IStGH-ChefanklÀger will Haftbefehl gegen Myanmars Junta-Chef
27.11.2024 - 11:19:10Die Anklage des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) hat Haftbefehl gegen den MilitĂ€rchef von Myanmar beantragt. Der Oberbefehlshaber und faktische Regierungschef, General Min Aung Hlaing, sei verantwortlich fĂŒr Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Verfolgung und Deportation der muslimischen Rohingya-Minderheit 2017 in Myanmar und Bangladesch, teilte ChefanklĂ€ger Karim Khan in Den Haag mit.Â
Hunderttausende Rohingya waren vor sieben Jahren aus ihrer mehrheitlich buddhistischen Heimat Myanmar geflohen, als das MilitĂ€r eine Offensive gegen die muslimische Minderheit startete. Mittlerweile leben rund eine Million Rohingya in der weltweit gröĂten Ansammlung von FlĂŒchtlingscamps im Bezirk Cox's Bazaar im SĂŒdosten von Bangladesch.Â
UN sprechen von Völkermord
Die Minderheit wurde Opfer von Massenvergewaltigungen und Morden, oftmals wurden ganze Dörfer abgebrannt. Die Vereinten Nationen bezeichnen ihre Verfolgung als Völkermord. Durch ein 1982 erlassenes Gesetz wurde den Rohingya die StaatsbĂŒrgerschaft verwehrt. Dies machte sie nach UN-Angaben zur gröĂten staatenlosen Gruppe weltweit, obwohl die Rohingya seit Generationen in Myanmar (frĂŒher: Birma) lebten.
Das MilitÀr in Myanmar hatte im Februar 2021 geputscht und Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet. Seither regiert die Junta unter Min Aung Hlaing mit brutaler Gewalt. FriedensnobelpreistrÀgerin Suu Kyi sitzt in Haft.
Dies sei der erste Antrag auf einen Haftbefehl gegen hochrangige StaatsfunktionĂ€re in Myanmar, teilte die Anklage mit. Weitere sollen folgen. Dem Antrag mĂŒssen nun noch die Richter zustimmen.Â
«Rohingya sind nicht vergessen»
Der Anklage liegt nach eigenen Angaben eine FĂŒlle von Beweisen vor wie Zeugenaussagen, Dokumente, Fotos und Videos. «Damit werden wir gemeinsam mit all unseren Partnern zeigen, dass die Rohingya nicht vergessen sind», sagte Khan. «Dass sie, wie alle Menschen auf der Welt, Anspruch auf den Schutz durch das Gesetz haben.»
Menschenrechtler begrĂŒĂten den Antrag. Dieser sei «ein wichtiger Schritt, um den Kreislauf von Missbrauch und Straflosigkeit zu durchbrechen», teilte Human Rights Watch mit. Die MitgliedslĂ€nder des Internationalen Strafgerichtshof sollten den VorstoĂ als Erinnerung an die Bedeutung des Gerichts betrachten, wenn andere TĂŒren zur Gerechtigkeit geschlossen seien.





