angaben von SanitÀtern von Raketensplittern verletzt, zwei davon schwer. Die israelische Armee teilte mit, sie habe daraufhin Raketenabschussrampen der Hisbollah im Libanon angegriffen. 

Auch im Libanon wurden bis kurz vor Inkrafttreten weitere Angriffe Israels gemeldet. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete von mehreren Angriffen im SĂŒden des Landes bis kurz vor Mitternacht. Das Gesundheitsministerium meldete, dass bei einem Angriff am Abend nahe der KĂŒstenstadt Sidon drei Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden sein.

Seit kurz nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatten sich auch die vom Iran unterstĂŒtzte Hisbollah und das israelische MilitĂ€r eine erneute schwere Konfrontation geliefert. Als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten FĂŒhrers Ajatollah Ali Chamenei feuerte die Hisbollah seit Anfang MĂ€rz erneut Raketen in Richtung Israel. Die israelische Luftwaffe reagierte seitdem mit massiven Luftangriffen. Das israelische MilitĂ€r rĂŒckte in einer Bodenoffensive zudem weiter in den SĂŒden des Nachbarlandes vor und lieferte sich im Grenzgebiet BodenkĂ€mpfe mit der Hisbollah.

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