Ukraine kann auf Fortschritte im EU-Beitrittsprozess hoffen
01.12.2024 - 14:37:20Der neue EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa hat der Ukraine zĂŒgige Fortschritte im EU-Beitrittsprozess in Aussicht gestellt. Gemeinsam werde man daran arbeiten, im ersten Halbjahr des nĂ€chsten Jahres mindestens zwei Bereiche der Beitrittsverhandlungen zu eröffnen, sagte der frĂŒhere portugiesische MinisterprĂ€sident am Rande von GesprĂ€chen mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew. In verschiedenen Politikbereichen, wie etwa beim Roaming zur kostengĂŒnstigen Handynutzung im Ausland, beginne bereits eine schrittweise Integration.
Zudem sicherte Costa der Ukraine weitere EU-Finanzhilfen und entschlossene Arbeiten am 15. Paket mit Russland-Sanktionen zu. Vom kommenden Jahr an wolle man aus Erlösen eingefrorener Vermögenswerte Russlands in der EU monatlich 1,5 Milliarden Euro an UnterstĂŒtzung leisten, sagte er. Zudem werde man mit weiteren Sanktionen den Druck auf die russische Wirtschaft erhöhen und Russlands FĂ€higkeit, Krieg zu fĂŒhren, schwĂ€chen.
Die EuropĂ€ische Union hatte die Beitrittsverhandlungen mit der von Russland angegriffenen Ukraine offiziell Anfang des Sommers eröffnet. Wie lange sie dauern werden und ob sie ĂŒberhaupt zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden können, ist offen. Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der TĂŒrkei wurden beispielsweise bereits 2005 gestartet - sie liegen allerdings heute nach fortdauernden RĂŒckschritten des Landes in den Bereichen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte vollstĂ€ndig auf Eis.
Bei der Ukraine gilt es derzeit auch als unwahrscheinlich, dass sie vor dem Ende des russischen Angriffskriegs EU-Mitglied wird. Denn dann könnte Kiew nach Artikel 42, Absatz 7 des EU-Vertrags militÀrischen Beistand einfordern - und die EU wÀre Kriegspartei.


