China, Kim

China feiert mit Kim und Putin MilitÀrparade in Peking

03.09.2025 - 05:03:23

Mit einer gigantischen Parade gedenkt China des Endes des Zweiten Weltkriegs. Putin und Kim stehen demonstrativ an der Seite von Xi - und US-PrĂ€sident Trump lĂ€sst sich zu einem Einwurf hinreißen.

  • Der chinesische PrĂ€sident Xi Jinping fĂ€hrt die MilitĂ€rparade ab. - Foto: Andy Wong/AP/dpa

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  • Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin, der chinesische PrĂ€sident Xi Jinping und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un kommen zu einer MilitĂ€rparade anlĂ€sslich des 80. Jahrestages der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg. - Foto: Sergei Bobylev/Pool Sputnik Kremlin/dpa

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  • WĂ€hrend einer MilitĂ€rparade ziehen Raketen vorbei. - Foto: Ng Han Guan/AP/dpa

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Der chinesische PrÀsident Xi Jinping fÀhrt die MilitÀrparade ab. - Foto: Andy Wong/AP/dpaDer russische PrÀsident Wladimir Putin, der chinesische PrÀsident Xi Jinping und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un kommen zu einer MilitÀrparade anlÀsslich des 80. Jahrestages der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg. - Foto: Sergei Bobylev/Pool Sputnik Kremlin/dpaWÀhrend einer MilitÀrparade ziehen Raketen vorbei. - Foto: Ng Han Guan/AP/dpa

Mit einer großangelegten MilitĂ€rparade hat China in Peking den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs begangen. Im Zentrum der Hauptstadt zog die Volksbefreiungsarmee am Platz des Himmlischen Friedens vorbei. Staats- und Parteichef Xi Jinping nahm die Schau mit mehr als 10 000 Soldaten, Hunderten Fahrzeugen und Flugzeugen ab.

Xi rief zu Frieden auf und warnte zugleich vor neuen Gefahren. «Heute steht die Menschheit erneut vor der Wahl zwischen Frieden und Krieg, Dialog und Konfrontation, Win-Win und Nullsummenspiel», sagte er. China werde «fest auf der richtigen Seite der Geschichte» stehen, am Weg der friedlichen Entwicklung festhalten und mit anderen Völkern eine «Gemeinschaft mit geteilter Zukunft» aufbauen. Die Volksbefreiungsarmee mĂŒsse zu einer Weltklasse-Armee ausgebaut werden, um SouverĂ€nitĂ€t und territoriale IntegritĂ€t zu sichern und zugleich mehr zum Weltfrieden beizutragen. 

Trump hÀlt Xi Konspiration gegen die USA vor

US-PrĂ€sident Donald Trump kommentierte das Geschehen in seinem sozialen Netzwerk Truth Social. Er fragte, ob Xi in seiner Rede an die UnterstĂŒtzung erinnern werde, die die USA China im Kampf gegen den japanischen Aggressor gegeben hĂ€tten. Viele Amerikaner seien fĂŒr Chinas Sieg und Ruhm gestorben. Er hoffe, dass diese Opfer geehrt wĂŒrden. «Bitte richten Sie meine herzlichsten GrĂŒĂŸe an Wladimir Putin und Kim Jong Un aus, wĂ€hrend Sie gegen die Vereinigten Staaten von Amerika konspirieren», schrieb Trump weiter mit Blick auf den Kremlchef und Nordkoreas Machthaber, die unter den EhrengĂ€sten in Peking waren. 

Viele westliche Diplomaten blieben dagegen fern. Die Veranstaltung geriet damit zu einem geopolitischen Schaufenster: China prĂ€sentierte sich an der Seite jener beiden Staatschefs, die im Westen als Aggressoren im Ukraine-Krieg gelten - ein Signal, das dort fĂŒr Irritation sorgte.

Xi dankte in seiner Rede «den auslĂ€ndischen Regierungen und internationalen Freunden, die das chinesische Volk im Widerstand gegen die Aggression unterstĂŒtzt und ihm geholfen haben.»

Blick auf neue Waffensysteme 

Im Vorfeld hatte das MilitĂ€r angekĂŒndigt, in den 45 vorbeiziehenden Formationen auch neue und ausschließlich in China produzierte Systeme zu zeigen. Peking hatte 26 Staats- und Regierungschefs zu dem Spektakel erwartet. 

Putin war bereits zuvor zu einem mehrtĂ€gigen Besuch nach China gereist, bei dem er am Gipfel der Shanghaier Organisation fĂŒr Zusammenarbeit (SOZ) in Tianjin teilnahm. Dort hielten sich Putin und Indiens Premierminister Narendra Modi demonstrativ an den HĂ€nden und zeigten sich gut gelaunt an der Seite von Xi. Der chinesische PrĂ€sident warb fĂŒr eine «gerechte, multipolare Ordnung».

Krieg kostete Millionen Chinesen das Leben 

Historisch griff Peking mit der Parade, die in Àhnlicher Form erstmals vor zehn Jahren stattfand, ein dunkles Kapitel auf. Offiziell trug sie den Titel zum «Ende der japanischen Aggression». 

Japan griff China 1937 an. Der Krieg dauerte bis 1945 und forderte Millionen Tote in China. Nationalisten und Kommunisten einigten sich damals auf eine Einheitsfront gegen Japan, blieben aber gegenseitig misstrauisch. Nach der japanischen Kapitulation flammte der BĂŒrgerkrieg zwischen ihnen wieder auf. 

1949 siegten die Kommunisten, Mao Zedong rief in Peking die Volksrepublik China aus, wĂ€hrend sich die Nationalisten nach Taiwan zurĂŒckzogen. Dass es die Volksrepublik 1945 noch nicht gab, wird bis heute als Grund genannt, Pekings Darstellung der Kriegszeit zu kritisieren - vor allem in Taiwan, das sich selbst regiert, von Peking aber als eigenes Territorium beansprucht wird.

Kritik an Geschichtsdeutung 

Laut EinschĂ€tzung von Claus Soong vom Berliner China-Institut Merics verfolgt Peking mit der Parade vor allem außenpolitische Ziele. Sie sei «eine Plattform, um die historische Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg neu zu interpretieren». Peking wolle zeigen, dass es heute stark genug sei, seine eigene Sicht auf Geschichte und Weltordnung vorzulegen.

Die MilitĂ€rparade der kommunistischen FĂŒhrung Chinas anlĂ€sslich des 80. Jahrestages der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg war die bislang grĂ¶ĂŸte der Volksrepublik. Das seltene Ereignis in der chinesischen Hauptstadt war auch eine Gelegenheit, einen Blick auf neue Truppen und Waffensysteme der Volksbefreiungsarmee zu werfen.

@ dpa.de