China protzt mit Waffenschau - Xi im Bund mit Putin und Kim
03.09.2025 - 12:43:10 | dpa.deLaserkanonen, Kampfroboter, Unterwasserdrohnen â und dazu Tausende Soldaten im Gleichschritt: Mit einer machtvollen MilitĂ€rparade hat China in Peking den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs gefeiert und dabei öffentlich neue Waffensysteme aufgefahren. Im Zentrum der Hauptstadt zogen mehr als 10.000 Soldaten der Volksbefreiungsarmee am Platz des Himmlischen Friedens vorbei, flankiert von Hunderten Fahrzeugen und Flugzeugen. Staats- und Parteichef Xi Jinping nahm die Parade ab, zusammen mit seinen EhrengĂ€sten, Kremlchef Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.
Xi rief zu Frieden auf und warnte vor neuen Gefahren. «Heute steht die Menschheit erneut vor der Wahl zwischen Frieden und Krieg, Dialog und Konfrontation, Win-Win und Nullsummenspiel», sagte er. Zugleich sagte er, die Volksbefreiungsarmee mĂŒsse zu einer Weltklasse-Armee ausgebaut werden, um Chinas SouverĂ€nitĂ€t zu sichern.Â
Trump hÀlt Xi Konspiration gegen die USA vor
Mit der gigantischen Waffenschau sendete Peking auch ein Zeichen der StĂ€rke gen Westen. Insgesamt waren 26 Staats- und Regierungschefs angekĂŒndigt, darunter aus Belarus, dem Iran und Usbekistan. Viele westliche Diplomaten blieben der Parade fern. Als einziger EU-Regierungschef war der slowakische MinisterprĂ€sident Robert Fico in Peking.
US-PrĂ€sident Donald Trump fragte in seinem sozialen Netzwerk Truth Social, ob Xi in seiner Rede an die UnterstĂŒtzung erinnere, die die USA vor 80 Jahren China im Kampf gegen den japanischen Aggressor gegeben hĂ€tten. Viele Amerikaner seien fĂŒr Chinas Sieg und Ruhm gestorben. Er hoffe, dass diese Opfer geehrt wĂŒrden. «Bitte richten Sie meine herzlichsten GrĂŒĂe an Wladimir Putin und Kim Jong Un aus, wĂ€hrend Sie gegen die Vereinigten Staaten von Amerika konspirieren», schrieb Trump weiter.
Der Kreml gab umgehend Kontra. «Ich möchte sagen, dass niemand irgendwelche Verschwörungen angestiftet hat, niemand hat irgendetwas ausgeheckt», sagte Juri Uschakow, auĂenpolitische Berater Putins im russischen Staatsfernsehen.
Blick auf neue WaffensystemeÂ
Die Parade mit ihren 45 Formationen enthĂŒllte auch neue, in China hergestellte Waffen. GroĂe Beachtung fanden ein mobiler Laser, der zu Abwehr von DrohnenschwĂ€rmen dienen könnte, und eine torpedoförmige Unterwasser-Drohne sowie ein unbemanntes Patrouillenboot.Â
AuĂerdem zeigte Peking Hyper- und Ăberschallraketen. Ebenfalls aufgefahrene Interkontinentalraketen aus dem chinesischen Arsenal können auch Atomsprengköpfe tragen und Ziele in den USA und Europa erreichen.
Kim und Putin betonen Freundschaft
Nach dem Mittagessen und der Parade setzten sich Putin und Kim zusammen. Nach Kreml-Angaben dankte Putin seinem GegenĂŒber dafĂŒr, dass Nordkoreas Soldaten bei der RĂŒckeroberung des westrussischen Gebietes Kursk von ukrainischen Truppen mitgekĂ€mpft haben. Kim erwiderte laut Ăbersetzung des Kremls, dass Nordkorea jederzeit bereit sei, Russland zu helfen, und dies als «brĂŒderliche Verpflichtung» sehe.Â
Kim war mit seiner Schwerster Kim Yo Jong und seiner Tochter extra fĂŒr die Parade zu einer seiner seltenen Auslandsreisen aufgebrochen. FĂŒr seine Tochter war es die erste offiziell bekannte Reise auĂerhalb von Nordkorea. Unter Beobachtern gilt das junge MĂ€dchen als mögliche Nachfolgerin ihres Vaters.Â
Putin war bereits seit dem Wochenende in China, wo er sich beim Gipfel der Shanghaier Organisation fĂŒr Zusammenarbeit mit Indiens Premierminister Narendra Modi demonstrativ an den HĂ€nden genommen und mit Xi fĂŒr eine neue Weltordnung geworben hatte.Â
Krieg kostete Millionen Chinesen das LebenÂ
Historisch griff Peking mit der Parade, die in Ă€hnlicher Form erstmals vor zehn Jahren stattfand, ein dunkles Kapitel auf. Offiziell trug sie den Titel zum «Ende der japanischen Aggression».Â
Japan hatte China 1937 angegriffen. Der Krieg dauerte bis 1945 und forderte Millionen Tote in China. Nationalisten und Kommunisten einigten sich damals auf eine Einheitsfront gegen Japan, blieben aber gegenseitig misstrauisch. Nach der japanischen Kapitulation flammte der BĂŒrgerkrieg zwischen ihnen wieder auf.Â
1949 siegten die Kommunisten, Mao Zedong rief in Peking die Volksrepublik China aus, wĂ€hrend sich die Nationalisten nach Taiwan zurĂŒckzogen. Dass es die Volksrepublik 1945 noch nicht gab, wird bis heute als Grund genannt, Pekings Darstellung der Kriegszeit zu kritisieren - vor allem in Taiwan, das sich selbst regiert, von Peking aber als eigenes Territorium beansprucht wird. Taiwan gedenke des Friedens nicht mit Waffen, sondern indem es die «gefallenen Helden» ehre und fest zum Glauben an Freiheit und Demokratie stehe, sagte PrĂ€sident Lai Ching-te in Richtung Peking.Â
Kritik an GeschichtsdeutungÂ
Laut EinschĂ€tzung von Claus Soong vom Berliner China-Institut Merics verfolgt Peking mit der Parade vor allem auĂenpolitische Ziele. Sie sei «eine Plattform, um die historische Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg neu zu interpretieren». Peking wolle zeigen, dass es heute stark genug sei, seine eigene Sicht auf Geschichte und Weltordnung vorzulegen.
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