Wahlforscher, Vucic-Partei

Wahlforscher: Vucic-Partei gewinnt Parlamentswahl in Serbien

17.12.2023 - 22:48:44

Mit einem gemeinsamen Antreten wollte die liberale Opposition ihre Aussichten verbessern. Doch die Macht der PrÀsidentenpartei bleibt in Serbien weiterhin unangefochten. Haben deren Leute mit Tricks nachgeholfen?

  • Der serbische PrĂ€sident Aleksandar Vucic gilt als Favorit. - Foto: Darko Vojinovic/AP

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  • Parlamentswahl: Der serbische PrĂ€sident Aleksandar Vucic galt als Favorit. - Foto: Darko Vojinovic/AP

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Der serbische PrÀsident Aleksandar Vucic gilt als Favorit. - Foto: Darko Vojinovic/APParlamentswahl: Der serbische PrÀsident Aleksandar Vucic galt als Favorit. - Foto: Darko Vojinovic/AP

Die Partei von PrÀsident Aleksandar Vucic hat am Sonntag nach Angaben von Wahlforschern die Parlamentswahl in Serbien gewonnen. Nach AuszÀhlung von 80 Prozent der abgegebenen Stimmen sahen die Belgrader Institute Cesid und Ipsos die Serbische Fortschrittspartei (SNS) mit 46 Prozent der Stimmen als klar stÀrkste Kraft.

GegenĂŒber der vorherigen Wahl vor 17 Monaten legte die SNS um zwei Prozentpunkte zu. Bleibt es dabei, wĂŒrde sie im Alleingang ĂŒber eine absolute Mehrheit von 129 Mandaten in der 250-sitzigen Volksversammlung (Skupstina) verfĂŒgen. Die liberale Opposition, die diesmal als WahlbĂŒndnis «Serbien gegen Gewalt» gemeinsam antrat, vereinigte demnach 23 Prozent der Stimmen auf sich und kann mit 64 Mandaten rechnen.

DrittstĂ€rkste Kraft wurde die Sozialistischen Partei Serbiens (SPS) von Außenminister Ivica Dacic mit 7 Prozent der Stimmen und 18 Mandaten. Sie regiert seit 2012 in einer Koalition mit der SNS.

Vucic ist seit Mai formell nicht mehr SNS-Vorsitzender, bestimmt aber weiterhin die Geschicke der Partei. Im Wahlkampf brachte er sich massiv ein. Die SNS stand als Liste mit dem Namen «Aleksandar Vucic - Serbien darf nicht stehenbleiben» auf den Wahlzetteln.

Opposition und Wahlforscher warfen der PrĂ€sidentenpartei rund 450 VerstĂ¶ĂŸe gegen die Wahlordnung vor. Unter anderem seien Stimmen gekauft und Menschen aus dem serbischen Teil Bosniens in Bussen nach Belgrad gebracht worden, um dort zur Wahl zu gehen.

PrÀsident Vucic will Macht festigen

Vucic hatte das Parlament nach nicht einmal zwei Jahren aufgelöst. Der PrÀsident, der seit 2012 in wechselnden Funktionen die Politik des Landes bestimmt, nutzt vorgezogene Wahlen immer wieder, um sich der LoyalitÀt seiner FunktionÀre und AnhÀnger zu versichern. Kritiker werfen ihm einen autoritÀren Regierungsstil vor.

Vucic missbraucht diesen Stimmen zufolge den Regierungsapparat, Polizei und Geheimdienste, um politische Konkurrenten wirtschaftlich zu ruinieren und in der Öffentlichkeit zu diffamieren. Zugleich seien die Machthabenden um Vucic mit der organisierten KriminalitĂ€t im Bunde, lauten VorwĂŒrfe der Kritiker. TĂ€tliche Angriffe auf Oppositionelle wĂŒrden hĂ€ufig von SchlĂ€gertrupps aus diesem Milieu durchgefĂŒhrt.

Auslöser der vorgezogenen Wahl waren vor allem zwei AmoklĂ€ufe im Mai mit 18 Toten sowie Konflikte in dem seit 2008 unabhĂ€ngigen Kosovo. Serbien beansprucht seine einstige, heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Provinz weiterhin fĂŒr sich.

Protestbewegung gegen Vucic-Regierung

Die AmoklĂ€ufe im Mai hatten eine massive Protestbewegung gegen die Vucic-Regierung ausgelöst. Sie warf der Regierung und ihren Medien vor, ein Klima des Hasses und der Gewaltverherrlichung zu schĂŒren. Die liberale Opposition schloss sich infolgedessen zum WahlbĂŒndnis «Serbien gegen Gewalt» zusammen. Ihre Politiker und AnhĂ€nger hoffen darauf, bei Kommunalwahlen, die gleichzeitig stattfanden, die Hauptstadt zu erobern.

GewÀhlt wurden am Sonntag auch die Abgeordnetenkammer der halbautonomen Nordprovinz Vojvodina sowie 65 von 197 Gemeindevertretungen im Land, darunter die in Belgrad. Das vorlÀufige Endergebnis will die staatliche Wahlkommission am Montag bekanntgeben.

@ dpa.de