Syrien verkĂŒndet Abzug aller US-Truppen
16.04.2026 - 15:36:29 | dpa.deSyriens Regierung hat den vollstĂ€ndigen Abzug der im Land stationierten US-Truppen verkĂŒndet. Die «militĂ€rischen Einrichtungen, an denen Truppen der Vereinigten Staaten zuvor in Syrien anwesend waren», seien «komplett an die syrische Regierung ĂŒbergeben» worden, teilte das AuĂenministerium in Damaskus mit.Â
Von der US-Regierung in Washington oder dem US-MilitĂ€r gab es zunĂ€chst keine BestĂ€tigung. Der Schritt deutete sich aber seit Monaten an. Im Februar gab es Berichte ĂŒber AbzugsplĂ€ne innerhalb von 30, 60 oder 90 Tagen. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte schon 2018 wĂ€hrend seiner ersten Amtszeit verkĂŒndet, dass die US-Soldaten in Syrien vollstĂ€ndig abziehen sollten. Die Angaben zu ihrer Zahl schwankten zwischen 900 und 2.000.Â
Zehntausende Luftangriffe mit VerbĂŒndetenÂ
Das US-MilitĂ€r kĂ€mpfte in Syrien an der Seite kurdisch angefĂŒhrter Milizen lang gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die seit 2019 als militĂ€risch besiegt gilt. Das US-MilitĂ€r fĂŒhrte mit VerbĂŒndeten Zehntausende Luftangriffe durch, um das vom IS ausgerufene «Kalifat» zu zerstören und dessen AnfĂŒhrer zu töten. In den vergangenen Jahren griff das US-MilitĂ€r weiterhin IS-AnfĂŒhrer sowie mit dem Iran verbĂŒndete Milizen an.Â
Der Abzug passe zur gemeinsamen EinschĂ€tzung der USA und Syriens, dass die UmstĂ€nde fĂŒr die US-PrĂ€senz - nĂ€mlich der Aufstieg des IS - sich «grundlegend» geĂ€ndert hĂ€tten, hieĂ es aus Damaskus. Der syrische Staat sei heute «vollstĂ€ndig fĂ€hig», den Kampf gegen Terrorismus mit Hilfe anderer LĂ€nder zu fĂŒhren.
Abzug aus einem von Konflikten geplagtem Land
Mit dem Abzug endet eine rund zehn Jahre lange MilitĂ€rprĂ€senz der USA in einem von Kriegen geplagten Land. Die US-Soldaten waren an mehreren MilitĂ€rbasen und vielen kleineren Posten stationiert. Schon als Truppen der syrischen Regierung in den vergangenen Monaten gewaltsam die Kontrolle im kurdisch kontrollierten Nordosten ĂŒbernahmen, zogen US-Truppen von dortigen Positionen ab.Â
Die Ăbergabe der StĂŒtzpunkte sei «sehr professionell und in vollstĂ€ndiger Absprache» beider Regierungen erfolgt, teilte das AuĂenministerium in Damaskus mit. Trump hatte den syrischen ĂbergangsprĂ€sidenten Ahmed al-Scharaa vergangenen November im WeiĂen Haus empfangen. Es war der Höhepunkt einer diplomatischen AnnĂ€herung der USA und Syriens nach dem Sturz des frĂŒheren syrischen Machthabers Baschar al-Assad Ende 2024.
US-MilitÀrkonvoi wohl auf dem Weg zur jordanischen Grenze
Anwohner im Nordosten von Damaskus beobachteten am Donnerstag einen Konvoi mit US-MilitĂ€rfahrzeugen. Diese fuhren demnach aus der Provinz Hassaka im Nordosten in Richtung Damaskus. Es wurde erwartet, dass sie von dort die Grenze nach Jordanien weiter sĂŒdlich ĂŒberqueren wĂŒrden.Â
In Syrien sind die Folgen des Iran-Kriegs deutlich zu spĂŒren, etwa durch wirtschaftlichen Druck und Knappheit bei Treibstoffimporten. Anders als im benachbarten Irak oder in der Golfregion gab es hier aber nur vereinzelte Angriffe. Trotz des kleinen, aber symbolisch wichtigen US-Abzugs aus Syrien haben die USA ihre PrĂ€senz in der Region im Zuge des Kriegs deutlich verstĂ€rkt. Laut Berichten sind rund 50.000 Soldaten und andere US-MilitĂ€rangehörige im Nahen Osten stationiert, viele davon auf Kriegsschiffen.
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